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Blu-ray-Besprechung - This is Spinal Tap

Story:
Dokumentarfilmer Marty DiBergi (Rob Reiner) begleitet die britische Rockband „Spinal Tap“ auf ihrer Promotions-Tour durch Nordamerika. Leadsänger David St. Hubbins (Michael McKean), Gitarrist Nigel Tufnel (Christopher Guest) und Bassist Derek Smalls (Harry Shearer) bekommen schon zu Beginn ihrer Tour ernsthafte Probleme, weil ihr Musikverlag darüber nachdenkt, das kurz vor der Veröffentlichung stehende, neue Album nicht herauszubringen.

Meinung zum Film:
Kennen Sie „The Spinal Tap“, eine der erfolgreichsten britischen Rockbands? Gehören Sie zu den Glücklichen, die David St. Hubbins, Nigel Tufnel und Derek Smalls zu den größten Rockmusikern aller Zeiten zählen? Hätten Sie gewusst, dass einige ehemaligen Bandmitglieder auf tragische Weise ums Leben kamen? Einer bei einem bizarren Gartenunfall starb, einer an Erbrochenem erstickte – allerdings ausdrücklich nicht an seinem eigenen - und einer schlichtweg auf der Bühne explodierte? Wenn nicht, folgen Sie dem Dokumentarfilmer Marty DiBergi auf seiner Reise, bei der er der Band auf ihrer Promotion-Tour quer durch Nordamerika folgt. Was sie aber nicht machen sollten, ist auf die nächste Tour der Band zu warten oder sich eines der vielen Alben im Musikshop ihrer Wahl zu besorgen. Denn „Spinal Tap“ ist nur eine Erfindung von Regisseur Rob Reiner („Harry & Sally“), der in mit diesem Mockumentary das Rockgeschäft kräftig auf die Hörner nimmt.  

Den meisten Spaß hat man sicherlich mit Gitarrist Nigel Tufnel. Zum Beispiel als er versucht zu erklären, dass das in Neongrün auf seinem T-Shirt gezeichnete Skelett genau dem entspricht, das unter seiner Haut ist. Inklusive der Farbe. Auf die Frage, ob er sich da sicher sei antwortet er sofort mit „Natürlich. Sieh dir doch das Blut an, das sieht Lila unter der Haut aus“. Fasziniert ist er auch über den einzigartigen Verstärker, bei dem die Regler bis 11 hoch gedreht werden können. Denn das sei immerhin 1 Punkt mehr als bei den meisten anderen, die ja nur bis 10 gehen. Probleme hat Nigel auch mit kleineren Brotscheiben, weil er den Aufschnitt nur gefaltet darauf legen kann, was aber nun wirklich keine Lösung ist. Immerhin ist es eindeutig, dass das Brot für die Wurst zu klein ist. Bei all dem Spaß, den man als Zuschauer mit den einzelnen Charakteren hat, sollte aber nicht vergessen werden, dass die Schauspieler sich alles andere als eine Blöße gaben, wenn es um das Spielen ihrer Instrumente ging. Denn die Bearbeitung der Gitarren und Bässe, und auch die Gesangseinlagen wurden ohne Stuntmen durchgeführt.  

In „Spinal Tap“ gibt es ganz sicher einiges über das Show-Business zu erleben. Etwa wenn ein viel zu klein geratener Stonehenge-Aufbau fast von den Kobolden zertrampelt wird. Zu dem Problem konnte erst kommen, da die Taps die falschen, viel zu kleinen Maße auf eine Serviette schmierten, als sie den Aufbau beauftragten. Und da ihr Manager eine gute und treue Seele ist, gab er den Auftrag gemäß dieser Angaben weiter. Diese Szene steht stellvertretend für all die anderen Momente, in den das Rockbusiness kräftig durch den Kakao gezogen wird. Musiker werden als Kinder im Männerkörper entlarvt, bei denen ein hilflos überforderter Manager die Position der treu sorgenden Mutter übernimmt. In der Öffentlichkeit bewegen sich die Musiker stets wie kleine Prinzen, glänzen dann in Gesprächen aber in erster Linie durch heiße Luft. Jeder Versuch eine Aussage mit tieferem Sinn zu treffen, endet in der Regel in einer Sackgasse. Als der Manager der Spinal Taps verzweifelt aufgibt und Davids dumpfe Freundin dessen Posten übernimmt, ist endgültig vorbei mit lustig und anstelle von Konzerten in Hallen, stehen Gigs auf Volksfesten und bei Tanzabenden auf dem Militärstützpunkt auf dem Programm. „Spinal Tap“ sollte man auf jeden Fall einmal angesehen haben, den selten zuvor wurde so ein wunderbar verrückter, unterhaltsamer Blick auf das Rockbusiness geworfen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Nüchtern betrachtet ist es wegen Unschärfen, Grobkörnigkeit und Defekten alles andere als auf einem annehmbaren Blu-Ray-Level. Allerdings ist die Bildqualität ein gewollt in dieser Form eingesetztes Stilmittel, weswegen eine digitale Aufbereitung einem Sakrileg gleichkommen würde. Der Ton liegt in englischer Sprache im Format DTS-HD Master Audio 5.1 vor, ist gemäß dem gewollten Doku-Charakter aber nicht immer glasklar und liefert auch im hinteren Bereich kaum Futter. Bei den Auftritten der Band ändert sich dies aber schlagartig, dann tönt glasklar und raumfüllend die Musik aus den Speakern. Bild und Ton sind sicherlich nicht auf einem gewohnten Blu-ray-Niveau, sind aber soweit aufgearbeitet, wie es der Film erlaubt.

