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DVD-Besprechung - Downloading Nancy
Story:
Nancy (Maria Bello) leidet unter selbstzerstörerischen Zwängen, ihr Ehemann Albert (Rufus Sewell), mit dem sie seit 15 Jahren verheiratet ist, bekommt davon aber nichts mit. Eines Tages heuert sie im Internet den Killer Louis (Jason Patric) an, der sie töten soll. Jedoch kommt es anders und sie verliebt sich in ihn.
Meinung zum Film:
„Downloading Nancy“ wurde 2008 von Johan Renck inszeniert. Der Schwede hatte sich in den 90er Jahren als Musiker einen Namen gemacht und mit seinem Ein-Mann-Projekt “Stakka Bo” auch international auf sich aufmerksam machen. Weitere Lorbeeren konnte er als Musikvideo-Regisseur ernten, so drehte er u.a. Videos für Madonna und Kylie Minogue. Als Spielfilmregisseur hatte er sich bislang noch keinen klingenden Namen gemacht, was er mit seinem vorliegenden Spielfilmdebüt ändern wollte. Zwar war der Film 2008 beim Sundance-Film-Festival für den „Grand Jury Prize“ nominiert, dennoch bleibt sein Werk für den „Otto Normal“-Zuschauer eher sperrig und nur schwer zugänglich.
Es dauert seine Zeit, bis man sich in den Film zurechtgefunden hat. Zum Einen beobachten wir Nancy und ihren Mann Albert in ihrem täglichen Leben, zum Anderen sind da die Szenen mit ihr und ihrem Killer Louis, die man zunächst nicht zu- und einordnen kann. Gleich von Anfang an deutlich wird jedoch die Tatsache, dass Albert von den selbstzerstörerischen Neigungen seiner Frau entweder nichts weiß oder nichts wissen will. Überhaupt ist Albert höchst unentschlossen und schreckt vor Entscheidungen und Konfrontationen zurück. Als er seine Frau beim Masturbieren vor dem PC erwischt, schaut er nur kurz auf dem Bildschirm nach, was dort vor sich ging – er spricht Nancy aber nicht auf die Situation an. Auch als seine Frau verschwindet, ruft er zwar den Notruf an, legt dann aber kommentarlos auf.
Weit mehr Spaß hat Nancy mit Louis, den sie im Internet kennen lernt und den sie eigentlich beauftragt, sie zu ermorden. Zunächst kommt es aber zu Sado-Maso-Sex zwischen den beiden und die ansonsten eher stille Nancy blüht auf. Das gilt jedoch nicht für den Zuschauer, denn der fragt sich die ganze Zeit, wohin die Geschichte führt und welche Botschaft Regisseur Renck eigentlich parat hält. Das kühle Setting und die Autoaggression Nancys in Verbindung mit einigen schmerzhaften „Spielchen“ zwischen ihr und Louis taugen höchstens für einen kopflastigen, ernsten Abend – wer sich runterziehen lassen möchte, ist mit „Downloading Nancy“ an der richtigen Adresse, alle anderen jedoch nicht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr gut gelungen, die gewollt kühle Atmosphäre des Materials wurde sehr gut auf DVD übertragen. Die Schärfe überzeugt ebenfalls und sitzt an den richtigen Stellen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 spart ein wenig mit den Effekten auf den hinteren Lautsprechern, das kann man aber verschmerzen, da es sich ohnehin um einen sehr dialoglastigen Film handelt.
Extras sind keine auf der DVD vorhanden – bei einem derart neuen Film ist das unverständlich.
Fazit:
„Downloading Nancy“ erzählt die Geschichte einer autoaggressiven Frau, die den Zuschauer ratlos zurück lässt. Die verschachtelt erzählte Handlung fordert volle Aufmerksamkeit und die kühle Atmosphäre zehrt an den Nerven. Wer grundsätzliches Interesse am Thema der Autoaggression hat, ist hier womöglich an der richtigen Adresse. Alle anderen sollten sich lieber etwas anderes schauen. Die DVD-Qualität ist gut, die fehlenden Extras sind gerade bei dieser Thematik mehr als schade.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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98:07 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Downloading Nancy
Downloading Nancy
Schwer verdauliche Kost zum Thema Autoaggression
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Johan Renck Drehbuch: Pamela Cuming, Lee Ross Darsteller: Maria Bello, Jason Patric, Rufus Sewell, Amy Brenneman, David Brown
Label :
Senator Home Entertainment
Verkaufsstart : 15.01.2010
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