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DVD-Besprechung - Outlander (Special Edition)

Story:
Im Jahr 709 n. Chr. legt der Raumfahrer Kainan (James Caviezel) auf dem Planeten Erde, mitten im heutigen Norwegen und somit auf Wikinger-Clangebiet, eine Bruchlandung hin. Dummerweise überlebt er zwar als einziger den Absturz, wird aber direkt von Wulfric (Jack Huston) gefangen genommen. Zudem entdeckt er schon bald, dass er keineswegs allein auf der Erde gelandet ist, sondern unwissend eine reißende Bestie, ein "Moorwen", mit auf den Planeten gebracht hat. Fortan gilt es das Vertrauen der Wikinger zu erringen und den "Moorwen" irgendwie gemeinsam zu stoppen.

Meinung zum Film:
"Outlander" hat eine relativ turbulente Entstehungsgeschichte durchgestanden, so sollte der Film eigentlich ursprünglich in Neuseeland gedreht werden und für die Spezialeffekte die einheimischen Vorzeigekünstler von "WETA Workshop" ("Der Herr der Ringe") eingespannt werden. Diese Pläne sprengten aber letztendlich das Budget von rund 50 Millionen Dollar, eine Summe, die für einen Hollywood-Blockbuster sicherlich wenig beeindruckend wäre, jedoch für einen Film, der letztendlich nie in die Kinos kam, schon einen gehörigen Batzen Geld darstellte. Letztendlich wurden die Dreharbeiten nach Kanada verlegt und statt der "WETA" übernahm der Franzose Patrick Tatapolous, der z.B. Roland Emmerichs "Godzilla" erschuf oder den kreativen Kopf hinter dem Kreaturendesign der "Underworld-Reihe" darstellt, die Verantwortung für die Spezialeffekte. Für den Regiestuhl war eigentlich Renny Harlin ("Cleaner - Sein Geschäft ist der Tod") eingeplant, letztendlich übernahm aber der eher unbekannte Howard McCain ("In den Fängen der Bestie"). Und auch bezüglich der Hauptrolle war James Caviezel ("Long Weekend") nicht die erste Wahl. Karl Urban drehte aber lieber "Pathfinder" und die ebenfalls in Betracht gezogenen Thomas Jane ("The Punisher") oder Sean Bean ("Outlaw") wurden es letztendlich auch nicht. Die Produzentenriege umfasst bekannte Namen wie Barrie M. Osborne ("Der Herr der Ringe"), Chris "Wing Commander" Roberts und John Schimmel ("The Big White"). Das Drehbuch schrieben Regisseur McCain und Dirk Blackman, die auch gemeinsam die Vorlage zu "Underworld: Aufstand der Lykaner" verfassten. In den weiteren Hauptrollen des Films finden sich John Hurt ("Oxford Murders") als König Rothgar, Sophia Myles ("Hallam Foe") als seine Tochter Freya, Jack Huston ("Shrooms") als erster Thronanwärter und zudem bestreitet Ron Perlman ("Hellboy") einen sehr eindrucksvollen Nebenpart als König Gunnar.

"Outlander" muss sich als fantasylastiger Wikingerstreifen u.a. den Vergleich mit thematisch ähnlichen, jedoch höher budgetierten Werken wie John McTiernans "Der 13te Krieger" oder Marcus Nispels "Pathfinder" gefallen lassen. Dabei fällt auf, dass sich "Outlander" zwar in Bezug auf seine epischen Landschaftsaufnahmen, die u.a. mit verstärktem Filtereinsatz generierte, fantasievoll-atmosphärische Optik sowie die hochwertig und akkurat wirkenden Kostüme und Clanlocations keineswegs verstecken muss, jedoch im Hinblick auf die Qualität der Darsteller, die Anzahl und Klasse der Actionszenen und auch bezüglich verwendeten Spezialeffekte deutlich hinter den großen Vorbildern zurückbleibt. Der größte Pferdefuß ist jedoch von Beginn an das uninspirierte, vorhersehbare Drehbuch, das zwar in diversen Szenen immer wieder große Vorbilder, wie z.B. "Alien", zitiert, dem es jedoch an Eigenständigkeit, Fantasie, Tempo und Identifikationsfiguren deutlich mangelt. Verstärkt wird dieser Mangel noch durch ständige Rückblenden in Kainans Vergangenheit sowie abgedroschene Subplots wie die Liebe zur Häuptlingstochter Freya oder die Zuneigung zu einem Waisenjungen. Das Science-Fiction-Element wirft der Film zudem schon gleich am Anfang über Bord, wenn Kainan seinen Blaster verliert.  

