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Blu-ray-Besprechung - The Crew

Story:
Ged (Scot Williams) führt in Liverpool eine Gruppe von Gangstern an, die sich auf Raubüberfälle spezialisiert haben. Er versucht sich zu informieren, auf welchen LKWs wertvolle Frachten wie z.B. hochwertige Spielekonsolen sind, um dann den Fahrern ihre Fracht abzunehmen. Sein Bruder Ratter (Kenny Doughty) ist da mittlerweile ganz anderer Ansicht und will bei den Gaunern eine große Nummer werden. Er möchte in das Drogengeschäft eintauchen und richtig dick Kohle machen. Da wird plötzlich einer der größten Bosse Liverpools tot aufgefunden und Ratter macht sich recht auffällig daran, sich am entstandenen Machtvakuum zu bereichern. Was kaum einer ahnt ist, dass Franner (Stephen Graham), die ehemalige rechte Hand des toten Gangsters, sich aufgemacht hat, um den Tod seines Chefs zu rächen.

Meinung zum Film:
„The Crew“ ist ein Film, den man getrost dem britischen Gangsterkino a la „Snatch – Schweine und Diamanten“ oder „Footsoldier“ zuordnen kann. Der Film von Regisseur Adrian Vitoria („Capital Punishment“) kann da aber nicht so ganz mithalten. Zum einen hat der Film zwar die eine oder andere schräge Szene, doch nicht so gewitzte wie z.B. die eines Guy Ritchie. Weiterhin fehlt weitgehend die nicht unwirksame Coolness von Typen und Situationen, so dass der Zuschauer relativ wenige Highlights geboten bekommt. Aber „The Crew“ ist nicht ganz so schlecht, wie es zunächst den Anschein hat und der heimliche Star der Gangster um den Boss Ged Brennan ist ganz klar die Figur des langen Moby, der kein Besäufnis auslässt und als Sexbesessener immer wieder neue Abenteuer sucht. Eine schön schräge Szene gibt es dann auch, in der eine fette Prostituierte und ein Glastisch im Mittelpunkt stehen.  

Inhaltlich wird dem Publikum kaum etwas Neues angeboten, denn die Geschichte einer Gangsterbande, die sich solide aus dem Drogengeschäft heraushalten will ist mittlerweile schon des Öfteren verwendet worden. Auch ein Bruderzwist, der dadurch aufflammt, dass der kleinere Bruder den Großen fallen sehen möchte, ist nicht wirklich etwas Neues. Entscheidend ist dann an dieser Stelle wie gut diese beiden Plot-Elemente von der Regie umgesetzt werden und das ist hier gerade noch befriedigend bis ausreichend gelungen. Das kein besseres Resultat erzielt werden konnte, liegt zum einen an den vielen Dialogen die weitgehend unspannend wirken und sogar kleinere Längen in den Film bringen. Flehentlich möchte der Zuschauer rufen: „Hört auf zu labern und macht was!“.  

Eine kleine Nebenhandlung wird leider vernachlässigt und vielleicht hätten mehr Zeitanteile an dieser dem Film einen anderen Touch geben können. Ged möchte nämlich aussteigen und versucht durch eine Investition so viel Geld zu machen, um dem kriminellen Leben den Rücken zu kehren. Durch diese Tätigkeiten hat er sich nämlich ein wenig zu sehr von seiner Frau Debs entfernt und diese hat mit der Frau eines befreundeten Paares eine lesbische Beziehung angefangen. Der Clou ist, dass ausgerechnet ihr Mann der Investitionspartner von Ged ist und er ahnungslos ist, was da auf ihn zukommt. Die hier vorhandene Spannung ist richtig unterhaltsam, im Gegensatz zu manch anderer Passage des Streifens.

Digitale Aufarbeitung:
Die wenigen Farben, die im Film zu sehen sind, kommen sehr realistisch daher und dass es nicht mehr sind, liegt darin begründet, dass viele Szenen in eher tristen Teilen Liverpools bzw. in düsteren Kulissen gedreht wurden. Das Ergebnis ist gut und dazu trägen die starke Bildschärfe und der Kontrast bei. Beim Ton ist bei diesem neuen Medium das Ergebnis immer wieder ein schönes Ereignis, wenn der detailreiche Sound die Boxen bedient.  

Der Hauptfilm kann mit einem nicht untertitelten Audiokommentar von Regisseur Adrian Vitoria und den Darstellern Scot Williams und Kenny Doughty angesehen werden. Das Making Of (deutsche Untertitel) hat eine Laufzeit von rund einer halben Stunde und bietet einige Hintergrundinformationen zur Entstehung des Films. Danach folgen knapp 20 Minuten mit geschnittenen und erweiterten Szenen, die teilweise nicht uninteressant sind. Der Blick hinter die Kulissen fällt mit 6 Minuten eher knapp aus, doch dafür gibt es im Anschluss gleich zwei Musikvideos zum Abruf. Es folgen zwei Bildergalerien und zum guten Schluss bieten die Extras dann noch den deutschen und den Originaltrailer.

Fazit:
„The Crew“ ist ein britisches Gangsterfilm, den man sich ansehen kann, wenn man die jüngsten Klassiker dieses Genres zu oft gesehen hat. Einsteiger ins Genre können sich ebenfalls unterhalten, doch die ehernen Freunde der o.g. Filme werden den Film als Enttäuschung ansehen. Wenigstens mal ansehen kann man ihn aber. Die Umsetzung als Blu-ray-Disc ist sehens- und hörenswert.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
122:41 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Hinter den Kulissen
  • Geschnittene und erweiterte Szenen
  • 2 Musikvideos
  • Audiokommentar
  • Fotogalerien
The Crew - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Crew
The Crew

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Britische Crimetime mit Durchschnittsqualität


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
GB, 2008
Regie:
Adrian Vitoria
Drehbuch:
Ian Brady, Kevin Sampson
Darsteller:
Scot Williams, Kenny Doughty, Rory McCann, Stephen Graham, Neil Bell

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
21.01.2010