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DVD-Besprechung - Loft - Tödliche Affären
Story:
Vincent Stevens (Filip Peeters) ist Architekt und hat sich bei seinem neuesten Projekt einen persönlichen Traum erfüllt, ein integrierter, hochmoderner Loft als perfekte Location für außereheliche Seitensprünge. Aber auch seine vier besten Freunde, Luc Seynaeve (Bruno Vanden Broucke), Marnix Laureys (Koen De Graeve) sowie die Halbbrüder Chris Van Outryve (Koen De Bouw) und Filip Willems (Matthias Schoenaerts), alle ebenfalls verheiratet, erhalten jeweils einen Schlüssel zum Loft. Alle verpflichten sich zur Diskretion und profitieren von ihrem Arrangement. Als Luc jedoch eines Tages im Loft eine blutige Frauenleiche vorfindet, ändert die Situation aufgrund fehlender Einbruchsspuren, denn nur einer der Freunde kann der Täter sein. Das führt zu Mißtrauen und Verdächtigungen zwischen allen Beteiligten.
Meinung zum Film:
"Loft - Tödliche Affären" war in den einheimischen Kinos der erfolgreichste belgische sowie flämische Film aller Zeiten und war auch als Deutschlandpremiere auf dem Fantasy Filmfest 2009 ein großer Publikumserfolg. Der belgische Regisseur Erik Van Looy ist kein Unbekannter und sorgte mit seinem Thriller "Totgemacht - The Alzheimer Case" bereits 2003, auch international, für Aufsehen. Das Drehbuch zum Film schrieb Bart De Pauw ("Team Spirit"), der allerdings bisher wohl nur Kennern der Benelux-Medienlandschaft ein Begriff gewesen sein dürfte. Die Hauptrollen sind hingegen durchaus prominent besetzt und beinhalten Namen wie Koen De Bouw ("The Intruder - Der Eindringling"), Filip Peeters ("Baby") und Matthias Schoenaerts ("Black Book"). Der Film wurde innerhalb von 46 Drehtagen in flämischer Sprache und ausschließlich in Belgien abgedreht.
"Loft - Tödliche Affären" ist trotz seiner Thematik und auch entsprechender, aufgedrückter Kategorisierungen keineswegs ein Erotikthriller, freizügige Szenen gibt es nur in verschwindend geringer Anzahl, und auch wer einen actionreichen Thriller sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Vielmehr handelt es sich hier um einen klassischen Whodunit-Thriller im modernen Gewand, bei dessen Konzeption die Urheber offensichtlich besonders der Wunsch nach einem cleveren Drehbuch mit zahlreichen Wendungen beseelte. Dieser inhaltliche Schwerpunkt wurde bei der filmischen Umsetzung mit einer kühl-technokratischen Hochglanzoptik verbunden. Höchste, visuelle Ansprüche bedient zudem auch die äußerst aktive und abwechslungsreiche, aber nie hektische Kameraführung des Films. Erzählerisch bewegt sich der Film auf mehreren Ebenen. Der gegenwärtige Ausgangspunkt der Geschichte ist der Fund der Leiche, die weiteren Ereignisse werden aber nicht nur fortlaufend und chronologisch aufgearbeitet, sondern regelmäßig durch Rückblenden auf bedeutende Ereignisse aus dem Umfeld der fünf Hauptfiguren ergänzt, die eine wesentliche Rolle für die Auflösung der Geschichte spielen. Außerdem gibt es kurze Verhörsequenzen aller Loft-Mieter auf dem Polizeirevier, die ein wenig an "Die Üblichen Verdächtigen" erinnern.
