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DVD-Besprechung - In 3 Tagen bist du tot 2

Story:
Nina (Sabrina Reiter) und Mona (Julia Rosa Stöckl) haben das Massaker am Ebensee überlebt und setzen nun, eineinhalb Jahre später, ihr Leben fort. Nina versucht das Trauma weiterhin zu überwinden, arbeitet in einem Plattenladen und geht gern zum Abtanzen in die Disco. Eines Nachts erhält sie einen Anruf von Mona, die sie um Hilfe anfleht, bevor das Telefonat abreißt. Als die Nummer in der Folge nicht mehr zu erreichen ist, beschließt Nina Mona zu helfen. Auf ihrer Suche nach Mona und ihrer Familie landet sie in Tirol. Hier will niemand etwas mit der Familie zu tun haben und Nina wird auch davor gewarnt weiter zu suchen. Als sie es dennoch macht, gerät sie in Gefahr.

Meinung zum Film:
„In 3 Tagen bist Du tot 2“ ist der Nachfolger von „In 3 Tagen bist Du tot“ vom österreichischen Regisseur Andreas Prochaska. 2006 konnte er mit dem spannenden Slasher überraschen und beweisen, dass auch in Österreich gute Horrorfilme produzierbar sind. Angeregt vom Erfolg entstand 2008 das Sequel, welches sich deutlich vom Vorgänger unterscheidet. Prochaska machte nicht den Fehler die Story des ersten Teils neu zu erzählen, sondern er setzt auf einen ganz anderen Plot. Der Film beginnt eineinhalb Jahre nach den mörderischen Ereignissen am Ebensee mit dem Auffinden der Leiche der Killerin des ersten Teils. Davon nimmt die Hauptdarstellerin Nina durch eine Zeitungsmeldung Kenntnis und kann so mit diesem Kapitel abschließen. Allerdings haben die Ereignisse sie geprägt und das Grauen hat sie längst nicht vergessen.

Ein telefonischer Hilferuf von ihrer Freundin Mona, die das Massaker ebenfalls überlebte, bringt die neue Handlung ins Rollen. Sie führt Nina zur Tankstelle von Monas Eltern, wo die Familie auch wohnt. Hier erfährt sie, dass die Familie Kofler nach Tirol fortgezogen ist. So macht sich die junge Frau auf und sucht weiter nach ihrer Freundin. Was den Zuschauer nun erwartet ist im Vergleich zum Vorgänger kein Slasher, sondern ein Horror-Thriller der besseren Sorte. Er hat nur einen Fehler, denn er ist zu lang geworden. Das liegt u.a. an einigen Längen im Drehbuch und an der Art der Inszenierung. Es gibt viele stille Szenen bzw. landschaftliche Bilder. Hierdurch entsteht eine abgelegene und einsame Atmosphäre. Die Bilder aus dem winterlichen Tirol sind toll und insgesamt steckt auch in der Kameraarbeit einiges an Können. Die verschiedenen gewählten Einstellungen können sich sehen lassen. Für sich genommen sind diese Szenen richtig gut, aber zu häufig und erzeugen dadurch Längen.

Ein Element der Spannung ist der Wechsel zwischen Realität und Traumwelt. Einige Szenen werden realistisch angegangen und man glaubt Nina gehe es an den Kragen, zumindest bis sie aufwacht. Fakt ist aber, das sie bei ihrer Suche nach Mona im schneebedeckten Tirol einigen Leuten auf die Füße tritt. Dies macht sie zwar ungewollt, aber sie ahnt ja auch nicht, mit wem sie es zu tun hat und was die Menschen verbergen wollen. Wenn man so will, dann bekommt man eine Art Hinterwäldlergeschichte geboten, dieses Mal aus Austria. Entsprechend fällt auch die Sprache aus und so kann man hier und da ein wenig Schwierigkeiten mit dem Dialekt bekommen. Die Freigabe ab 16 Jahren überrascht ein wenig, denn Blut wird gleich literweise vergossen indem es ein paar harte Szenen gibt. Die größte Überraschung wartet dann am Ende des Films auf sein Publikum.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt sehr farbarm und blass. Es unterstreicht zwar die triste Note der Einstellungen, doch letztlich scheint das Filmmaterial selbst die Ursache zu sein. Viele dunkle Szenen wirken milchig. Darunter leidet dann auch stellenweise die Bildschärfe. Die Außenaufnahmen sehen besser aus. Der Ton ist gut, wobei auffällt, dass der Score als Stilmittel sehr minimalistisch eingesetzt wird. Ingesamt ist der Ton eher frontlastig.

Zunächst kann der Film mit einem Audiokommentar von Regisseur Andreas Prochaska und Hauptdarstellerin Sabrina Reiter gesehen werden, was eine Fülle an Informationen bietet. Weiterhin gibt es noch einen Musik-Clip, entfallene Szenen und ein Making Of.

Fazit:
„In 3 Tagen bist Du tot 2“ ist ein gelungener Nachfolgefilm mit einem ganz neuen Ansatz. Statt stupide den ersten Teil nachzuspielen, überzeugt die Produktion mit einer gänzlich anderen Geschichte. Die technische Ausstattung von Bild und Ton sind durchschnittlich, während die Extras gut sind.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
108:44 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar
  • Musik-Clip
  • Deleted Scenes
  • Making Of
In 3 Tagen bist du tot 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
In 3 Tagen bist Du tot 2
In 3 Tagen bist Du tot 2

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Thrillerzeit in Tirol


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Österreich, 2008
Regie:
Andreas Prochaska
Drehbuch:
Agnes Pluch, Andreas Prochaska
Darsteller:
Sabrina Reiter, Andreas Kiendl, Martin Loos, Anna Roth, Philipp Rudig

Label Deutschland :
Senator Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
15.01.2010