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Blu-ray-Besprechung - Eiskalte Engel
Story:
Kathryn Merteuil (Sarah Michelle Gellar) und Sebastian Valmont (Ryan Phillippe) sind Stiefgeschwister mit einer ähnlich durchtriebenen Vorstellung vom Umgang mit anderen Menschen. So wettet Kathryn mit Sebastian, dass er die für alte Tugenden stehende Annette Hargrove (Reese Witherspoon) nicht ins Bett bekommen wird, während sie selbst versucht, sich über die naive Cecile Caldwell (Selma Blair) an ihrem Ex-Freund zu rächen. Doch als Sebastian und Annette sich näher kommen, ändert sich die gesamte Ausgangslage der Wette.
Meinung zum Film:
„Eiskalte Engel“ von Regisseur und Drehbuchautor Roger Kumble („Super süß und super sexy“) basiert auf dem Roman "Les liaisons dangereuses" von Choderlos de Laclos, der bereits 1988 recht prominent und erfolgreich mit Glenn Close, John Malkovich und Michelle Pfeiffer unter dem Namen „Gefährliche Liebschaften“ verfilmt wurde. Kumble nahm die im Mittelalter spielende Geschichte und verlagerte sie in die heutige Zeit. Aus dem dekadenten Adel wurden bei ihm gelangweilte Teenager aus reichem Haus ohne jedwede Vorstellung von Moral, der Schauplatz wurde von den ländlichen Adelspalästen in die gehobenen Bereiche um Manhattan verlegt. Deutlich verändert wurde auch der Sprachgebrauch, der mit dem Vokabular des ausgehenden 20. Jahrhunderts bestückt wurde und dabei teils auch recht vulgär erscheint. Die Änderungen wurden gezielt auf ein Zielpublikum zugeschnitten, das sich aus Teenagern, die auf dem Weg zum jungen Erwachsenen sind zusammen setzt.
Um dem angestrebten Zielpublikum entsprechende Identifikationsfiguren zu bieten, wurden die einzelnen Rollen mit angesagten Nachwuchsdarstellern damaliger Zeit besetzt. Das durchtriebene Geschwisterpaar wird dargestellt von Sarah Michelle Gellar („Buffy“) und Ryan Phillippe („54“), die bereits bei „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ zusammen vor der Kamera standen. Während Sarah Michelle Gellar in ihrer Rolle als Biest nicht immer ganz überzeugen kann, da sie manchmal einfach viel zu gekünstelt wirkt, gelingt es Ryan Philippe deutlich besser, seine Figur als lebendigen Charakter erscheinen zu lassen. Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass das Drehbuch ihm vor allem zum Ende hin deutlich mehr Spielraum bietet, um greifbar zu erscheinen. Reese Witherspoon („Natürlich blond!“) macht im Film genau das, was sie schon immer besonders gut konnte – als unschuldiges Everybody’s Darling das Publikum für sich zu gewinnen und somit genau das in ihre Rolle zu bringen, was die Geschichte benötigt. Zusammen mit Ryan Phillippe sorgt sie für die besten Momente im Film. Selma Blair („Hellboy“) hinterlässt einen Zwiespältigen Eindruck als naiver Backfisch. Zum Einen wirkt sie für die Rolle als Teenager deutlich zu alt - dies ist aber kein großes Wunder, immerhin war sie zu Zeiten der Dreharbeiten bereits 27 Jahre jung – zum Anderen überzieht sie die Naivität teilweise so weit, dass sie stellenweise geistig zurück geblieben erscheint, was ganz sicher so nicht beabsichtigt sein dürfte. In kleineren Rollen sind u.a. noch Joshua Jackson („Dawson's Creek“), Christine Baranski („Mamma Mia“) und Tara Reid („American Pie“) zu sehen.
