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Das TodesspielEine ganz heiße NummerDas Haus der Geheimnisse

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DVD-Besprechung - Sanders und das Schiff des Todes

Story:
Der zur Zeit unbeschäftigte, ehemals in Afrika als Inspector tätige Harry Sanders (Richard Todd) wird von einer Versicherungsfirma dafür angeheuert, den Diamantenschürfer A.J. Magnus (Dale Robertson) im Auge zu behalten, nachdem dieser ein bei Ihnen versichertes Schiff verloren hat. Zusammen mit Kapitän Johnny von Karsten (Heinz Drache), dessen Frau Elisabeth (Elga Andersen) und seiner Schwester Helga (Marianne Koch) macht sich Sanders auf den Weg an die Skelettküste von Südwestafrika, wo die Schürfarbeiten stattfinden sollen. Doch schon früh muss er erkennen, dass die Arbeiten von einigen Problemen und Gefahren überschattet werden, die auch für ihn zu einer tödlichen Gefahr werden.

Meinung zum Film:
„Sanders und das Schiff des Todes“ wird auf der Rückseite des Inlays als „22. Film der legendären Edgar Wallace Reihe“ beworben, für den „Kultkommissar Heinz Drache [...] das von Nebelschwaden durchzogene London verließ um in Afrika Jagd auf Verbrecher und Reichtümer zu machen“. Anbieter Koch Media möchte dadurch offensichtlich den Eindruck erwecken, dass es sich bei dem Film um einen Beitrag der beliebten Edgar-Wallace-Kinoserie von Rialto handelt. Dem ist natürlich nicht so. „Sanders und das Schiff des Todes“ basiert auf den frühen Romanen Wallaces, in denen der Held Harry Sanders, Inspector im fiktiven afrikanischen Staat Gondra ist. Hierbei handelt es sich auch weniger um einen Krimi als vielmehr um einen Abenteuerfilm vor exotischer Kulisse. Bereits 1963 lief mit „Todestrommeln am großen Fluß“ ein Film mit Richard Todd („Das Haus der langen Schatten“) in der Rolle des Inspector Sanders in den Kinos, bevor dieser mit „Sanders und das Schiff des Todes“ im Dezember 1965 sich erneut in dieser Rolle präsentieren durfte. Produziert wurde der Film vom Briten Harry Alan Towers („Ich, Dr. Fu Man Chu“), der berüchtigt für seine günstig produzierten Streifen war, die meist aber doch ihr Zielpublikum fanden.

Kapitän Johnny von Karsten wird von dem als Wallace-Kommissar erprobten Heinz Drache („Der Hexer“) gespielt, in der von ihm gewohnten Art, die manche als hölzern betrachten, andere als gekonnt. Hölzern klingt aber auf jeden Fall sein Englisch, weswegen er in der Originalfassung noch ein Stück steifer erscheint. Seine Gattin Elisabeth wird dargestellt von der gebürtigen Dortmunderin Elga Andersen („Le Mans“), die in erster Linie als Blickfang für die männlichen Zuschauer herhalten muss. Szenen, in denen sie in Unterwäsche zu sehen war, waren in der ursprünglich für den deutschen Markt gedachten Schnittfassung nicht enthalten, in der vorliegenden Langfassung sind diese nun wieder zu bestaunen. Marianne Koch („Für eine Handvoll Dollar“) in der Rolle der von Helga, der Schwester von Karstens, in die Sanders sich im Lauf der Geschichte verlieben darf, war auch schon in „Todestrommeln am großen Fluß“ zu sehen. Dort allerdings als eine vollkommen andere Person. Da sie aber auch hier kaum mehr als schmückendes Beiwerk ist, fällt dies nicht weiter tragisch ins Gewicht. Dale Robertson („Tales of Wells Fargo“) darf sich als skrupelloser Gauner und Schwerenöter beweisen, schafft es dabei aber kaum Eindruck zu schinden - weder bei den Damen, noch beim Publikum. In einer Nebenrolle ist Dietmar Schönherr („Raumschiff Orion“) zu sehen.  

