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DVD-Besprechung - Immigrants - L.A. Dolce Vita

Story:
Der Russe Vlad ist mit seiner Tochter Anya und seinem besten Freund, dem Ungarn Joska, illegal in die USA eingewandert. Sie leben gemeinsam mit weiteren Emigranten, wie dem chinesischen Imbissbudenbesitzer Herrn Chea, dem Mexikaner Flaco, dem ehemaligen pakistanischen Atomwissenschaftler Nazim, oder dem einstigen schwarzen Zuhälter Mr. Spit, in dem leicht heruntergekommenen Apartmenthaus "Vista del Mar" in Los Angeles. Der "American Dream" entpuppt sich jedoch ohne Aufenthaltsgenehmigung und einen festen Job eher als Albtraum. Allerdings sind Vlad und Joska äußerst erfinderisch und versuchen immer wieder ausgefallene Ideen zu realisieren, um sich ihren Traum von einem Leben in Saus und Braus letztendlich doch noch erfüllen zu können.

Meinung zum Film:
"Immigrants - L.A. Dolce Vita" ist eine ungarisch-amerikanische Koproduktion aus dem Jahr 2008. Der ungarische Regisseur Gabor Csupo drehte im Jahr 2007 den fantasievollen Kinderfilm "Brücke nach Terabithia", der jedoch zum größten Teil aus Realfilmsequenzen bestand, während es sich bei dem vorliegenden Titel um einen reinen Animationsfilm handelt. Der Zeichenstil des Films lehnt sich dabei stark an die "Rugrats" an. Das ist allerdings auch kein Wunder, denn diese Serie und der Film "Immigrants" stammen, ebenso wie diverse weitere Serien des US-Kindersenders "Nickelodeon" und die ersten drei Staffeln der Simpsons, von der Produktionsfirma "Klasky Csupo Inc." aus Kalifornien.  

"Immigrants" ist einer dieser Trickfilme, bei dem unklar bleibt, für welche Altersgruppe er eigentlich konzipiert wurde. Der Zeichenstil dürfte grundsätzlich eher jüngere Semester begeistern. Die unterschwellige Sozialkritik nebst entsprechender Anspielungen sowie die Gags unter der Gürtellinie dürften hingegen bei dieser Klientel eher für Unverständnis sorgen. Für erwachsenere Zuschauer sind die Anspielungen dann aber wieder viel zu harmlos ausgefallen und natürlich darf auch das zugehörige Happy End nicht fehlen. Das Humorniveau schwankt dabei meistens zwischen "ganz nett" und "Klamauk" hin und her, ohne jedoch wirklich gelungene Pointen an den Mann bringen zu können. Für ein kleines Schmunzeln sorgen aufgrund ihres Wiedererkennungswertes, und ihrer überzogen karikierten Optik, höchstens die Gastauftritte von Prominenten, wie Christina Aguilera, Michael Jackson, oder Sylvester Stallone. Erzählerisch hat der Film allerdings, trotz seiner geringen Laufzeit von gerade mal rund 74 Minuten, sehr wenig zu bieten und zerfällt in episodische Alltagsdarstellungen von Vlad und Joska. Dabei geht es vor allem um die Ausnutzung ihrer Arbeitskraft mittels Hungerlöhnen und ihre Versuche beruflich aufzusteigen. Später steht auch noch die Eroberung großbusiger Strandschönheiten auf der Tagesordnung, die mit einer harmlosen Parodie auf den amerikanischen Fitnesswahn einhergeht.

Ein Cartoon steht und fällt natürlich vor allem mit dem Identifikationspotential seiner wichtigsten Protagonisten. Optisch kommen Kanisterkopf Vlad und Bohnenstange Joska als ungleiches Gespann dabei durchaus noch recht sympathisch daher, charakterlich sind sie aber leider enttäuschend simpel gestrickt, was auch auf sämtliche anderen Nebenfiguren zutrifft. So fühlt sich Vlad beispielsweise ständig seinem Nationalgetränk, dem Wodka, verpflichtet. Auch sonst wird kein Klischee ausgelassen, wie z.B. der Mexikaner als geborene Hilfskraft in der Küche, ohne dass diese irgendwie vertieft werden würden. Somit kratzt der sozialkritische Ansatz des Films nicht mal an der Oberfläche, während er sich andererseits mit seiner Jagd nach Geld, Ruhm und Frauen sowieso in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Dementsprechend aufgesetzt wirkt dann auch die moralische Auflösung gegen Ende, frei nach dem Motto, "Bleib dir selbst treu und lass deine wahren Freunde nicht im Stich!".

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD bietet eine gute Schärfe, kräftige, knallige Farben und auch die Kompression verhält sich unauffällig. Die deutsche und die englische Tonspur überzeugen beide mit einer guten Verständlichkeit und sind ausgewogen abgemischt, die deutsche Synchronisation ist zudem erfreulich professionell ausgefallen. Zudem gibt es optionale, deutsche Untertitel. Die angeblich vorhandene, deutsche Tonspur im Dolby-Digital-2.0-Format befindet sich allerdings nicht auf der DVD.  

Das Bonusmaterial besteht lediglich aus dem Musikvideo zum Film (3:05), das jedoch lediglich in einem Minifenster und bescheidener Qualität wiedergegeben wird, und einer Bildergalerie mit Filmszenen. Die DVD erspart sich die Notwendigkeit eines Wendecovers durch das Vorhandensein eines dünnen Schubers, auf dem sich der große FSK-Aufdruck befindet, während das eigentliche Cover "flatschenfrei" daherkommt.

Fazit:
"Immigrants - L.A. Dolce Vita" ist leider weder Fisch noch Fleisch und schafft es nicht, sich für ein eindeutiges Zielpublikum zu empfehlen. Für Jugendliche dürften viele Anspielungen unverständlich sein oder zu sehr unter der Gürtellinie verlaufen, ältere Semester hingegen reißt der Zeichenstil sicher nicht vom Hocker, während der Humor für sie eindeutig zu platt sowie harmlos ausgefallen ist. Technisch kann die DVD voll überzeugen, das Bonusmaterial ist allerdings äußerst mickrig.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
73:36 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Musikvideo
  • Bildergalerie
Immigrants - L.A. Dolce Vita - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Immigrants - L.A. Dolce Vita
Immigrants (L.A. Dolce Vita)

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Harmlose Zeichentrick-Parodie des "American Dream" mit unklarem Zielpublikum


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Ungarn, 2008
Regie:
Gabor Csupo
Drehbuch:
Billiam Coronell, Josh Lieb

Label Deutschland :
Savoy Film
Verkaufsstart Deutschland :
30.09.2009