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DVD-Besprechung - Nebraska Jim
Story:
Nebraska Jim (Ken Clark) kommt eines Tages zufällig auf die Ranch des Ehepaares Marty (Alfonso Rojas) und Kay Hillman (Yvonne Bastien) und wird prompt von Marthy eingestellt. Dieser hat nämlich das Problem, dass er seit einiger Zeit von Bill Carter (Piero Lulli) bedroht wird. Jim soll Marthy gegen den Schurken helfen, nebenbei zeigt aber auch Kay Interesse an Nebraska.
Meinung zum Film:
Regie führte der eigentlich für seine Horrorfilme und Gialli („Blutige Seide“) berühmt gewordene Mario Bava. „Nebraska Jim“ ist der zweite Italowestern, den dieser Regisseur ablieferte – der erste war der nur bedingt empfehlenswerte „Ritt nach Alamo“, der noch deutlich amerikanisch angehaucht war. Dass Bava beim vorliegenden Western auf dem Regiestuhl saß, wurde jedoch erst 1991 bekannt, denn in den Credits taucht nur ein Antonio Román auf, der in Wahrheit aber schon am 2. Drehtag gefeuert und durch Bava ersetzt wurde. In der Titelrolle spielt Ken Clark, mit dem Bava schon in seinem Westererstling „Ritt nach Alamo“ arbeitete. Als Gegenspieler glänzt Pierro Lulli („Töte Django“), als Schmankerl ist der großartige Livio Lorenzon („Django der Rächer“) als trinkfester Sheriff zu sehen.
Abgesehen vom schmissigen Soundtrack zeigt aber auch „Nebraska Jim“ nur wenig Eigenschaften eines typischen Italowestern. Statt dessen geht es überwiegend konventionell amerikanisch zu, was aber nicht weiter stört, weil Bava trotzdem ein guter und spannender Western gelungen ist. Allein auf die für ihn ansonsten typischen Farbspielereien muss der geneigte Fan hier verzichten. Kern der Geschichte ist die Auseinandersetzung zwischen dem Rancher Hillmann und dem Gangster Carter, der sich zum einen Hillmanns Ranch und zum anderen auch am besten dessen Frau unter den Nagel reißen will. Carter erschießt bei jeder Gelegenheit die Männer von Hillmann, was sich erst ändert, als Jim in die Stadt kommt, dieser sich von Hillmann anheuern lässt und fortan endlich mal Carter das Leben ungemütlich machen kann. Das zwischen dem allen auch eine Frau steht, kann nicht weiter störend ins Gewicht fallen und ist bei dem mit etwas mehr als nur 80 Minuten ohnehin kurzen Film eine willkommene Abwechslung, die das Sehvergnügen durchaus abrundet.
Die Landschaften hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Während das nahegelegene Städtchen einen schön kargen Eindruck hinterlässt, ist die sonstige Umgebung bergig und grün, was eher an einen Winnetou-, als an einen Italowestern erinnert. Aber wie gesagt ist der Film bis auf wenige Ausnahmen ohnehin kaum als italienischer Vertreter auszumachen und folgt einer mehr als konventionellen Handlung. Trotzdem ist das Gebotene qualitativ und handwerklich durchaus in Ordnung und durchaus mal einen Blick wert. Vor allem einige Mitglieder des Cast können den Film mit ihrer Anwesenheit aufwerten – leider gilt dies nicht für den eher blassen Ken Clark in der Titelrolle und auch nicht für den weiblichen Part, dargestellt von der ansonsten nahezu unbekannten Yvonne Bastien. Sie macht in „Nebraska Jim“ den Eindruck, als wäre sie mindestens 10 Jahre älter als in Wirklichkeit.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist sehr gut gelungen. Die Schärfe sitzt immer richtig, und die Farben und der Kontrast können ebenfalls überzeugen. Altersbedingte Verschmutzungen sucht man vergeblich. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 zeigt ebenfalls keine Schwächen und verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.
Als Extras gibt es die Featurette „Nebraska Howard“, in der sich Darsteller Howard Ross ca. 20 Minuten lang an den Film erinnern darf. Des Weiteren gibt es auf Wunsch noch den Trailer und eine Bildergalerie zu sehen. Wie immer bei Koch Medias „Italowestern-Collection“ gibt es in der Digipak-Klappe auf 3 Seiten wissenswerte Hintergründe zum Film zum Nachlesen.
Fazit:
„Nebraska Jim“ ist ein solider, amerikanisch angehauchter Italowestern der Giallo-Ikone Mario Bava. Handwerklich in Odnung kann der Film zwar keine neuen Akzente setzen, aber dennoch routiniert eine spannende Geschichte erzählen und 80 Minuten lang, für gute Unterhaltung sorgen. Die DVD ist wie gewohnt technisch sehr gut.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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83:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Hintergrundinfos im Klappentext
- Feature "Nebraska Howard"
- Kinotrailer
- Bildergalerie
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Nebraska Jim
Ringo del Nebraska
Handwerklich solider Westernbeitrag von Kultregisseur Mario Bava
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1966 Regie: Mario Bava Drehbuch: Jesús Navarro Carrión Darsteller: Ken Clark, Yvonne Bastien, Piero Lulli, Howard Ross, Alfonso Rojas
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 04.12.2009
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