Wenn es darum geht zu bewerten, ob „Eiskalte Engel“ eine gelungene Umsetzung des historischen Romans sei, kommt es sicherlich zu einem großen Teil auf das Alter des Bewertenden an. Denn durch seine coole Machart, hebt der Film sich doch sehr stark vom eigentlichen Grundton des Buches ab. Die Welt ist wie aus der Sicht eines Teenagers, der seine Lebensphilosophie von MTV und anderen Musiksendern für die Jugend bezieht. Umso weiter man selbst davon entfernt ist, umso schwerer wird es sein, die Handlung richtig für sich annehmen zu können. Trotz des Buchklassikers als Vorlage, wirkt der gesamte Fortgang der Geschichte insgesamt doch ein wenig zu flach und die Charaktere erscheinen überwiegend sehr stereotyp und eindimensional. Zusammen mit der Videoclip-Ästhetik und dem poppigen Soundtrack ergibt sich daraus ein Gesamtbild, das eindeutig auf das bereits angesprochene Zielpublikum maßgeschneidert wurde. Wer dazu gehört, sollte sich von daher den Film unbedingt ansehen. Wer dieser allerdings bereits entsprungen ist, dürfte maximal durchschnittliche unterhalten werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist sehr sauber und lässt keine Verschmutzungen oder Defekte erkennen, selbst Rauschen ist kaum auszumachen. Die Farben sind klar und kräftig, während Kontrast und Helligkeit angenehm abgestimmt sind. Die Schärfe und der Detailgrad liegen in einem guten Durchschnittsbereich, reichen an aktuelle Produktionen aber nicht ganz heran. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 ist gut verständlich abgemischt, hat in Sachen Effekte aber nur wenig zu bieten. Meist sorgt der Soundtrack für raumfüllende Klänge.
Zu Beginn gibt es einen Audiokommentar mit Regisseur Roger Kumble, Kameramann Theo van de Sande, Produzent Neal H. Moritz, Co-Produzentin Heather Zeegen, Production Designer Jon Gary Steele und Kostüm Designerin Denise Wingat in dem einiges über die Hintergründe zu erfahren ist und wo recht leicht zu erkennen ist, welchen Spaß das Team beim Arbeiten am Film hatte. Im Gegensatz zur DVD ist dieser auf Blu-ray mit deutschen Untertiteln versehen. Die Dokumentation bietet dann weitere Eindrücke vom Dreh und worauf bei der Umsetzung besonders Wert gelegt wurde. Das Making Of Featurette hat dem nichts weiter hinzuzufügen und ist eher als 6-minütiger Werbeclip zu sehen. Auch die kurze B-Roll hat nicht sonderlich viel interessantes zu bieten und zeigt nur jeweils kurze Clips von den Dreharbeiten. Die 4 kurzen Interview-Clips mit insgesamt gerade mal rund 5,5 Minuten beschäftigen sich in erster Linie mit der Deutung der Story und der Charaktere, was ebenfalls nicht unbedingt interessant erscheint, da man dies ohnehin schon weiß, wenn man den Film gesehen hat. So bleiben zum Schluss noch rund 20 Minuten nicht verwendeter Szenen, die jeweils von Regisseur Roger Kumble eingeleitet werden als Extra mit Substanz. Hinter „BD Live“ verbirgt sich nur der übliche Werbekram, den man bereits von anderen Kinowelt-Veröffentlichungen kennt.
Fazit:
„Eiskalte Engel“ ist die poppige Version des Buchklassikers "Les liaisons dangereuses", die eindeutig auf ein jüngeres Zielpublikum um die 20 abzielt. Das bedeutet zum einen zwar klare Abstriche in der Erzählung, dafür bringt es zum anderen aber ein großes Plus in der Inszenierung. Das Zielgruppenpublikum dürfte begeistert davon sein. Wer nicht mehr dazu gehört, wird zumindest noch durchschnittliche unterhalten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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97:25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Roger Kumble, Kameramann Theo van de Sande, Produzent Neal H. Moritz, Co-Produzentin Heather Zeegen, Production Designer Jon Gary Steele und Kostüm Designerin Denise Wingat
- Dokumentation Creative Intentions
- Making Of Featurette
- B-Roll
- Interview mit Sarah Michelle Gellar
- Interview mit Ryan Philippe
- Interview mit Resse Witherspoon
- Interview mit Roger Kumble
- Geschnittene Szenen
- BD Live
- Trailer
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Eiskalte Engel
Cruel Intentions
Die gefährlichen (oberflächlichen) Liebschaften gelangweilter Teenager reicher Leute
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1999 Regie: Roger Kumble Drehbuch: Roger Kumble (basierend auf dem Roman von Choderlos de Laclos) Darsteller: Sarah Michelle Gellar, Ryan Phillippe, Reese Witherspoon, Selma Blair, Joshua Jackson, Louise Fletcher, Sean Patrick Thomas, Tara Reid, Christine Baranski, Deborah Offner
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 18.02.2010
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