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Blu-ray-Besprechung - Forrest Gump
Story:
Forrest Gump (Michael Conner Humphreys) hat keine leichte Kindheit. Sein IQ liegt unter dem Durchschnitt und da er krumme Beine hat, muss er zu allem Übel auch noch eine Schiene tragen, um diese in die richtigen Form zu bringen. Doch nicht zuletzt Dank der Hartnäckigkeit seiner Mutter (Sally Field) bewahrt er sich seine Aufrichtigkeit und lässt sich seine positive Einstellung nicht nehmen. Eine Stärke, die den erwachsenen Forrest (Tom Hanks) zu außergewöhnlichen Taten befähigt.
Meinung zum Film:
„Forrest Gump“ war der große Gewinner bei der Oscar-Verleihung im Jahre 1995. Insgesamt 6 der begehrten Trophäen konnte er für sich gewinnen, unter anderem die für den besten Hauptdarsteller, die beste Regie und den besten Film. Bemerkenswert war sicherlich der Oscar für die besten Visualeffects, da er sich hier gegen die in erster Linie auf Effekte setzenden Werke „Die Maske“ und „True Lies“ durchsetzen konnte, während er selbst nur vereinzelt visuelle Effekte nutzte. Allerdings waren die entsprechenden Szenen der Zuckerguss für den Film. Durch das Reinkopieren von Schauspieler Tom Hanks („The Green Mile“) in historisches Bildmaterial bekamen die einzelnen Lebensstationen Forrest Gumps eine besondere Würze. So konnte er unter anderem US-Präsident John F. Kennedy bei einem Treffen im Weißen Haus gestehen, dass er dringend aufs Stille Örtchen muss und Präsident Lyndon B. Johnson zeigte er ungeniert den entblößten Hintern, als dieser ihn auf eine Schussverletzung aus dem Krieg anspricht. In der heutigen Zeit sind solche Effekte sicherlich nicht mehr als eine Spielerei. Zu den Zeiten, als „Forrest Gump“ entstand, war diese Technologie noch relativ unerforschtes Terrain.
Die Geschichte selbst gliedert sich im Grunde in zwei Teile. Zum einen wird der Weg des leicht zurück gebliebenen Jungen zum Multimillionär gezeigt, der bei zahlreichen historischen Momenten anwesend war. Zum anderen zeigt der Film, wie Forrest immer wieder versucht, die Liebe seiner besten und einzigen Freundin aus Kindheitstagen zu gewinnen, die sich auf Grund ihrer Kindheitserfahrungen aber lieber einem selbstzerstörerischen Lebenswandel hingibt und dabei immer wieder an die falschen Männer gerät. In einigen Momenten ziehen so bei der ansonsten meist heiteren Atmosphäre zwar dunkle Wolken auf, die sich dann aber meist recht schnell wieder auflösen. Denn spätestens, wenn Forrest die Welt aus seiner naiven Sichtweise betrachtet und mit seiner entwaffnenden, bodenständigen Ehrlichkeit über das Leben und die speziellen Momente sinniert, sind die dunklen Wolken schnell wieder verflogen.
Bei der Filmmusik musste sich der ebenfalls für den Oscar nominierte Komponist Alan Silvestri („Nachts im Museum“) dem Kollegen Hans Zimmer („Hannibal“) geschlagen geben, der mit seinen Klängen zu „Der König der Löwen“ die Auszeichnung bekam. Doch während vom „König der Löwen“ nur noch der ebenfalls als bester Filmsong ausgezeichnete Titelsong „Circle of Life“ bis heute die Runde macht, ist das Titelthema von Alan Silvestri zu „Forrest Gump“ schon längst zu den großen Klassikern in Sachen Soundtrack aufgestiegen. Die eingängigen, verträumten Klänge, auf denen in der Eingangssequenz eine Feder über die Straße bis vor die Füße von Forrest zu schweben scheint, ist in TV-Shows und Dokumentationen ein ständiger Gast. Immer dann, wenn es um das Aufzeigen eines Schicksals geht, greift man seitens der Macher immer wieder gerne auf die Titelmelodie aus diesem Film zurück. Nach der sehr starken Präsenz in der Eingangssequenz hält sich der Soundtrack dann aber die meiste Zeit über im Hintergrund und trägt mit seiner Leichtigkeit aus dem Verborgenen heraus die Handlung. Erst zum Abschluss, wenn die gleiche Feder wieder davon zu schweben beginnt, steigen auch die Klänge wieder weiter an und tragen die Feder wieder weg von Forrest und dabei auch das Publikum wieder raus aus dem Leben des etwas anderen Helden. Cinematographisch sind die Eingangs- und Endsequenz beispielhaft in Szene gesetzt und drücken ohne Worte eine ganze Menge aus. Mehr, als es manch weniger talentierte Filmemacher in einem gesamten Film auszudrücken vermag.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild versteht es vor allem bei Objekten und Personen, die im Vordergrund stehen zu punkten. Sehr detailfreudig und klar gezeichnet fallen die Darstellungen aus und zeigen, was HD bedeutet. Im Hintergrund und teils auch bei Aufnahmen mit Tiefe kann dieser Eindruck allerdings nicht immer ganz aufrecht erhalten werden. Umso weiter weg Objekte oder Personen in die Tiefe gleiten, umso weniger scharf erscheinen diese stellenweise. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut verständlich und nutzt die Surroundkanäle, wann immer es die Szene hergibt. Vor allem bei den Szenen in Vietnam wird für kraftvollen Surroundsound gesorgt. Insgesamt ist der Ton ein wenig leise auf der Disc vorhanden, weswegen der Verstärker ein wenig mehr als üblich aufgedreht werden muss.
