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DVD-Besprechung - Die Todesfaust des kleinen Drachen 2
Story:
Lau Zhai (Yuen Biao) kehrt nach Hongkong zurück, um bei dem legendären Meister Wong Fei Hung in die Lehre zu gehen. Der ist allerdings zu diesem Zeitpunkt gerade auf Reisen in Südasien und Lau Zhai gerät geradewegs in die finsteren Geschäfte eines Opiumschmuggelrings unter der Führung von Meister Wah (Yuen Wah). Nachdem er sich ausgerechnet in die Tochter des hiesigen Polizeichefs "Goldener Panther" (Yen Shi-Kwan) verliebt hat, der ihn der Mittäterschaft verdächtigt, raufen sich beide schließlich zusammen und Lau Zhai soll den Schmugglerring als Undercover-Ermittler ausheben.
Meinung zum Film:
"Die Todesfaust des kleinen Drachen 2" ist wiedermal ein typisch deutsches Verleihtitelkonstrukt ohne jeden Bezug zum Originaltitel, und der Film selbst hat dementsprechend keinen Bezug zu Sammo Hungs "Die Todesfaust des kleinen Drachen". Lediglich Yuen Biao ("Dreadnaught") spielt in beiden Filmen die Hauptrolle und war hier außerdem noch für die Choreographie der Kampfsequenzen verantwortlich. Seine besten Zeiten an der Seite von Genrestars wie Jackie Chan ("Forbidden Kingdom") oder Sammo Hung ("Three Kingdoms") hatte er allerdings zu diesem Zeitpunkt bereits ebenso hinter sich, wie Regieveteran Wu Ma ("Die Eroberer"), der hier nicht nur auf dem Regiestuhl Platz nahm, sondern auch noch eine Nebenrolle bekleidet. In weiteren größeren Rollen agieren die beiden Genrefans ebenfalls gut bekannten Yuen Wah ("Police Story 3") und Yen Shi-Kwan ("Dragon Hero").
"Die Todesfaust des kleinen Drachen 2" ist ein Hongkongfilm aus den 90er-Jahren und spielt gegen Ende des chinesischen Kaiserreichs. Die Engländer überschwemmen das Land mit Opium und einheimische Triaden kontrollieren den Handel damit. In dieser Situation gerät Lau Zhai durch einen alten Freund, der auf die schiefe Bahn geraten ist, mitten in die Wirren dieser kriminellen Machenschaften. Da sein zukünftiger Meister, der legendäre, chinesische Volksheld Wong Fei Hung, besonders bekannt durch die "Once upon a Time in China"-Reihe mit Jet Li ("Fearless"), sich jedoch auf Reisen befindet, beschließt Lau Zhai, entgegen seines Rufs als Taugenichts, den Opiumhandel auf eigene Faust zu bekämpfen. Wong Fei Hung könnte man im Rahmen dieses Films fast als Running Gag bezeichnen, denn ständig ist von ihm die Rede, er taucht jedoch im gesamten Film nicht einmal auf. Die Hintergrundgeschichte ist selbst für eine Genreproduktion extrem mäßig ausgefallen und verzichtet beinahe auf jede Dramaturgie, was in Verbindung mit der episodisch-konfusen Inszenierung lediglich ein Kopfschütteln beim Zuschauer hervorruft. Und auch die Ausrichtung des Films bleibt unklar, denn das ernste Thema wird gerade zu Beginn immer wieder für alberne Slapsticksequenzen genutzt. Mit weiterem Fortschreiten des Films steigt aber die Zahl der Todesopfer und der Unterton des Films wird zunehmend düsterer, das ganze gipfelt schließlich sogar in einer Lebendverbrennung.
Die Zahl der Kämpfe ist nicht sehr hoch ausgefallen, was sicherlich auch eine Folgeerscheinung des an allen Ecken und Enden durchscheinenden, eher bescheidenen Budgets sein dürfte. Yuen Biao kann im Verlauf dieser Kämpfe mit seiner grandiosen Akrobatik punkten und auch das Tempo dieser Auseinandersetzungen ist angenehm hoch. Leider handelt es sich bei den Gegnern aber häufig um Fallobst, zudem wirkt die Inszenierung der Kämpfe doch ziemlich unspektakulär und ist von der Genrespitze weit entfernt. Ärgerlich ist vor allem, dass auch hier ein fauler Kompromiss eingegangen wurde. So sind die Kämpfe von ihrer Ausrichtung her eher realistisch und nicht sehr brutal gehalten, werden aber immer wieder mit Hilfe von Wirework um vollkommen unrealistische Sprünge und Abflüge der Gegner ergänzt, was der Glaubwürdigkeit des Films schadet. Wirklich mitreißen kann trotz der fähigen Kämpfer keiner der Kämpfe und gerade der Verlauf des deutlich zu kurzen Showdowns unterstreicht diese Tatsache noch dadurch, dass er ausgerechnet durch einen Unfall entschieden wird.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität des Films ist leider äußerst mäßig ausgefallen und erinnert an die ersten DVD-Veröffentlichungen aus Hongkong. Die Bildschärfe ist bestenfalls durchschnittlich, die Farben wirken ausgewaschen, während das Bild mal zu hell und mal zu dunkel wirkt. Zudem liegt ein starkes Bildrauschen vor und die Vorlage weist zahlreiche Verschmutzungen und leichte Defekte auf. Der Film existierte bisher nicht in deutscher Sprache. Die vorliegende deutsche Neusynchronisation ist allerdings äußerst unbefriedigend ausgefallen, wenn auch nicht so miserabel wie die von "Die Todesfaust des kleinen Drachen". Sie patzt aber in allen wesentlichen Bereichen, wie der Dialogregie, der Besetzung der Sprecher und deren Qualität. Die Verständlichkeit ist hingegen der doch sehr dumpfen kantonesischen Originaltonspur deutlich überlegen, während die englische Tonspur in jeder Hinsicht die schlechteste Wahl darstellt.
Außer dem englischen Originaltrailer gibt es keinerlei Bonusmaterial. Die DVD verfügt über ein Wendecover.
Fazit:
"Die Todesfaust des kleinen Drachen 2" ist trotz seines prominenten Personals für alle Beteiligten ein eher unrühmliches Spätwerk, das sich lediglich im Bereich der nicht gerade zahlreichen Kämpfe im Genremittelfeld bewegt. Besonders im Hinblick auf Story, Dramaturgie, schauspielerische Leistungen und die Kampfinszenierung ist das Ergebnis aber eher unterdurchschnittlich ausgefallen. Technisch ist die DVD, ebenso wie die deutsche Neusynchronisation, äußerst mäßig ausgefallen, auch wenn es bisher weltweit keine bessere Fassung gibt, und auch das Bonusmaterial ist mehr als bescheiden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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89:14 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 | Kantonesisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Englischer Originaltrailer
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Die Todesfaust des kleinen Drachen 2
Huang Fei Hong Zhi Gui Jiao Qi
Bekannte Namen in einem mäßigen Spätwerk, das höchstens Genre-Komplettisten interessieren dürfte
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 1993 Regie: Wu Ma Darsteller: Yuen Biao, Yuen Wah, Yen Shi-Kwan, Shirley Lui, Wu Ma, Tai Po
Label :
Mr. Banker Films Verkaufsstart : 16.10.2009
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