Wie meisten bei Towers-Produktionen üblich, gibt die Story nicht sonderlich viel her. Große Mühen bei der Ausarbeitung des Plots wurde sich sichtlich nicht gemacht. Von vornherein ist klar, dass Magnus ein kaltschnäuziger Geschäftsmann ist, der ohne Nachzudenken über Leichen geht. Die Morde, die recht früh zu Beginn des Filmes geschehen, werden von seinem Handlager durchgeführt, ohne jedoch große Konsequenzen zu haben. Wie so oft hat die Polizei keinen Durchblick und taucht selbst nach Todesfällen nicht auf, um zu ermitteln. Doch nicht nur Magnus treibt seine kriminellen Spielchen, auch Kapitän Johnny von Karsten scheint dem eigentlichen Befehl, dem Schürfen nach Diamanten auf dem Meeresgrund nicht vorrangig nachgehen zu wollen. Denn um seine nach Wohlstand dürstende Gattin Elisabeth nicht an den schmierigen Magnus zu verlieren, lässt er sich in eine Aktion verstricken, von der sein Auftraggeber keinesfalls erfahren darf. Doch auch wenn die Ausarbeitung der Charaktere und das Vorantreiben des Plots nicht immer ganz gelungen ist und obendrein auch die Logik eine meist untergeordnete Rolle spielt, versteht es der Film dennoch, ganz gut zu unterhalten. So nimmt man am Ende, nachdem alle Probleme durch einen großen Knall mehr schlecht als recht und auch nicht unbedingt ganz eindeutig gelöst wurden, entspannt die DVD aus dem Player mit der Erkenntnis, ganz sicher keinen neuen „Citizen Kane“ gesehen zu haben, dafür aber zumindest kurzweilig unterhalten worden zu sein.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht weitgehend einen guten Eindruck. Die Schärfe ist für einen Film aus den 60er-Jahren gut und auch Verschmutzungen gibt es kaum zu sehen. Allerdings gibt es an und an einen etwas unruhigen Bildstand zu sehen, das Schwarz sieht teils ein wenig nach Grau aus, es gibt stellenweise leichte Schatten an Konturen und die Farben erscheinen immer mal wieder durch den Kontrast ein wenig gedrückt. Insgesamt kann man mit der Qualität für einen dermaßen alten Film aber mehr als zufrieden sein. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist durchweg gut verständlich. Lediglich gelegentlich gibt es Knackser zu hören und in einer Szene ein hörbares Hintergrundgeräusch.

Als einziges Extra gibt es auf der DVD eine Bildergalerie. Zusätzlich liegt ein sehr ausführliches Booklet mit einem Text von Joachim Kramp bei, der u.a. das große „Hallo! Hier spricht Edgar Wallace“-Buch verfasst hat und hier ein wenig über die Hintergründe zum Film berichtet.

Fazit:
„Sanders und das Schiff des Todes“ ist ein Abenteuerfilm vor exotischer Kulisse, nach einem Roman von Edgar Wallace. Das Drehbuch ist allerdings nicht unbedingt gut geraten und bietet kaum sonderliche Spannung auf. Doch die flotte, unterhaltsame Inszenierung und der nicht sonderlich fordernde Abenteuerrahmen tragen den Film recht gut über seine Spielzeit. Sicherlich kein Werk für die Ewigkeit, für kurzweilige Unterhaltung aber durchaus geeignet.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
87:18 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
  • Booklet mit Hintergrundinformationen
Sanders und das Schiff des Todes - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Sanders und das Schiff des Todes
Coast of Skeletons

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Nette Abenteuerkost für Zwischendurch


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 1963
Regie:
Robert Lynn
Drehbuch:
Harry Alan Towers, Anthony Scott Veitch (basierend auf einem Roman von Edgar Wallace)
Darsteller:
Richard Todd, Heinz Drache, Dale Robertson, Elga Andersen, Marianne Koch, Derek Nimmo, Gabriel Bayman, George Leech, Dietmar Schönherr

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
15.01.2010