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Kino-Besprechung - Das Geheimnis der Flamingos

Story:
Im Norden Tansanias liegt der Natronsee, dessen Wasser aufgrund seines hohen Salzgehalts extrem lebensfeindlich ist. Dennoch kommen jedes Jahr über eine Million Flamingos hierher, um zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Der Film folgt einem Jahreslauf, zeigt die Ankunft der Flamingos, den Nestbau und die Aufzucht der Küken.

Meinung zum Film:
„Das Geheimnis der Flamingos“ bietet faszinierende Aufnahmen einer Landschaft, die bisher kaum ein Mensch gesehen hat. Somit kann er bisher unbekannte Bilder aus dem Leben der Zwergflamingos zeigen, von denen jedes Jahr über eine Million hier brüten. Das Gebiet um den extrem salzhaltigen Natronsee am Fuße eines Vulkans gehört zu den lebensfeindlichsten Gebieten auf der Erde. Aber genau das ist wohl der Grund, warum die Flamingos gerade hier ihre Nester bauen, denn sie sind relativ sicher vor natürlichen Feinden. Diese Nester bestehen aus Salz und werden direkt auf den auf dem See treibenden Salzschollen errichtet.

Die Lebensfeindlichkeit dieser Umgebung stellte auch die Filmemacher Matthew Aeberhard („Serengeti Symphony“) und Leander Ward, die gemeinsam für Kamera und Regie zuständig waren, vor eine harte Herausforderung. Auf den Salzinseln kann die Temperatur auf über 60° Celsius steigen und der Salzgehalt des Sees, dessen pH-Wert fast dem von Ammoniak entspricht, greift schon in kurzer Zeit Stiefel und Kleidung an. Unter diesen Bedingungen musste das Team oft stunden- oder sogar tagelang warten, bis sie brauchbare Szenen filmen konnten. Dann gelangen ihnen aber so faszinierende Aufnahmen wie der Angriff der Marabus, die Dutzende Jungvögel verschlangen, oder das unglückliche Küken, an dessen Bein sich Salzablagerungen gebildet hatten und das deshalb den anderen nicht mehr folgen konnte.

Matthew Aeberhard, der sein Handwerk an der Seite des Naturforschers und Filmers Hugo van Lawick („Serengeti Symphony“) erlernt hat, gelangen viele grandiose Bilder. Untermalt werden diese Aufnahmen kunstvoll durch die Musik von Jason Swinscoe und seinem „Cinematic Orchestra“. Nicht ganz so gelungen ist leider teilweise der Kommentar, der manchmal etwas pathetisch rüberkommt. Auch ist er stellenweise etwas seicht und so vorsichtig formuliert, dass sich auch Kreationisten damit zufrieden geben könnten. Eine wissenschaftliche Dokumentation ist dieser Film nicht, will es aber auch nicht sein. Immerhin wird am Ende darauf verwiesen, wie bedroht die Natur hier ist. Denn der Ort dieses einmaligen Naturschauspiels befindet sich nicht einmal in einem Naturpark.

Fazit:
„Das Geheimnis der Flamingos“ zeigt mit eindrucksvollen Bildern den Jahreslauf der Flamingos am Natronsee. Majestätische Landschaftsaufnahmen wechseln sich mit rührenden Bildern der Jungvögel ab. Dabei sind viele Passagen wunderbar mit Musik unterlegt. Nur die stellenweise seichten, dann wieder pathetischen Kommentare sind etwas störend und hätten ruhig noch mehr zurückgenommen werden können.

Das Geheimnis der Flamingos - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Geheimnis der Flamingos
The Crimson Wing

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Ein Naturfilm mit beeindruckenden Bildern vom Leben der Flamingos


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Matthew Aeberhard, Leander Ward
Drehbuch:
Melanie Finn
Darsteller:
-

Verleiher:
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
Kinostart Deutschland :
03.12.2009