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DVD-Besprechung - Gone in 60 Seconds 2: Highway Patrol

Story:
Maindrian Pace (H. B. Halicki) ist professioneller Autodieb und klaut auf Bestellung zusammen mit seinem Team jeden Wagen. Allerdings nimmt er nicht jedes Fahrzeug und so konzentriert er sich nur auf Fahrzeuge, die versichert sind, damit er keinem armen Schlucker sein Gefährt abzockt. Als ein Großauftrag von 45 Autos herein kommt, machen sich die Autoknacker ans kriminelle Werk. Alles klappt bestens, nur der letzte Wagen, ein Ford Mustang, macht echte Probleme. Und als Maindrian dann auch noch verpfiffen wird, kommt es zu einer wilden und PS-starken Flucht vor der Polizei.

Meinung zum Film:
Um Verwirrung unter den Freunden des Crashfilms vorzubeugen, muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass es sich bei „Gone in 60 seconds 2 – Highway Patrol“ um den Film handelt, der hier unter dem Namen „Auf dem Highway spielt die Polizei verrückt“ in die Lichtspielhäuser kam. Im Original heißt der Film „Deadline Auto Theft“ und ist ein 1:1 Remake von „Gone in 60 seconds“. Regisseur und Drehbuchautor Henry Blight Halicki, von seinen Freunden auch Toby genannt, setzte bei seinen Filmen weniger auf eine Story, als auf die gnadenlose Zerstörung von allem, was vier Räder hat und was man mit vier Rädern anfahren oder überfahren kann. Wer geglaubt hat, dass die Crashorgie aus „Blues Brothers“ nicht übertroffen werden kann, der sollte sich „Gone in 60 seconds 2“ ansehen.  

Deutsche Titelschmieden sind manchmal etwas unbedarft und so ist die neue Namensgebung des Films eher ein Beispiel für mangelhaftes Fingerspitzengefühl. H. B. Halicki starb nämlich genau bei einem Filmprojekt diesen Titels. Es sollte eine echte Fortsetzung werden, doch Halicki kam bei einem Stunt ums Leben. Das ist auch der Kern seiner Filme. Sie sind grundehrlich und unter Gefahren entstanden. Natürlich wurde immer für die größtmögliche Sicherheit gesorgt, aber der tragische Tod Halickis zeigt, dass es eben keine 100% Sicherheit gibt. Die Fahrzeuge die im Film geschrottet werden, stammten übrigens von seinem eigenen Schrottplatz. Der Autonarr hatte bereits als Teenager den Hang zum Schrauben und sammelte zudem etliche Fahrzeugklassiker. In diesem Streifen erbringt er den Beweis dafür, warum ein Auto wirklich über Flügeltüren verfügt.  

Der Film entstand zu einer Zeit, in der Autos gern auf der Leinwand gezeigt wurden, denn nur zwei Jahre vor der Entstehung von „Deadline Auto Theft“ lief sehr erfolgreich „Auf dem Highway ist die Hölle los“. Höhepunkt der KFZ-Action ist die halbstündige Flucht von Maindrian Pace in einem Ford Mustang, einem Traum von einem Muscle-Car. Hier knallt es fast im Sekundentakt und nicht nur die verfolgenden Polizeifahrzeuge bekommen etwas ab. Die Crashs kommen in vielen Variationen daher und immer wieder ist Maindrian kurz davor, gefasst zu werden, doch der Zufall hilft ihm immer wieder. Das Ende ist sehr konstruiert, aber wen interessiert das schon angesichts solcher Mengen von frischem Altmetall. Auf diesem Sektor gibt es nicht viele Filme.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist, für einen Film diesen Alters und der Machart, durchaus akzeptabel. Allerdings mit allen Begleiterscheinungen wie z.B. Überblendungen bei einigen Außenaufnahmen und nicht ganz so satten Farben. Die Bildschärfe, mit Ausnahme der Tiefenschärfe, ist ausreichend und der Kontrast geht auch in Ordnung. Der Ton ist bei den Dialogen gut verständlich. Die Musik wirkt leicht scheppernd.

Bei den Extras kann zunächst eine Featurette abgerufen werden, bei der es um H. B. Halicki und seine Filme geht. Leider sind alle Extras ohne deutsche Untertitel, so dass einige Infos auf der Strecke bleiben. Gleiches gilt für die Interviews mit Halickis Witwe Denice und seinem Geschäftspartner Lex Iacocca. Hinzu kommen der Originaltrailer und die erste halbe Stunde von dem oben bereits erwähnten unvollendeten „Gone in 60 seconds 2“.

Fazit:
„Gone in 60 seconds 2“ ist Autocrash in Reinkultur. Mehr geht eigentlich nicht. Garniert mit markigen Sprüchen ist die filmische Kost leicht verdaulich. Die technische Umsetzung ist passabel, aber wirkt altersbedingt natürlich nicht so gut wie neue Produktionen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
94:03 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Featurette
  • Interview mit Denice Halicki
  • Interview mit Lex Iacocca
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie
  • Original "Gone in 60 seconds 2" (unvollendet)
Gone in 60 Seconds 2: Highway Patrol - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Gone in 60 seconds 2 - Highway Patrol
Deadline Auto Theft

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Crash Bumm Bang


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1983
Regie:
H. B. Halicki
Drehbuch:
H. B. Halicki
Darsteller:
H. B. Halicki, Hoyt Axton, Marion Busia, Jerry Daugirda, George Cole

Label Deutschland :
Mr. Banker Films
Verkaufsstart Deutschland :
08.01.2010