James Caviezel kann leider in der Hauptrolle nicht wirklich überzeugen, es mangelt ihm an Ausstrahlung, seine Mimik wirkt arg begrenzt und auch körperlich nimmt man ihm den überragenden Krieger gegenüber den deutlich kräftiger gebauten Wikingern nicht ab. In genau dieser Hinsicht wirkt ausgerechnet Jack Huston als Vorzeigewikinger auch völlig fehl am Platz und macht eher den Eindruck, als wäre er direkt vom Laufsteg gecastet worden. Die Spielzeit des Films ist definitiv zu lang geraten, so dass sich der Zuschauer hinsichtlich der nicht sonderlich häufigen Actionszenen immer wieder gedulden muss. Diese Kampfszenen sind für eine FSK-16-Freigabe doch ziemlich blutig ausgefallen, wirken aber leider auch etwas hektisch. Zudem ist der "Morween" als digitale CGI-Kreation, die übrigens sehr stark an das Monster aus "Das Relikt" erinnert, zwar kein Trashgarant, seine künstliche Herkunft ist ihm aber deutlich anzusehen und auch hinsichtlich seiner Bewegungen kann er mit aktuellen Großproduktionen bei weitem nicht mehr mithalten, auch wenn "Outlander" effekttechnisch auf dem Direct-to-Video-Sektor sicherlich zumindest gehobenen Durchschnitt darstellt.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe der DVD bewegt sich auf einem sehr hohen Level. Die Farbgebung wirkt zudem sehr kräftig und ausdrucksstark, wenn auch wegen des exzessiven Filtergebrauchs, vor allem in Form eines Blaufilters, nicht immer wirklich natürlich. Die Kontrastwerte sind ausgeglichen ausgefallen und ein leichtes, kompressionsbedingtes Bildrauschen ist weitgehend vernachlässigbar. Die DVD ist auch akustisch auf der Höhe der Zeit und bietet gut verständliche Dialoge, eine stimmungsvolle Musikkulisse und druckvollen Raumklang in den Actionszenen.

Auf der ersten DVD, der "2-Disc-Collector`s Edition", die den Film enthält, befinden sich auch noch der deutsche Trailer, der Originaltrailer und ein Audiokommentar mit Regisseur Howard McCain, den Produzenten Chris Roberts und John Schimmel sowie dem Drehbuchautor/Produzent Dirk Blackman. Untertitel gibt es leider keine. Der Audiokommentar wird aber sehr unterhaltsam vorgetragen und ist extrem informativ ausgefallen. So gibt es z.B. zahlreiche, ausführliche Hintergrundinformationen zum Skript, zu den Inspirationsquellen des Films, zu den Computereffekten, zu den Locations oder auch zum Casting der Darsteller, und das alles ohne großartige Sprechpausen. Die zweite DVD enthält ausschließlich Bonusmaterial, das, soweit kommentiert, komplett deutsch untertitelt wird. Das "Making Of" (16:31) ist eher oberflächlich ausgefallen, lässt Verantwortliche und Darsteller zu Wort kommen und bietet Einblicke in Artwork-Vorlagen, das Creature-Design oder die Monster-Effekte. Auf der DVD befinden sich außerdem gleich 27 "Entfallene Szenen" mit einer Gesamtlaufzeit von 39:39 Minuten. Der "Visual Effects Test" (8:01) zeigt unkommentiert verschiedene Entwicklungsstufen einiger CGI-Sequenzen des Films bis zum Endprodukt. Das Feature "Animatics" (25:25) offeriert diverse, vertonte und teilanimierte Storyboardsequenzen aus dem Film. Abgerundet wird das Bonusmaterial mit "Bildergalerien" aus sieben Bereichen (Setfotos/Storyboards/Drehorte/Kostüme/ Requisiten/Kreaturen/Raumschiffe) mit insgesamt 120 Vorlagen, die größtenteils aus Skizzen bestehen. Diese Fassung beinhaltet einen 3D-Hologrammschuber mit aufgeklebtem und somit entfernbarem FSK-Sticker. Das darin enthaltene 2er-Digipak besitzt zudem ein Wendecover.

Fazit:
"Outlander", von den Machern als Neuinterpretation des "Beowulf"-Mythos verstanden, ist zwar ein Fantasygemetzel zur Zeit der Wikinger, sehr phantasievoll ist der Film dabei jedoch nicht geraten, denn dafür werden zuviele große Vorbilder und ein zu vorhersehbares und klischeehaftes Drehbuch abgespult. Zudem mangelt es an einer überzeugenden, "strahlenden" Heldenfigur, am Erzähltempo und quantitativ an Action. Dafür bietet der Film eine durchaus beeindruckende Optik, überdurchschnittliche, blutige Actionszenen und genug Fantasyelemente um Genrefans bei Laune zu halten, was aber für einen unterhaltsamen Abend, ohne bleibenden Eindruck, ausreichen sollte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
110:20 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher Trailer
  • Originaltrailer
  • Audiokommentar mit Regisseur Howard McCain, den Produzenten Chris Roberts und John Schimmel sowie dem Drehbuchautor/Produzent Dirk Blackman 
  • Making Of
  • Entfallene Szenen
  • Visual Effects Test
  • Animatics
  • Bildergalerien (Setfotos/Storyboards/Drehorte/Kostüme/Requisiten/Kreaturen/Raumschiffe)
Outlander (Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Outlander
Outlander

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Fantasy-Gemetzel mit eindrucksvoller Optik, jedoch mit schwachem Drehbuch "gesegnet"


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Howard McCain
Drehbuch:
Dirk Blackman, Howard McCain
Darsteller:
James Caviezel, Sophia Myles, Jack Huston, John Hurt, Cliff Saunders, Ron Perlman

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
29.01.2010