Anzeige
 Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  (500) Days of Summer
Partner von Fantastic Zero
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

In der Datenbank befinden sich derzeit 2.786 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Kino-Besprechung - (500) Days of Summer

Story:
Tom (Joseph Gordon-Levitt) ist absoluter Romantiker. Er glaubt, mit seiner neuen Arbeitskollegin Summer Finn (Zooey Deschanel) die Liebe seines Lebens gefunden zu haben. Dumm nur, dass Summer zwar Interesse an Tom hat, aber nicht an die Liebe glaubt und für sie ein feste Beziehung außer Frage steht. Dennoch beginnen beide eine Liaison, in der Tom völlig aufgeht. Summer genießt zwar die gemeinsame Zeit, bleibt jedoch weiter ihrer Auffassung treu, dass es die große Liebe und die Bestimmtheit füreinander nicht gibt. So ist sie es auch, die nach 500 gemeinsamen Tagen einen Schlussstrich zieht. Tom ist perplex und rekapituliert die Zeit mit Summer. Was macht ihn so sicher, dass sie diese große Liebe tatsächlich war, kann er sie zurückgewinnen und wie sieht Summer das Ganze eigentlich?

Meinung zum Film:
Was sich vom Grundsatz her wie eine der vielen Lovestorys anhört, die alle paar Monate in den Kinoprogrammen zu finden sind, entwickelt sich im Verlauf des Films zu einer herzlich-frischen romantischen Komödie, die den gängigen Klischees widerspricht und durch die Konzentration auf ihre Hauptfiguren und deren Handlungsmotive aus den einfachen Strukturen einer Liebeskomödie ausbricht. Während andere Filme auf der gängigen Formel "Boy meets Girl - Boy loses Girl" herumreiten und sich auf dieses Handlungsschema reduzieren, nutzt "(500) Days of Summer" dieses lediglich als Ausgangspunkt für die tiefergehende Story. Die charakterliche Gegensätzlichkeit zweier Personen, die sich trotz aller Unterschiede sympathisch sind und anziehend finden, ist der zentrale Aspekt dieser ungewöhnlichen romantischen Komödie. Tom und Summer können nicht voneinander lassen, erreichen dennoch keine gemeinsame Basis für eine dauerhafte Beziehung. Dies liegt ausschließlich an der Auffassung Summers (Zooey Deschanel, "The Happening"), die bezweifelt, dass es die erfüllende Liebe gibt und der Partner für's Leben existiert. Tom (Joseph Gordon-Levitt, "10 Dinge die ich an Dir hasse") hingegen ist als überzeugter Romantiker, der genau diese große Liebe sucht, das absolute Gegenteil von Summer.

Beide prallen aufeinander, entwickeln Sympathien für den Anderen und schreiten fortan gemeinsam durchs Alltagsleben, auch wenn Summer ihre destruktive Haltung nie ablegen kann und es demzufolge zum vorherzusehen Bruch kommt. Ab diesem Punkt beginnt Tom seine Vorstellungen Summer betreffend zu überdenken und kontrolliert, ob diese tatsächlich dem entspricht, wofür der Romantiker sie immer hielt: Seiner perfekten Liebe. Er kommt zu dem Schluss, sie zurückgewinnen zu wollen und forciert dieses Vorhaben. In den vielen nun folgenden Gesprächen seziert Summer ihre Entscheidung, sich von ihm zu trennen und gibt dabei mehr und mehr Preis, was durch die Verbindung zu Tom mit ihr geschehen ist. Sie hat durch ihn eine Weg gefunden, ihre destruktive Einstellung zu überdenken und sich ihrer persönlichen Weiterentwicklung zu stellen. Doch wo ist hier der Platz für den schmachtenden Tom?

Der Film vom Regie-Debütant Marc Webb zeigt nach einer kurzen Einführung rückblickend die 500 Tage, über die sich Tom und Summers gemeinsame Zeit zog. Als erzählerisches Mittel dienen ihm Zeitsprünge in die verschiedenen Phasen der Beziehung - vor und nach dem Bruch. Der vom Werbefilm kommende Webb versteht es, viele Rahmeninformationen auf der visuellen Ebene zu vermitteln. Dies verleiht dem Film einen ganz eigenen Stil. Diese Ästhetik unterstützt die Darstellung charakterlicher und emotionaler Vorgänge der Figuren und wird so zum Alleinstellungsmerkmal und kennzeichnet den Film als besonders. Der Film schafft den Spagat zwischen Unterhaltungsfilm und Charakterspiel hervorragend. Als Zuschauer ist man gefesselt von der Gegensätzlichkeit der Charaktere und verwundert von ihrer Entwicklung und deren sich im Laufe des Films verändernden Ansichten. Tom und Summer machen durch die Geschehnisse ausgelöste Veränderungen durch, die ihre Haltung grundlegend verändert. Auf der einen Seite unterhält die Story durch ihre viele zum Schmunzeln anregende Szenen, ist aber nie flach, da auf der erzählerischen Ebene viele zentrale Punkte des Zusammenseins gegeneinander aufgewogen werden und so eine beachtliche inhaltliche Tiefe erreicht wird. Auf der anderen Seite überzeugt "(500) Days of Summer" formal durch die vielsagende und kreative Bildsprache und bietet damit Außergewöhnliches auf einer weiteren Rezeptionsebene.

Fazit:
"(500) Days of Summer" ist ein sehr unterhaltsamer Film mit tollen Darstellern, der als Romanze beginnt, aber die bekannten Regeln dieses Genres außen vor lässt und auf eigene Art und Weise, optisch sehr künstlerisch und mit einer tollen Form der ausdrucksstarken Bildsprache, erzählt. Locker und frisch seziert dieser Film Toms und Summers Beziehung, deren Ende und die charakterlichen Veränderungen der Hauptfiguren, welche jederzeit das zentrale Thema sind.

(500) Days of Summer - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
(500) Days of Summer
(500) Days of Summer

Bild unseres Mitarbeiters Marcus Offermanns
Erfrischende romantische Komödie, die nicht auf bekannten Klischees rumreitet


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Marc Webb
Drehbuch:
Scott Neustadter, Michael H. Weber
Darsteller:
Joseph Gordon-Levitt, Zooey Deschanel, Geoffrey Arend, Chloe Moretz, Matthew Gray Gubler

Verleiher:
20th Century Fox
Kinostart Deutschland :
22.10.2009