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DVD-Besprechung - Delictum - Im Namen des Herrn

Story:
Das Ehepaar Francesca (Anna Torrent) und Pedro (Francisco Boira) benötigt nach einem schweren Schicksalsschlag einen Tapetenwechsel und mietet sich in ein altes spanisches Anwesen ein, welches zuletzt von einem Bischof bewohnt wurde. Zusammen mit ihrem Baby wollen sich die beiden und insbesondere Francesca wieder erholen, doch das ist in dem Haus nicht möglich. Es gibt unerklärliche Geräusche und vom Dachboden gelangen Trittgeräusche nach unten, obwohl dort niemand zu sein scheint. Nach und nach enthüllt sich ein schier unglaubliches Geheimnis.

Meinung zum Film:
„Delictum – Im Namen des Herren“ ist eine spanische Produktion, die versucht, an die guten fantastischen Filme der vergangenen Jahre anzuschließen. Dies gelingt nicht ganz, denn die Mischung aus Mysterie und Haunted House ist eine Spur zu verwickelt konstruiert und sorgt so beim Zuschauer für heillose Verwirrung. Irgendwie haben die Filmschaffenden versucht, so viele gute Filmideen aus den vorgenannten Genres zu vereinen, ja selbst Elemente vom guten alten „Poltergeist“ wurden in das Werk übertragen. Diese Menge an Elementen geht nicht gut und am Ende erfolgt eine Aufklärung, die zwar überraschend ist, aber zu gekünstelt wirkt. Der eigentliche Clou bei den Charakteren leidet hierunter deutlich, denn viele Fragen über eine bestimmte Person kommen von Beginn an auf. Näheres wird an dieser Stelle nicht verraten, vielleicht wird tatsächlich jemand von dem Turn überrascht.  

Nimmt man hingegen den Kern der Geschichte mal auf, dann bleibt eine gehörige Kritik an der katholischen Kirche übrig, die sogar in schier ungeheuerliche Vorwürfe mündet. Es beginnt bei dem Vorwurf, dass die katholische Kirche unbequeme Wahrheiten verschweigt, wobei es dabei wohl eher um eine gewisse Symbolik des Verschweigens geht. Weiter geht es damit, dass einzelne Geistliche zwar die Liebe zum Mitmenschen predigen, aber letztlich selbst moralische Urteile über Menschen fällen und über ein Schubladendenken nicht hinaus kommen. Der schwerste Vorwurf aber ist der, dass der Vatikan Morde von Priestern im Namen des Herren toleriert. Demnach werden die Gebote Gottes dann mal sehr frei ausgelegt. Die ehemalige römische Inquisition die heute auf den klangvollen Namen „Kongregation für die Glaubenslehre“ hört, steht hier mit ihren Methoden und Glaubensauslegungen im Mittelpunkt der Kritik.

Der Film beginnt mit einer spanischen Kinonachrichtensendung aus der Zeit, als der spanische Diktator Francisco Franco an der Macht war. Jaja, damals gingen die Menschen ins Kino, um Nachrichten zu sehen. Optisch wird dies mit einem künstlich gealterten Bildes gezeigt, damit der Zuschauer versteht, dass es Ereignisse von vor über 50 Jahren waren die sich bis zum heutigen Tage auswirken. Während des Films wird immer wieder altes Filmmaterial gezeigt, was zum einen dem Zuschauer Aufschluss bringen soll und zum anderen auch als Schlüssel für die Protagonisten funktioniert. Die CGI-Effekte sind in Ordnung. Leider machen sie die Szenen in denen im scheinbar verwunschenen Haus richtig Spannung erzeugt werden soll, auch nicht wirklich spannender. Dafür sind die gewählten Spannungselemente schon zu oft verwertet worden.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist gut. Die Farben sind kräftig, aber nicht überfrachtet und der Kontrast macht den guten optischen Eindruck komplett. Die Dialoge sind gut verständlich und die einsetzenden Nebengeräusche sind passabel. Vor allem bei Spannungsszenen gibt es verstärkt etwas zu hören.  

Extras sind nicht vorhanden.

Fazit:
„Delictum – Im Namen des Herren“ ist ein Grusler, der sicherlich den einen oder anderen Zuschauer finden wird. Insgesamt läuft die Handlung aufgrund von zu viel Anspruch auf Komplexität unrund. Die technische Seite ist gut.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
94:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • -
Delictum - Im Namen des Herrn - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Delictum - Im Namen des Herrn
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Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Iberischer Gruselmix mit Mittelmaß


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2009
Regie:
Elio Quiroga
Drehbuch:
Elio Quiroga
Darsteller:
Anna Torrent, Francisco Boira, Hector Colome, Rozio Munoz, Maria Aguila

Label Deutschland :
EuroVideo
Verkaufsstart Deutschland :
03.12.2009