Der Spaß bei den Extras geht schon gleich mit dem Menü los, das von St. Hubbins, Tufnel und Smalls in blendender Weise erklärt wird. Die beiden Herzstücke bei den Extras sind die rund 45-minütige Dokumentation „25 years of of Spinal Tap: Turn it up to 11“, in dem Rockbands und Komiker ihre Erinnerungen an „Spinal Tap“ zum Besten geben, sowie das komplette, rund 1-stündige „The Return of Spinal Tap“-Konzert, bei dem die Lieder aus dem Film von den Spinal Taps live gespielt werden. Danach folgen satte 75 Minuten nicht verwendeter Szenen, die eine wunderbare Ergänzung zum Hauptfilm sind und unbedingt angeschaut werden sollten. In weiteren Beiträgen gibt es unter anderem noch einen Musikclip zu sehen, Promotionclips, Tap-Interviews mit den üblichen dumpfbackigen Aussagen und einige Worte von Rockmusikern über den „Einfluss“, den Spinal Tap auf sie hatte. Natürlich in ähnlich ernster Weise, wie man es auch aus den Spinal-Tap-Interviews gewohnt ist. Ein Erlebnis ist ganz sicher auch der Audiokommentar mit Spinal Tap, zu dem es erfreulicherweise deutsche und englische Untertitel gibt. Zweimal ansehen des Filmes ist somit auf jeden Fall Pflicht!

Fazit:
„This is Spinal Tap“ hat bei Rockmusikern und Komikern schon seit langem Kultstatus erlangt. Von Comedy- und Rockfans ganz zu schweigen. Die Blu-ray-Disc bietet neben dem eigentlichen Film zusätzlich auch noch die beiden großen Zusatzbeiträge „25 years of Spinal Tap“ und „The Return of Spinal Tap“. Wer den Film mag, kommt an der Blu-ray von daher eindeutig nicht vorbei.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
83:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
Linear PCM 2.0
Linear PCM 2.0
Französisch
Linear PCM 2.0
Linear PCM 2.0
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Finnisch, Französisch, Norwegisch, Schwedisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Spinal Tap
  • 25 years of of Spinal Tap: Turn it up to 11
  • Sprinkle some ****in' fairy dust on it
  • 2009 Live Earth - Short Film incl. Performance
  • The Return of Spinal Tap
  • Stonehenge interviews with Nigel
  • Outtakes
  • Trailer
  • Musikvideos
  • Creative Meeting and Bitch School Video
  • TV Spots
  • Heavy Metal Memories
  • Cheese Roll Trailer
  • Flower People Press Conference
  • Featurettes
This is Spinal Tap - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
This is Spinal Tap
This is Spinal Tap

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Das Kult-Mockumentary von Rob Reiner mit zahlreichen Extras


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1984
Regie:
Rob Reiner
Drehbuch:
Christopher Guest, Michael McKean, Harry Shearer, Rob Reiner
Darsteller:
Christopher Guest, Michael McKean, Harry Shearer, Rob Reiner, Tony Hendra, Fran Drescher, Patrick Macnee, Bruno Kirby,

Label Deutschland :
Arthaus
Verkaufsstart Deutschland :
04.12.2009