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DVD-Besprechung - Flash of Genius
Story:
Bob Kearns (Greg Kinnear) lehrt als Universitätsdozent das Fach Elektrotechnik. Der passionierte Tüftler kommt eines Tages auf die Idee, den Scheibenwischer seines Wagen so umzurüsten, dass dieser sich in Intervallen bewegt: So erfindet ein kleiner Mann den Intervallscheibenwischer. Kearns träumt davon, seine Erfindung an die großen Automobilhersteller zu verkaufen und stellt das Projekt Ford vor. Diese lehnen ab, Kearns verfällt in emotionale Leere. Bis er eines Tages an einem neuen Ford-Modell seinen Intervallscheibenwischer entdeckt. Aus Angst vor der Übermacht eines Konzerns wie Ford zieht keiner seiner Partner mit Kearns vor Gericht. Ein jahrelanger Rechtsstreit entbrennt, bei dem Kearns alles aufs Spiel setzt, um seine Auffassung von Gerechtigkeit zu vertreten.
Meinung zum Film:
In Marc Abrahams Wirtschaftskrimi "Flash of Genius" geht es im übertragenen Sinn um den Kampf David gegen Goliath. Ein Familienvater nimmt den Kampf gegen das Imperium der Automobilindustrie auf. Der Dozent und Wissenschaftler aus dem Bereich der Elektrotechnik Bob Kearns (Greg Kinnear, "Besser gehts nicht") erfindet den Intervallscheibenwischer, rüstet damit sein Auto aus und beweist die Funktionalität seiner Kreation. Zusammen mit befreundeten Arbeitskollegen wachsen die ersten Planungen zur angestrebten Serienproduktion und der Kontakt zum Automobilkonzern Ford ist rasch geknüpft. Dort stößt der Intervallscheibenwischer auf reges Interesse, versucht man sich intern doch schon lange an einem solchen Prinzip. Im krassen Gegensatz zu Kearns allerdings recht erfolglos. Man einigt sich auf die Herstellung eines Prototyps. Alles scheint gut zu laufen, bis sich Ford aus dem Projekt zurückzieht. Für Bob mehr als der Verlust einer fixen Idee. Alles scheint vorbei, bevor es richtig angefangen hat. Doch jetzt geht es erst richtig los: Einige Monate später bemerkt Bob beim neusten Ford-Modell seinen Intervallscheibenwischer. Er ist perplex und hilflos. Kaum jemand seiner ehemaligen Partner will ihm helfen. Alleingelassen macht er sich auf, einen Rechtsstreit gegen den schier übermächtigen Automobilkonzern zu führen und diesen wegen Verstoßes gegen das Patentgesetz zu verklagen.
Dies sind die nüchternen Details der Grundhandlung des Films. Doch so nüchtern bleibt er nicht: "Flash of Genius" zeigt auch, welchen Einfluss Bobs Widerstand gesellschaftlich, aber auch gesundheitlich auf seine Person und die Familie nimmt. Ehemals befreundete Geschäftspartner werden zu Gegnern, Bobs Frau Phyllis (Lauren Graham, "Gilmore Girls") leidet an stressbedingten Hautkrankheiten, Bob selber wird zum aggressiven Nervenbündel und kann kaum noch Freund von Feind unterscheiden. Er verschreibt sich vollkommen seinem Kampf gegen die Ungerechtigkeit, ohne die Kontrolle über sich zu behalten. Bob durchleidet das gesamte Repertoire des sozialen Abstiegs: Der ehemalige Universitätsdozent wird in eine Nervenheilanstalt eingewiesen, verliert seine Anstellung an der Uni, muss sich arbeitslos melden und das Scheitern seiner Ehe hinnehmen. Über Jahre ziehen sich die Prozessvorbereitungen, nach dem Überwurf mit dem einzigen Anwalt, der sich der Sache annehmen möchte, steht er allein auf weiter Flur – als es zum Prozess kommt, vertritt er sich selbst ohne juristischen Beistand. Nur seine Kinder helfen bei den Vorbereitungen. Bobs Wille ist ungebrochen, er kämpft vehement um das Schuldeingeständnis seitens Ford.
Regisseur Marc Abraham inszeniert einen ruhigen Film, der auf einem Drehbuch von Philip Railsback basiert. Grundlage des Stoffes ist ein Zeitungsartikel über diese wahre Begebenheit. Ruhige Bilder und platzierte Schnitte sorgen gepaart mit treffsicheren Kameraeinstellungen für eine solide filmische, unaufgeregte Erzählung. Die Hauptfigur Bob Kearns und seine Auffassungen und Ziele stehen zu jeder Zeit im Fokus der Story. Hervorragend herausgearbeitet wird die Überzeugung Kearns, ein Schuldgeständnis zu erreichen. Mehrere Vergleichsangebote mit zum Teil hohen Finanzbeträgen können ihn nicht von seinem Kampf für Gerechtigkeit abbringen. Kearns bezahlt seinen Kampf mit Erschöpfung, Einsamkeit und hohen persönlichen Opfern. Doch es geht um die Sache und das zentriert dieser Film. Dies kann man als unspektakulär empfinden oder als Beispiel für eine umfassende Nacherzählung eines persönlichen Feldzugs gegen die Arroganz der Konzerne begreifen. Und dazu sind eben vermehrt erzählerische Elemente notwendig.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität dieser DVD ist als gelungen zu bezeichnen. Wenig Bildrauschen, gute Schärfe und satte Farben zeichnen die Umsetzung aus. Zwei deutsche Tonspuren liegen in den Formaten Dolby Digital 5.1 sowie Stereo vor, die englische Originalfassung ist als Dolby-Digital-5.1-Spur enthalten, deutsche Untertitel sind einblendbar.
In Sachen Extras ist die DVD gut ausgestattet. Der deutsche und englische Trailer, ein Audiokommentar des Regisseurs und drei Interviews sind enthalten. Dazu gibt es geschnittene Szenen, die B-Rolle und eine Fotogalerie.
Fazit:
"Flash of Genius" ist ein gelungener Wirtschaftskrimi mit Drama-Elementen, der seine Hauptfigur besonders in Szene setzt und dessen Emotionen, Auffassungen und Ziele als zentrales Motiv für sein Handeln definiert. Neben der rechtlichen Auseinandersetzung mit einem großen Automobilkonzern thematisiert der Film die persönlichen Einflüsse auf den Menschen Kearns. Der Regisseur inszeniert diese informative Nacherzählung unaufgeregt und solide.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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114:36 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar des Regisseurs Marc Abraham
- Trailer (deutsch & englisch)
- Geschnittene Szenen
- B-Roll
- Fotogalerie
- Drei Interviews
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Flash of Genius
Flash of Genius
Solide Nacherzählung einer wahren Geschichte in Form eines Wirtschaftskrimi und Erfinderdrama
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Kanada, 2008 Regie: Marc Abraham Drehbuch: Philip Railsback Darsteller: Greg Kinnear, Bill Lake, Dermot Mulroney, Lauren Graham, Karl Pruner
Label :
Artgore Verkaufsstart : 06.11.2009
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