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DVD-Besprechung - Ob ihr wollt oder nicht!
Story:
Als Laura (Katharina M. Schubert) die Krebstherapie abbricht und in ihr Elternhaus zurückkehrt, drängen sie ihre Eltern und die drei Schwestern die Behandlung wieder aufzunehmen. Doch Laura lehnt entschieden ab und will die in alle Himmelsrichtungen verstreuten Familienmitglieder wieder zusammenbringen. Nach einigen Streitereien raufen sich alle zusammen und verbringen viel Zeit zusammen und begleiten so Laura durch die Zeit ihrer schweren Erkrankung.
Meinung zum Film:
Mit dem Drama "Ob ihr wollt oder nicht!" werden einige schwierige und nicht zuletzt gesellschaftlich scharf diskutierte Themen angesprochen: Die Auseinandersetzung mit Krebs und Tod, dem Umgang mit einer derart zerstörerischen Krankheit seitens des Betroffenen aber auch die Fragestellung, wie Angehörige mit einer derartigen Situation umgehen und wie sie helfen können. Über allem schwebt auch die Entscheidung Lauras (Katharina M. Schubert, "Buddenbrooks"), die Therapie eigenmächtig abzubrechen und die ihr verbleibende Zeit nach den eigenen Wünschen zu verbringen. Definitiv handelt es sich hier nicht um einen Gute-Laune-Samstag-Abend-Film, jedoch wirkt diese Tragikomödie nicht gänzlich deprimierend oder depressiv. Die Geschichte lässt den Zuschauer mitfühlen und mitleiden, aber dennoch vermag sie es auch, das Publikum schmunzeln und lächeln zu lassen - und ebenso Denkanstöße zu liefern.
Regisseur Ben Verbong ("Es ist ein Elch entsprungen") nähert sich jederzeit äußerst sensibel den heiklen Themen seines Spielfilms. In "Ob ihr wollt oder nicht!" geht es um Laura , die ihre aussichtslose Chemotherapie abbricht und in das Elternhaus zurückkehrt. Dieser Besuch ist Auslöser einer wahren Kettenreaktion von Ereignissen. Die Mutter (Senta Berger, "Bin ich schön?") trommelt Lauras Schwestern Coco (Anna Böger, "Salami Aleikum"), Susa (Christiane Paul, "Die Welle") und Toni (Julia-Maria Köhler, "Low Lights") zusammen, um Laura gemeinsam zur Wiederaufnahme der Therapie zu bewegen. Doch alle derartigen Bemühungen prallen an der Auslöserin der unfreiwilligen Familienzusammenkunft ab. Laura will vielmehr die zerrütteten Familienverhältnisse kitten und hat deswegen alle Familienmitglieder am heimischen Tisch versammelt. Auf diese Weise entsteht so manche Reiberei zwischen den jungen Frauen, die für viele heitere Situationen - trotz der eigentlichen bedrückenden Voraussetzungen - sorgt, welche den Film auflockern und eine andere Perspektive auf den Sachverhalt ermöglichen. Gerade die heiteren Elemente machen diesen Film so untypisch und sind dessen Stärke.
Das Thema Krebstod wird nie vereinfacht dargestellt oder dessen Dramatik abgeschwächt. Vielmehr zeigt der Film Wege auf, mit diesem schweren Schicksal umzugehen - und das nicht auf die Hauptfigur reduziert sondern gleichermaßen für alle Familienmitglieder und Freunde zutreffend. Die Leistungen der Darstellerinnen und Darsteller sind durchweg hervorragend und verleihen den Figuren die nötige Tiefe, um das Mitgefühl des Zuschauers zu verdienen. Jan Decleir ("Till Eulenspiegel") als Vater Hennig hat alle Hände voll zu tun, das "Chaos" zu ebnen, welches vom Zusammentreffen der weiblichen Familienmitglieder entfacht wird. Letztendlich trägt sogar der Familienhund seinen Anteil zum gelungenen Film bei. "Ob ihr wollt oder nicht!" ist gerade wegen seiner intensiven Wärme sehenswert und zeigt den Wert der Familie. Oftmals komisch, ist der Film dennoch schmerzhaft und verletzend. Die besondere Stärke ist die Kombination eben dieser eigentlich sehr verschiedenen Elemente, welche Regisseur Ben Verbong bestens gelingt.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität des Films ist im guten Mittelfeld einzuordnen. Der stimmige Kontrast und die passende Farbtemperatur bringen häufig ansehnliche Bilder auf den Schirm. Dieser ordentliche Eindruck wird nur von der weniger guten Bildschärfe getrübt, da stellenweise die "Klötzchenbildung" nicht zu übersehen ist. Der deutsche Ton im Dolby Digital 5.1-Format ist gut abgemischt, die Dialoge sind jederzeit verständlich. Zudem gibt es eine englische Untertitelspur.
Die Bewertung der Extras fällt durchschnittlich aus. Das Making of ist mit einer Laufzeit von knappen sieben Minuten etwas kurz geraten und die Bildgalerien sind nicht wirklich aussagekräftig. Die acht nicht verwendeten Szenen und vier kurze Videos von den Dreharbeiten eröffnen dem Zuschauer die Hintergründe dieser Produktion. Der Kinotrailer rundet die Ausstattung schließlich ab.
Fazit:
"Ob ihr wollt oder nicht!" behandelt ein schweres Thema mit einer gewissen Prise Humor und gibt ein ums andere Mal wichtige Denkanstöße. Zudem zeigt das Werk die Sicht der Betroffenen, aber auch die der Personen um Laura herum. Gute Darstellerleistungen und eine sensible Regie sichern dem Film die nötige Authentizität.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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105:24 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Making of
- Acht nicht verwendete Szenen
- Featurette "Bei den Dreharbeiten"
- Original Kinotrailer
- Vier Bildergalierien
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Ob ihr wollt oder nicht!
Ob ihr wollt oder nicht!
Gefühlvolles und sensibles Drama, welches den Wert der Familie zeigt
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland , 2009 Regie: Ben Verbong Drehbuch: Karin Howard, Katja Kittendorf Darsteller: Katharina M. Schubert, Julia-Maria Köhler, Senta Berger, Jan Decleir, Anna Böger
Label :
3L
Verkaufsstart : 10.12.2009
Vertrieb :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart : 10.12.2009
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