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DVD-Besprechung - Das Vermächtnis der heiligen Lanze
Story:
Als es in Paris zu einem Erdrutsch kommt, wird eine Grabkammer freigelegt, die eine Spur auf den Fundort der legendären heiligen Lanze enthält, mit der Jesus am Kreuz in die Seite gestochen wurde. Die junge Archäologin Sofia Beranger (Hélène Seuzaret) macht sich auf die Suche und begibt sich dabei immer mehr in Gefahr.
Meinung zum Film:
"Das Vermächtnis der heiligen Lanze" startet mit einer Szene auf einer Baustelle in Paris. Dort kommt es unerwartet zu einem Erdutsch, der eine alte Grabkammer zum Vorschein bringt. In dieser findet man zum einen ein sehr altes Tagebuch ... und zum anderen einen General aus der Zeit Napoleons - der seit 200 Jahren im Koma liegt! Diese Besonderheit rührt daher, dass er mit der Lanze des Longinus verletzt wurde, jener legendären Waffe, die dem am Kreuz hängenden Jesus die Seite durchbohrt hat. Die junge Archäologin Sofia Beranger (Hélène Seuzaret) soll sich um die Sache kümmern. Dabei stößt sie im Tagebuch auf kryptische Hinweise, die den Ort verraten könnten, an dem die Reliquie zu finden ist. So begibt sie sich auf die Suche und bekommt nicht nur von ihrem Bruder Konkurrenz, der die Lanze an sich reißen will, um durch sie Macht und Unsterblichkeit zu erlangen, sondern auch Probleme mit einem mysteriösen Geheimbund, der sich zum Beschützer der Reliquie ernannt hat.
"Das Vermächtnis der heiligen Lanze" ist eine sehr undurchschaubare Produktion. So wurde anscheinend von den sechs in Frankreich veröffentlichten Folgen, die je 45 Minuten Laufzeit haben, hier in Deutschland nur eine auf die vorliegenden beiden 90-Minüter gekürzte Fassung veröffentlicht. Eventuell wurden auch nur vier der sechs Originalfolgen verwendet. Da der Handlungsbogen aber abgeschlossen ist, liegt zumindest die Vermutung nahe, dass Teile aus allen Episoden für diese Fassung zusammengeschnitten wurden. Zudem ist - aufgrund fehlender Autorenangabe - etwas unklar, ob die Miniserie in ganz groben Zügen auf Arnaud Delalandes gleichnamigem Roman ("La lance de la destinée", deutsch: "Die Lanze des Herrn", erschienen bei blt) basiert. Zwar heißen die Protagonisten komplett anders und eine Verwandtschaft zum Roman wird nirgendwo erwähnt, doch es kann eigentlich kein Zufall sein, dass sowohl im Film als auch im Roman eine von einem Geheimbund beschützte Reliquie in Form der Lanze, mit der Jesus in die Seite gestochen wurde, eine entscheidende Rolle spielt.
Das Buch selbst war schon sehr leichte Kost - und vielleicht hat sich Delalande von der Produktion distanziert, weil der Film die ganze Sache nicht wirklich besser gemacht hat. Vielleicht haben die Szenaristen aber ihre Idee auch einfach ganz dreist aus dem Roman geklaut. Wer weiß? Jedenfalls ist das von Regisseur Dennis Berry, den das DVD-Cover vollmundig als "Erfolgs-Regisseur" anpreist und ihm "Stargate" sowie "Highlander" zuschreibt, gelieferte Resultat alles andere als beeindruckend. Ja, er hat an beidem mitgewirkt, allerdings jeweils an der TV-Serie. Die Erfolgsregisseure der Filme sind hingegen nach wie vor Roland Emmerich und Russell Mulcahy. Würde Berry zumindest solide Arbeit abliefern, könnte man über die leeren Versprechungen ja noch hinwegsehen, doch die komplette Produktion ist durch und durch langweilig. Das liegt gar nicht mal an der Storyline, denn die hat sogar noch einen gewissen Reiz (auch wenn man sich spätestens seit "Sakrileg" vor religiösen Verschwörungen nicht mehr retten kann). Das Problem ist vielmehr, dass die Inszenierung sehr lahm ist und sämtliche Darsteller völlig fehl am Platz wirken. Es mag hart klingen, aber hier zeigen wirklich alle die Ausdrucksfähigkeiten eines Stück Holzes, wodurch für die Hauptfiguren keinerlei Sympathie aufkommt. Einzig die Altherren-Riege in Person von Jacques Weber ("Odette Toulemonde") und Jürgen Heinrich ("Wolffs Revier") schafft es, zumindest ein bisschen Stimmung zu erzeugen - was allerdings natürlich wenig bringt, wenn alle um sie herum wie Autos aus der Wäsche gucken. So hätte "Das Vermächtnis der heiligen Lanze" zwar sicherlich eine spannende Geschichte werden können, doch leider ist dabei letztlich nur eine sehr billig aussehende TV-Miniserie entstanden. Schade.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD von Sunfilm zeigt die Miniserie in technisch akzeptabler Qualität. Der Transfer wirkt auf den ersten Blick klar und sauber, doch fallen bei genauer Betrachtung immer wieder mal Doppelkonturen und Kantenflimmern auf. Das Bild ist in erdigen Tönen gehalten. Rauschen fällt kaum auf. Der Ton liegt ausschließlich auf Deutsch vor, man hat die Wahl zwischen einer Fassung in Dolby Digital 5.1 und einer in dts 5.1. Was die dts-Spur bei diesem relativ unspektakulären Film soll, der ihr keinerlei Möglichkeit bietet, ihr Potenzial auch nur ansatzweise auszuschöpfen, bleibt fraglich. Zumindest sind aber in beiden Fassungen die Dialoge klar verständlich.
Außer einer Trailershow gibt es keinerlei Bonusmaterial. Die DVD selbst verfügt über ein Wendecover, der sie umgebende Schuber hat allerdings ein fest aufgedrucktes FSK-Logo.
Fazit:
"Das Vermächtnis der heiligen Lanze" ist eine sehr unspektakuläre, billig aussehende TV-Miniserie, der es vor allem an einem mangelt: überzeugenden Darstellern. Würde nicht nahezu die komplette Darstellerriege völlig ausdruckslos bleiben, hätte hier durchaus eine ganz spannende Story erzählt werden können. So bleibt aber leider jegliche Spannung auf der Strecke. Die technische Qualität der DVD liegt im befriedigenden Bereich, Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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2 Teile à ca. 90 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Das Vermächtnis der heiligen Lanze
La lance de la destinée
Unspektakuläre TV-Miniserie
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Deutschland / Belgien, 2007 Regie: Dennis Berry Darsteller: Hélène Seuzaret, Max von Thun, Jacques Weber, Jacques Perrin, Natacha Lindinger
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 16.10.2009
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