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DVD-Besprechung - Legion der Vampire

Story:
Aufgrund einer Autopanne stranden Bone (Deva George), Sam (Nate Rubin) und Carrie (Robin Gierhart) in dem kleinen texanischen Kaff Fate. Dummerweise hat die Supermarktkette Consumart alle hiesigen Einwohner in Vampire verwandelt, die jetzt den ungeliebten Gästen nach dem Leben trachten. Sam wird bereits nach kurzer Zeit gebissen und beginnt sich langsam in einen Vampir zu verwandeln. Nur gut, dass man zumindest vorläufig bei dem selbsternannten Vampirkiller Byron (Tony Medlin), seiner nymphomanisch veranlagten Frau Linette (Laura Stone) und dem Ekelpaket Roy (Chris Gardner) Unterschlupf findet. Aber die Vampire lassen nicht locker und wappnen sich zum finalen Angriff...

Meinung zum Film:
"Legion der Vampire", im Original deutlich passender "Blood on the Highway", aus dem Jahr 2008, ist ein respektloser Low-Budget-Trashfilm in Reinkultur und macht daraus auch keinen Hehl. Regisseur Barak Epstein hatte zuletzt vor fünf Jahren mit "Prison-A-Go-Go!" eine misslungene Parodie auf "Women in Prison"-Filme hingelegt, die selbst so manchen Tromafilm wie ein höherwertiges Kulturgut aussehen ließ. Für seinen Partner Blair Rowan, der auch gemeinsam mit Chris Gardner das Drehbuch schrieb, war es die erste Arbeit als Regisseur. Chris Gardner wiederum debütierte als Drehbuchautor und übernahm zusätzlich die wenig sympathieversprechende Rolle des Möchtegern-Frauenhelden Roy. Die Hauptrollen des Films wurden mit weitgehend unbekannten Gesichtern besetzt. Der Film konnte im Jahr 2008 einige Auszeichnungen auf kleineren Festivals, wie dem Kimera Film Festival, dem Atlanta Underground Festival oder dem Madison Horror Festival erringen.  

"Legion der Vampire" stellt eine trashige Parodie auf das Horrorgenre dar, bei der es ziemlich blutig zur Sache geht, was auch die hohe Altersfreigabe begründet. Im Film wimmelt es nur so vor genreüblichen Stereotypen, die fortwährend auf die Schippe genommen werden. Kaum haben sich die Helden verirrt, stoßen sie beispielsweise bereits auf den unvermeidlichen, undurchsichtigen Hinterwäldler, der sie warnt, bloß nicht nach Fate zu fahren. Auch die Heldenkonstellation spiegelt bekannte Gesetzmäßigkeiten des Horrorfilms wider. Der muskelbepackte, vermeintlich tumbe Held, stellt sich jedoch schon bald als der Intelligenteste der Truppe heraus, Eye-Candy Carrie sieht zwar süß aus, zickt aber ständig herum und nimmt es mit der Treue zu ihrem Freund Sam, einem unterbelichteten Weichei, dem quasi von Beginn an der riesige Schriftzug "Opfer" von der Stirn prangt, nicht so genau. Der Film ist allerdings keine dieser grenzdebilen Trashgranaten, die nur unter dem Einfluss eines verstärkten Alkoholkonsums so richtig amüsant werden, sondern wirkt vielmehr wie eine frühe Fingerübung von David und Jerry Zucker ("Top Secret!") im Horrorgenre. So bietet der Film einige gelungene, parodistische Ansätze, beispielsweise kommentieren die Akteure das Geschehen ironisch, lässt diverse dumme Sprüche vom Stapel ("Wir sind hilflos wie ein 8-Jähriger auf einem Päderastentreffen"), bedient sich aber auch zahlreicher, sexueller Anspielungen sowie eines gesunden Maßes an Fäkalhumor.  

Die Vampire sind hier allerdings nicht die klassischen, stokerschen Blutsauger, sondern eher tumbe Zombiehorden, die auch noch fast ohne Make-Up auskommen müssen. Bei den Vampirattacken und -tötungen geht es äußerst blutig zur Sache, die handgemachten Effekte sind jedoch sehr einfach gestaltet und dürften kaum jemandem vom Hocker reißen. In einer Zeit, in der viele Großproduktionen nur noch peinliche CGI-Blutfontänen zu bieten haben, kann diesem Low-Budget-Titel dafür aber wohl kein großer Vorwurf gemacht werden. Dabei existieren durchaus kreative Ideen, wie z.B. die "Organentnahme per Staubsauger", für die große, explizite Splatterkunst mangelte es aber einfach am entsprechenden Kleingeld. Die aufgefahrenen Charaktere wirken herrlich durchgeknallt und man kann sie nur mögen, was vor allem auch daran liegt, dass die Hauptdarsteller hier Leistungen abliefern, die deutlich über dem Niveau vergleichbarer Produktionen liegen. Es wirkt stets so als hätten alle Beteiligten viel Spaß bei den Dreharbeiten gehabt und diese lockere Stimmung überträgt sich auch auf die Zuschauer. Mit nur etwa 84 Minuten Laufzeit trifft der Film zudem genau das richtige Maß und schafft es, die Geschehnisse ohne Ermüdungserscheinungen beim Zuschauer abzufrühstücken.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist für eine solch preiswerte Produktion wirklich überzeugend ausgefallen und bietet eine gute Schärfe, einen ausgewogenen Kontrast und eine kräftige, natürliche Farbgebung. Das leichte Bildrauschen fällt kaum ins Gewicht. Beim Sound darf man bezüglich der Effekte keine Wunder erwarten, beide Tonspuren bieten aber zu jeder Zeit eine gute Verständlichkeit. Zudem offeriert der Film einen überraschend mitreißenden Soundtrack und bietet eine erstaunlich hochwertige, deutsche Synchronisation.

Auf der DVD befinden sich lediglich der englische Teaser und der englische Originaltrailer, die zudem auch noch fast identisch sind.

Fazit:
"Legion der Vampire" ist eine durchaus amüsante, trashige Parodie auf diverse Stereotypen des Horrorgenres, die stets mit einem Augenzwinkern präsentiert wird und voller Selbstironie steckt. Aus dem geringen Budget haben die Verantwortlichen das Beste gemacht und liefern eine flüssig erzählte Story mit einigen netten Einfällen und comichaft überzeichneten Splattereinlagen. Mit den überzeichneten "Helden" des Films kann sich der Zuschauer problemlos identifizieren und die Dialoge sowie schauspielerischen Darbietungen liegen deutlich über dem Genredurchschnitt, weshalb Freunde trashiger, kleinerer Produktionen zugreifen sollten!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
83:50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Englischer Teaser
  • Originaltrailer
Legion der Vampire - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Legion der Vampire
Blood on the Highway

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Gering budgetierter, aber mit viel Selbstironie ausgestatteter und durchaus unterhaltsamer Fun-Splatter


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Barak Epstein, Blair Rowan
Drehbuch:
Chris Gardner, Blair Rowan
Darsteller:
Deva George, Nate Rubin, Robin Gierhart, Tony Medlin, Laura Stone, Chris Gardner

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
27.11.2009