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Blu-ray-Besprechung - K-20 - Die Legende der schwarzen Maske

Story:
Als sich der Zirkusartist Heikichi Endo (Takeshi Kaneshiro) dazu anheuern lässt, Fotos von einer Hochzeit zu machen, ahnt er nicht einmal in seinen kühnsten Träumen, in welches Schlamassel ihn das bringen würde. Denn der Auftrag war nur eine Falle, um ihn den Behörden auszuliefern, von denen er dann auch als Meisterschurke K-20 verhaftet wird. Heikichi gelingt die Flucht aus dem Gefängnis und er versucht anschließend seine Unschuld zu beweisen, indem er zusammen mit den Behörden arbeitet um eine vom richtigen K-20 gestohlene Apparatur wiederzubeschaffen.

Meinung zum Film:
„K-20 – Die Legende der schwarzen Maske“ ist die Verfilmung eines Romans von So Kitamura, der von Regisseurin Shimako Sato („Eko Eko Azarak: Wizard of Darkness“) ins Drehbuchformat adaptiert wurde. Angesiedelt ist die Geschichte in einem Japan im Jahre 1949, in einer Parallelwelt, in welcher der zweite Weltkrieg niemals stattgefunden hat. Die letztere Tatsache spielt aber kaum eine Rolle, das Geschehen könnte auch zu „einer anderen, beliebigen Zeit im frühen 20. Jahrhundert“ spielen. Die Geschichte um Heikichi (Takeshi Kaneshiro, "Red Cliff"), der durch eine Falle zum Helden Widerwillen wird legt gleich zu Beginn gut los. Der Superbösewicht K-20, der auch als Mann mit den 20 Gesichtern bekannt ist, stiehlt vor versammelter Mannschaft eine bahnbrechende Erfindung, die Energie zu einem beliebigen Punkt transportieren kann. Dies ist natürlich in vielerlei Hinsicht ein reizvoller Aspekt für verschiedene Interessensgruppen. Um sich selbst anschließend etwas Luft vor den Ermittlern zu verschaffen, liefert er den ehrbaren Artisten Heikichi Endo durch einen Trick an sie aus. Doch Endo schafft es nach seiner Flucht den ermittelnden Kommissar Akechi (Tôru Nakamura, "2009: Lost Memories") von seiner Unschuld zu beweisen und zusammen mit dessen Verlobten Yoko (Takako Matsu, "The Hidden Blade") machen die drei anschließend Jagd auf den echten K-20.  

In Japan war „K-20“ ein großer Kinoerfolg, der wochenlang in der Top 10 der Kinocharts rangierte. Die Japaner schienen begeistert zu sein von der Mischung, die Regisseurin Sato ihrem dankbaren Publikum lieferte. Die Figur des K-20 erinnert nicht nur wenig an Fantomas, den einst Louis de Funès durch Frankreich jagte. Mit einem großen Hauch Comicunterhaltung reißt der Superganove sich immer wieder seine Maskerade inkl. Kleidung runter, um den gerade frisch Beraubten sein bekanntes Outfit zu präsentieren. Doch in den Momenten wo K-20 nicht zu sehen ist, geht es durchaus weniger fantastisch zur Sache. So wird Endo langsam zum Helden Widerwillen aufgebaut, der in erster Linie durch seine artistischen Fähigkeiten und sein Geschick Kampf im den Film zu Tragen versteht. Hinzu kommen eine Prise Romantik und ein paar High-Tech-Gimmicks im Stile der Bond-Filme - fertig ist die asiatischen Abenteuerkost.  

Das Ambiente des Films erinnert streckenweise ein wenig an „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“, in dem die Welt ebenfalls historischen Ursprungs zu sein schien, mit einem düster-futuristischen Anstrich aus Stahl. Die Mischung verschiedener Genres, beginnend bei Agentenfilmen, über Anleihen beim klassischen Superhelden-Film bis hin zum asiatischen Abenteurerkino mit Handkantenaction ist gut gelungen. Es wird zwar sicherlich manch einen geben, dem diese Mischung ein wenig zu bunt und fad erscheint, doch mit laufender Spieldauer versteht es „K-20“ immer mehr zu überzeugen. Zu Beginn schleppt sich die Einleitung der einzelnen Protagonisten zwar ein wenig gemächlich hin, doch spätestens mit dem Ausbruch von Endo aus dem Gefängnis nimmt der Film an Fahrt auf. Die Frage, wer tatsächlich hinter der K-20-Maske steckt, ist natürlich ein zentraler Punkt des Films, die dann am Ende auch beantwortet wird. An diesem Punkt ist man dann wieder beim klassischen Superheldenfilm angelangt, wo meist die spektakulärsten Auflösungen präsentiert wurden. So richtig ernst nehmen kann man diese auch hier sicherlich nicht, aber dies trifft auf so manch anderes im Film ebenfalls zu. Dies ist aber nicht weiter schlimm, da „K-20 – Die Legende der schwarzen Maske“ XXL-Abenteuer-Kino aus asiatischen Lande ist, das sicherlich auch hier sein Publikum finden wird.

Digitale Aufarbeitung:
Optisch macht das Bild der Blu-ray einen guten Eindruck, wobei jedoch die Tiefenschärfe eindeutig besser hätte ausfallen können. Doch die kräftigen Farben, der gut abgestimmte Kontrast und die Schärfe bei Objekten im Vordergrund sorgen für ein durchschnittlich gutes Seherlebnis. Der deutsche Ton in Dolby Digital 7.1 Master ist ebenfalls ordentlich verarbeitet und teilt sich gut auf die einzelnen Lautsprecher auf. Für Referenzsound reicht es zwar auch hier nicht, aber für gelungene BD-Hausmannskost ist allemal genug aus den Lautsprechern zu hören.

Bei den Extras findet sich zunächst ein rund 25-minütiges Making Of, das mit einer Mischung aus Statements der Künstler und Bildern vom Dreh einen runden Einblick in die Entstehung des Films gibt. Abgerundet werden diese Eindrücke durch eine rund 12-minütiges Interview mit Regisseurin Shimako Sato. Zur Abrundung der knappen Extras sorgt der Trailer in deutscher und japanischer Sprache.

Fazit:
„K-20 – Die Legende der schwarzen Maske“ ist ein unterhaltsamer XXL-Abenteuerfilm aus Asien, der inhaltlich verschiedene Genres anreißt und dadurch eine recht bunte Mischung entstehen lässt. Es dauert zwar ein wenig bis der Film richtig in Fahrt kommt, aber wenn er erst mal in Fahrt gekommen ist, dürften die anfänglichen Längen vergessen sein. Freunde von phantastischen Abenteuerfilmen dürften hier auf ihre Kosten kommen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
137:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD Master Audio 7.1
DTS-HD Master Audio 7.1
Japanisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Interview mit Regisseurin Shimako Sato
  • Trailer
K-20 - Die Legende der schwarzen Maske - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
K-20 - Die Legende der schwarzen Maske
K-20: Kaijin niju menso den

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Fantastisches Abenteuerkino aus Japan im XXL-Format


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2008
Regie:
Shimako Sato
Drehbuch:
Shimako Sato (basierend auf einem Roman von So Kitamura)
Darsteller:
Takeshi Kaneshiro, Tôru Nakamura, Takako Matsu, Kanata Hongô, Yuki Imai

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
04.12.2009