Der zentrale Spielort der Handlung ist, trotz diverser ausgelagerter Rückblenden, das titelgebende Loft in dem sich quasi auf engstem Raum, kammerspielartig, zwischen den fünf ungleichen Charakteren zunehmend eine Atmosphäre des Misstrauens und der gegenseitigen Verdächtigungen manifestiert. Die Story des Films liefert dabei ständige neue Verdachtsmomente gegen alle Beteiligten, diverse überraschende Wendungen, aber im späteren Verlauf auch zusätzlich immer häufiger potentielle Verschwörungskomplotte von Dritten gegen die Mieter des Lofts, wie z.B. von deren Ehefrauen oder verschmähten Geliebten. Die dialoglastige Handlung präsentiert sich auf diese Weise stets abwechslungs- und fintenreich und versteht es sehr gut, den Zuschauer immer wieder auf falsche Fährten zu locken. Mit fortlaufender Spielzeit gibt es allerdings auch kleinere Ungereimtheiten, der Film ist nicht immer so clever wie er gerne wäre, und manchmal bemüht der Film einfach zuviele Wendungen, nur um den Zuschauer stets einen Schritt voraus sein zu können. Diese vor allem gegen Ende übertriebene Ballung von Plot-Twists, die einander jagen wie Tom und Jerry, hinterlässt leider den Eindruck einer gewissen "Überlänge" und mündet in einen finalen, übertrieben actionreichen Showdown, den der sonst eher subtile Film so sicher nicht nötig gehabt hätte. Abgesehen von den insgesamt doch etwas eindimensionalen Charakteren, die jedoch durch starke, darstellerische Leistungen teilweise wieder aufgefangen werden, hinterlässt der Thriller jedoch insgesamt einen durchweg positiven Gesamteindruck.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der DVD macht einen wirklich gelungenen Eindruck und überzeugt mit guter Schärfe, ausgewogenem Kontrast sowie einer bewusst kühlgehaltenen, effektiven Farbgebung. Der Thriller ist extrem actionarm und sehr dialoglastig ausgefallen, die Tonspuren bieten somit zwar alle gut verständliche Dialoge und eine atmosphärische Musikabstimmung, großartiger Raumklang oder brachiale Soundeffekte sollten gemäß der Natur des Films allerdings nicht erwartet werden.
Auf der DVD befindet sich neben dem deutschen Trailer sowie dem Originaltrailer auch noch das deutsch untertitelte Making Of zum Film (59:39). Das Making Of wirkt trotz seiner ziemlich umfassenden Laufzeit nicht wirklich detailliert, wird dafür aber sehr locker präsentiert und bietet zahlreiche Kommentare der Verantwortlichen und wichtigsten Mitwirkenden. Weiterhin gewährt das Feature etliche Einblicke in die Dreharbeiten und beinhaltet diverse Schwerpunkte, wie z.B. die Auswahl und Gestaltung der Locations, oder die Entstehung des Drehbuchs und des Showdowns. Die DVD besitzt ein Wendecover.
Fazit:
"Loft - Tödliche Affären" überzeugt als Whodunit-Thriller im Rahmen eines cleveren Drehbuchs mit einer Vielzahl falscher Fährten, Motive und überraschenden Wendungen. Auch visuell kann der Film mit seiner kühlen Hochglanzoptik und der sehr lebendigen, abwechslungsreichen Kameraführung punkten. Die verschachtelte Erzählstruktur überzeugt ebenfalls, obwohl die Auflösung gegen Ende ein wenig zu sehr in die Länge gezogen wird, und somit verbleibt als einzige echte Schwäche des Films, dass die Charakterisierung der Hauptfiguren sicherlich ausbaufähig gewesen wäre, auch wenn deren Darsteller voll überzeugen können.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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113:21 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Flämisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Deutscher Trailer
- Originaltrailer
- Making Of
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Loft - Tödliche Affären
Loft
Cleverer Hochglanz-Whodunitthriller aus Belgien
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Belgien, 2008 Regie: Erik Van Looy Drehbuch: Bart De Pauw Darsteller: Koen De Bouw, Filip Peeters, Matthias Schoenaerts, Bruno Vanden Broucke, Koen De Graeve, Veerle Baetens
Label :
Koch Media Entertainment
Verleihstart : 13.11.2009 Verkaufsstart : 15.01.2010
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verleihstart : 13.11.2009 Verkaufsstart : 15.01.2010
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