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Blu-ray-Besprechung - Selbst ist die Braut

Story:
Margaret Tate (Sandra Bullock) ist Lektorin bei einem New Yorker Verlag. Ihre sorgsam durchgeplante Welt kommt allerdings ins Wanken, als sie wegen ihres abgelaufenen Visums ausgewiesen werden soll. Ihre letzte Chance ist eine Heirat mit ihrem Assistenten Andrew Paxton (Ryan Reynolds). Von der neuen Situation überrumpelt, willigt Andrew ein und er muss somit das Wochenende mit seiner alles andere als beliebten Chefin verbringen - bei seiner Familie in Alaska. Für die großstadtverwöhnte Margaret ist dies ebenfalls eine alles andere als willkommene Situation. Doch beide versuchen das Beste aus der misslichen Lage zu machen, was aber nur teilweise gelingt.

Meinung zum Film:
„Selbst ist die Braut“ ist ein typischer Vertreter der Sorte Film, in denen zwei im Grunde vollkommen unterschiedliche Menschen, die sich zudem kaum ausstehen können, zueinander finden. Sandra Bullock („Speed“) hat unter anderem mit „Ein Chef zum verlieben“ schon einen Beitrag zu diesem Genre beigesteuert, Ryan Reynolds („X-Men Origins: Wolverine“) mit „Just friends – no sex“ und Regisseurin Anne Fletcher sorgte jüngst mit „27 Dresses“ für Unterhaltung. Alle drei vereinten nun ihre Erfahrungen, um nach einem Drehbuch von Autor-Neuling Pete Chiarelli, der zuvor aber bereits als Produzent („Eagle Eye“) in Erscheinung trat, einen gemeinsamen Vertreter um die Gunst des Publikums auf Celluloid zu bannen. Auch in den Nebenrollen wurde der Film mit bekannten Gesichtern besetzt. So spielt „Golden Girl“ Betty White die Großmutter von Andrew, Craig T. Nelson („Poltergeist“) seinen strengen Vater, Mary Steenburgen („Philadelphia“) seine Mutter und in einer kleinen Rolle darf Michael Nouri („Flashdance“) als Verleger sich den Zuschauern ins Gedächtnis rufen.

Die Konstellation des Filmes entspricht dem klassischen „Was sich neckt, das liebt sich“- oder auch „Gegensätze ziehen sich an“-Prinzip. Margaret ist eine herzlose, karrieresüchtige Frau, die keine Gelegenheit auslässt, um ihre Ellenbogen einzusetzen. Andrew hingegen ist der liebenswerte Typ, der sich hingebungsvoll um das Wohl seiner Chefin kümmert, dafür dann aber immer wieder nur neue Demütigungen hinnehmen muss. Natürlich kommen sich die beiden bei ihrem unverhofften Wochenende zu Zweit immer näher und beginnen Gefühle füreinander zu entwickeln. Da dies genau das ist, was Freunde des Genres erwarten, ist diese Vorhersehbarkeit nicht sonderlich schlimm. Letzten Endes geht es nur darum, wie dies geschieht. Und hier versteht es „Selbst ist die Braut“ zu überzeugen. Die gegenseitigen Neckereien der beiden vermeintlich Verliebten, die im abgeschiedenen Alaska ihre Alltagsrollen tauschen, sind herrlich anzusehen, bieten eine Fülle an Herzenswärme und auch zahlreiche Momente, die zum Schmunzeln oder Lachen anregen.  

Neben den beiden Hauptdarstellern versteht es vor allem Betty White als Andrews Großmutter zu überzeugen. Sie übernimmt immer mehr die Rolle Amors, indem sie mit ihrer leicht verrückten, unkonventionellen Art ihren Enkel und seine Chefin immer wieder dazu ermutigt, sich näher zu kommen. Der andere große Spaßfaktor ist dann natürlich auch der Auftritt von Maragaret in der Kleinstadtwelt Alaskas. Das Verhalten der Menschen, die Natur und auch die freundliche Art von Andrews Familie sorgen dafür, dass sie sich anfangs wie in der Wildnis fühlt, dann aber an der Herzlichkeit immer mehr Gefallen findet. Fehlen dürfen natürlich nicht die Störenfriede in der Geschichte. Neben Andrews Vater, der seinen Sohn immer wieder unter Druck setzt, ist es vor allem der Beamte von der Einwanderungsbehörde, der alles daran setzt, den (anfänglichen) Schwindel zu entlarven. Somit sind alle Zutaten vorhanden, die eine gelungene romantische Komödie benötigt. Und da auch die Vermischung der ganzen Zutaten wunderbar funktioniert, kann „Selbst ist die Braut“ ohne Zögern Freunden dieses Genres nur wärmstens empfohlen werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht in Sachen Schärfe einen sehr guten Eindruck. Selbst feinste Details lassen sich wunderbar erkennen und die Konturen sind scharf gezeichnet. Bei den Farben werden allerdings ein wenig Glanz und Wärme vermisst. Über weite Strecken drückt der Kontrast auf die Brillanz und Rottöne wirken teils etwas überbetont, was den ansonsten sehr guten Gesamteindruck ein klein wenig schmälert. Der deutsche Ton in DTS 5.1 klingt sehr dynamisch und nutzt wenn möglich auch die hintere Front, meist in Form von Musik.

Den Beginn bei den Extras macht ein interessanter und unterhaltsamer Audiokommentar mit Regisseurin Anne Fletcher und Drehbuchautor Peter Chiarelli. Das alternative Ende hat seinen Namen verdient, da es ein komplett anders verlaufendes Finale zeigt und auf jeden Fall angesehen werden sollte. Die drei nicht verwendeten Szenen sind ganz nett anzusehen, bringen aber nicht sonderlich viel neues ans Tageslicht. Eine der Szenen ist dabei exklusiv auf der Blu-ray zu sehen und fehlt in der DVD-Veröffentlichung. Abgerundet wird das leider sehr leicht überschaubare Bonusmaterial durch ein paar witziger Outtakes und Schabernack vom Dreh.

Fazit:
„Selbst ist die Braut“ ist eine äußerst gelungene Romantik-Komödie, die mit Sandra Bullock und Ryan Reynolds ein bestens harmonisierendes Paar auf eine turbulente Reise nach Alaskas schickt, wo sie trotz aller Widrigkeiten am Ende natürlich zueinander finden. Und der Weg dorthin ist wunderbar anzusehen und sorgt für heitere rund 108 Minuten bester Unterhaltung.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
2,35:1
2,35:1
107:47 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Französisch
DTS 5.1
DTS 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Arabisch, Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Griechisch, Rumänisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseurin Anne Fletcher und Drehbuchautor Peter Chiarelli.
  • Alternatives Ende
  • Zusätzliche Szenen
  • Zum Lachen: Pannen vom Dreh und andere Absurditäten
Selbst ist die Braut - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Selbst ist die Braut
The Proposal

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine sehenswerte Romantik-Komödie mit charmanten Charakteren und gut ausgewählten Darstellern


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Anne Fletcher
Drehbuch:
Pete Chiarelli
Darsteller:
Sandra Bullock, Ryan Reynolds, Betty White, Mary Steenburgen, Craig T. Nelson, Oscar Nuñez, Malin Akerman, Denis O'Hare

Label Deutschland :
Touchstone Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
03.12.2009