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DVD-Besprechung - Slumdog Millionaire
Story:
Jamal Malik (Dev Patel) ist ein Slumdog, aufgewachsen in den Slums von Mumbai und nun Teekocher bei einem Callcenter. Bei der indischen Version von „Wer wird Millionär?“ schafft er es sensationell bis zur letzten Frage, was ihm allerdings wegen des Verdachts auf Betrug eine Nacht in Polizeigewahrsam einbringt, wo er über das Erzählen seiner bewegenden Lebensgeschichte den Betrugsverdacht schnell entkräftigen kann.
Meinung zum Film:
„Slumdog Millionaire“ war der große Abräumer bei der Oscar-Verleihung 2009. Bei 10 Nominierungen schaffte es der Film ganze 8x, die Trophäe auch tatsächlich zu ergattern. Dazu gehören mit den Auszeichnungen für das beste Drehbuch nach einer Vorlage, der besten Regie und dem besten Film drei der wichtigsten Kategorien. Regisseur Danny Boyle („28 Days Later“) gelang mit seinem Überraschungserfolg der Spagat, Publikum und Kritiker gleichermaßen zufrieden stellen zu können. Erreicht hat er dies nicht zuletzt durch die raffinierte Art, in der er seine Geschichte erzählt. Denn als Jamal vor der letzten Millionen-Frage steht, wird die Show wegen dem Ende der Sendezeit unterbrochen. Doch anstatt ins Hotel führt sein Weg ihn auf die Wache der Polizei, wo man versucht, mittels Folter herauszufinden, wie er die ganzen Fragen richtig beantworten konnte. Denn eines steht für den Showmaster und die Behörden fest – ein Slumdog kann unmöglich über so ein umfassendes Wissen verfügen, um so weit in der Show zu kommen. Doch Jamal hat zu jeder Frage ein Erlebnis aus seinem Leben parat, um klar zu belegen, warum er die Antwort einfach wusste. Mit jeder Frage, die bei der Befragung gezeigt wird, erzählt er eine weitere Station aus seinem Leben. Dabei geht es Jamal bei der Teilnahme an der Show noch nicht einmal darum, zum Millionär aufzusteigen. Er ist auf der verzweifelten Suche nach Latika, seiner großen Liebe, die er aus seinen Kindheitstagen in den Slums kennt und mit der er so manches tragische Erlebnis teilt.
Regisseur Danny Boyle zeigt in seinem Film ein oberflächliches Bild vom Leben in Indien, beginnend im letzten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts, bis hin ins erste Jahrzehnt des neuen Millenniums. Die Liebe zwischen Jamal und Latika ist dabei der rote Faden, der immer wieder in den Vordergrund rückt. Boyle musste sich aber auch Kritik anhören, dass er alles ein wenig zu geschönt darstellt und die Trostlosigkeit der Menschen und vor allem der Kinder zu süß präsentiert. Die Kritik mag sicherlich angebracht sein, was nicht zuletzt auch Ereignisse rund um die kindlichen Darsteller des Films im Nachhinein bestätigen. Aber ohne den Hoffnungsschimmer, den „Slumdog Millionaire“ am Firmament aufzeigt, wäre der Film sicherlich in kleinen Programmkinos verschwunden und hätte kaum ein größeres Publikum gefunden. So aber schafft er es durch gezielt gesetzte, schockierende Momente immer wieder Schnipsel der Trostlosigkeit, einer breiten Masse zu präsentieren. In Form eines modernen Liebesmärchens versteht es Boyle in erster Linie zu verzaubern, dabei aber auch immer wieder ernste Töne einfließen zu lassen. Zum Ende hin wird zwar eine gehörige Portion Mainstream-Romantik-Kitsch verschüttet, was aber nur wenige stören dürfte. Die meisten Zuschauer dürften sich einig darüber sein, dass Jamal sich jeden nur erdenklich Kitsch redlich verdient hat.
Bei der Inszenierung wechselt der Film immer wieder zwischen verschiedenen Stimmungslagen. Wenn die Mutter von Jamal getötet wird und der kleine Junge sich zusammen mit seinem Bruder alleine durchschlagen muss, ist von der kurz zuvor noch gezeigten Heiterkeit wenig geblieben. Gerade der kindliche Jamal ist geprägt von einer unbekümmerten Lockerheit, die dem in der „Wer wird Millionär?“-Show auftretenden Jamal schon vollkommen abhanden gekommen zu sein scheint. Er ist zu einem sehr introvertierten, aufrechter und vorsichtigen Menschen geworden, der nur dafür zu Leben scheint, seine große Liebe zu finden und für immer mit ihr zusammenzuleben. Eingefangen wurde diese Liebes-Odyssee in beeindruckenden Bildern. Immer wieder zwischen den klaustrophobisch engen Gassen in den Slums und wundervollen Aufnahmen der Landschaften Indiens wechselnd, wird der Kontrast zwischen dem alles andere als angenehmen Leben in den Slums und der Schönheit des Landes aufgezeigt. Am Ende überwiegen dann die schönen Momente im Film und das wird es auch sein, was Regisseur Danny Boyle im Sinn hatte.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der zum Test vorliegenden Schweizer-DVD aus dem Hause Pathé liefert ordentliche Ergebnisse. Teilweise erscheint es zwar ein klein wenig unscharf, die meiste Zeit über werden aber gute Schärfeergebnisse erzielt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut verständlich, spielt sich aber die meiste Zeit in der Front ab. Lediglich der Soundtrack sorgt vereinzelt immer wieder für wuchtige Surroundeffekte, die dann wunderbar den Raum füllen.
Bei den Extras besteht noch Platz nach oben. Hier finden sich ein Audiokommentar mit Regisseur Danny Boyle und Hauptdarsteller Dev Patel, ein knapp 6-minütiges Feature über die "Toilettenszene" und ein Interview mit Dev Patel und Freida Pinot, sowie eines mit Regisseur Danny Boyle.
Fazit:
„Slumdog Millionaire“ ist ein modernes Märchen über den Leidenswegs eines Slumdogs, der bei der immer wieder durch Rückschläge unterbrochenen Suche nach der großen Kindheitsliebe die Herzen des Publikums gewinnt. Rund 2 Stunden entführt Regisseur Danny Boyle in eine Welt, die voller Tragödien und herzerwärmender Momente steckt, dabei aber stets einen Funken Hoffnung bereit hält.
Technische Daten (Schweizer Version):
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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114:51 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Danny Boyle und Hauptdarsteller Dev Patel
- The toilet scene
- Interview mit Dev Patel und Freida Pinot
- Interview mit Danny Boyle
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Slumdog Millionär
Slumdog Millionaire
Ein modernes Märchen über die Kraft der Liebe
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2008 Regie: Danny Boyle Drehbuch: Simon Beaufoy (basierend auf dem Roman von Vikas Swarup) Darsteller: Dev Patel, Freida Pinto, Madhur Mittal, Ayush Mahesh Khedekar, Azharuddin Mohammed Ismail, Rubina Ali, Tanay Chheda, Ashutosh Lobo Gajiwala, Tanvi Ganesh Lonkar, Saurabh Shukla, Anil Kapoor, Irrfan Khan, Sharib Hashmi
Label :
Prokino
Verkaufsstart : 26.10.2009
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