Auf der Filmdisc befinden sich die zwei bereits auf DVD veröffentlichten Audiokommentare. Einer mit Regisseur Robert Zemeckis, Produzent Steve Starkey und Production Designer Rick Carter, ein anderer mit Produzentin Wendy Finerman. Zusätzlich gibt es hier noch einen knapp 4-minütigen Beitrag, der sich mit den zahlreichen Songs auseinandersetzt, die im Film genutzt wurden und wieso dies der Fall war. Anschließend gibt es dann über insgesamt 30 Minuten noch eine ausführliche Erklärung zu jedem im Film vorkommenden Song und welche Bedeutung dieser hat – leider ohne dass das entsprechende Lied angespielt wird. Die weiteren Extras sind auf einer separaten BD enthalten. Den Beginn hierbei macht das „Greenbow Tagebuch“, das wie ein virtuelles Tagebuch, das von einem virtuellen Bewohner, des virtuellen Ortes Greenbow aufgezeichnet wurde aufgebaut ist, das einzelne Drehtage zeigt und dabei einen Eindruck von der Stimmung am Set und dem Herangehen an die Adaption des Romans bietet. „Die Kunst des Schreibens eines Drehbuchs“ beschäftigt sich dann sehr ausführlich und auf sehr interessante Weise mit der Adaption des Romans in ein Script. Der für technikaffine Filmfans höchst interessante Beitrag „Wiedergeburt der Vergangenheit – Forrest Gump und die revolutionären, visuellen Effekte“ beschäftigt sich zum einen mit der Tricktechnik, die dazu genutzt wurde, um Tom Hanks in historische Aufnahmen zu bringen, kümmert sich aber auch sehr ausführlich mit der Geschichte von Tricktechnik im Allgemeinen und erklärt diese an Beispielen aus älteren Filmen. In „Der kleine Forrest“ erzählen die Profis am Set, wie ihre Erfahrungen mit Michael Conner Humphreys, dem Darsteller von Forrest Gump im Kindesalter waren. Mit „Ein Abend mit Forrest Gump“ bringt Robert Zemeckis einige Beteiligte des Films zu einer Veranstaltung an seiner alten Universität zusammen, wo dann eine Podiumsdiskussion vor einer Gruppe Studenten abgehalten wurde. Abschließend gibt es noch den Menüpunkt „Archivierte Spezialeffekte“, unter dem sich einige unterschiedliche Beiträge über Special Effects finden, die auch bei der „Special Collector’s Editon“-DVD schon zu finden waren. Mit den rund 2,5 Stunden neuen Extras in HD-Qualität und dem SD-Material der SCE DVD bleibt am Ende sicherlich kaum eine Frage mehr offen.
Fazit:
„Forrest Gump“ ist trotz seiner Laufzeit von knapp 2,5 Stunden in keinem Moment langweilig. Regisseur Robert Zemeckis nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch die jüngere amerikanische Geschichte und präsentiert diese aus der herrlich naiven Sichtweise seines Titelhelden. Diesen Film sollte jeder zumindest einmal gesehen haben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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142:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
Italienisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Robert Zemeckis, Produzent Steve Starkey und Production Designer Rick Carter
- Audiokommentar mit Produzentin Wendy Finerman
- Musikalische Wegweiser in die Geschichte
- Greenbow-Tagebuch
- Die Kunst des Schreibens eines Drehbuchs
- Wiedergeburt der Vergangenheit – Forrest Gump und die revolutionären, visuellen Effekte
- Der kleine Forrest
- Ein Abend mit Forrest Gump
- Archivierte Spezialeffekte
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Forrest Gump
Forrest Gump
Wo das Leben zu einer Schachtel Pralinen wurde
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1994 Regie: Robert Zemeckis Drehbuch: Eric Roth (basierend auf dem Roman von Winston Groom) Darsteller: Tom Hanks, Robin Wright Penn, Gary Sinise, Mykelti Williamson, Sally Field, Michael Conner Humphreys, Haley Joel Osment
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 12.11.2009
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