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DVD-Besprechung - Ken Follets Eisfieber

Story:
In der Forschungseinrichtung „Oxenford Medical“ wird an einem Gegenmittel gegen den tödlichen Madoba 2-Virus, einer gefährlichen Ebola-Mutation geforscht. Der jüngste Raub eines infizierten Kaninchens konnte dank Sicherheitschefin Antonia Gallo (Isabella Ferrari) schnell aufgeklärt werden, bevor eine Gefahr für die Bevölkerung entstehen konnte. Doch während „Oxenford Medical“-Chef Stanley Oxenford (Heiner Lauterbach) sich mit seiner Familie auf das Weihnachtsfest einstimmt, brechen skrupellose Gangster in die Einrichtung ein und haben es auf das Virus abgesehen, das am Schwarzmarkt einige Millionen wert ist.

Meinung zum Film:
„Ken Follets Eisfieber“ ist der erste Zweiteiler aus einer vom ZDF mit produzierten Fernsehfilm-Reihe, in der weitere Verfilmungen zu Romanen aus der Feder von Bestsellerautor Ken Follet („Die Säulen der Erde“) gezeigt werden sollen. Als zweiter Beitrag wurde bereits für den Herbst 2010 „Die Pfeiler der Macht“ angekündigt. Mit „Eisfieber“ entschieden sich die Produzenten zum Start für einen Thriller neueren Datums, der eine Mischung aus Familiendrama und Thriller darstellt. Die große Dramatik erfährt die Geschichte dabei vor allem in der zweiten Hälfte, wenn die Diebe sich mitsamt des Virus, das sie in einem Flakon bei sich tragen, in das abgelegene und durch einen plötzlichen Schneesturm von der Außenwelt abgeschlossene Anwesen der Oxenfords einschleichen. Stanley Oxenford weiß zu Beginn nicht wen er vor sich hat und so entwickelt sich eine immer dramatischere Situation für alle Beteiligten.

Die Besetzung der einzelnen Rollen ist unterschiedlich gut gelungen. Ein klares Plus und der dominante Charakter im Film ist ohne jeden Zweifel Heiner Lauterbach („Opernball“), der die Rolle des Familienpatriarchen voll und ganz auszufüllen versteht. Er strahlt die notwendige Ruhe und Gelassenheit aus um selbst in den kritischen Momenten durch sein joviales Auftreten für Entspannung zu sorgen. Auch Isabella Ferrari („Eiskalt - Arrivederci amore, ciao“) in der Rolle der Sicherheitschefin Antonia Gallo hinterlässt einen durchaus guten Eindruck, auch wenn sie dabei nicht ganz die Klasse von Lauterbach erreichen kann. Ein wenig geschmälert wird ihre Erscheinung vor allem dadurch, dass die deutsche Synchronisation der italienischen Schauspielerin im direkten Vergleich zum O-Ton von Heiner Lauterbach ein wenig an Charme verliert. Matthias Brandt („Contergan“) als Anführer der Einbrecher versteht es ebenfalls einen überzeugenden Eindruck zu hinterlassen, womit er aber innerhalb des Diebesquartetts leider ziemlich alleine dasteht. Ganz schlimm ist in dieser Hinsicht Anneke Kim Sarnau („FC Venus“) in der Rolle der Daisy, die vollkommen überzogen auf cool und anarchisch macht, was allerdings ganz fürchterlich nach hinten losgeht. Es ist unverständlich wie die Darstellerin auf die Idee kommen konnte so plump aufzutreten. Genauso unverständlich ist es aber auch, wie Regisseur Peter Keglevic („Der Skipper“) die Schauspielerin dazu anleiten konnte ohne einzuschreiten. Recht gespalten kommt auch Tom Schilling („Der Baader Meinhof Komplex“) auf dem Bildschirm herüber. In der Rolle von Kit, dem jüngsten Sohn von Stanley Oxenford, wirkt er viel zu blass, steif und grün hinter den Ohren, was zu seinen Aktionen nicht so recht passen möchte.

Doch nicht nur bei den Darstellern gibt es Licht und Schatten, auch die Inszenierung kann nicht unbedingt in jedem Punkt überzeugen. Ganz schlecht gelungen ist in dieser Hinsicht vor allem der Schnee. Solange er in der Luft schwebt, sieht er noch einigermaßen ordentlich aus. Doch was sich da auf Dächern und Autos niederschlägt, sieht aus wie billige Pappmaché und ist schlichtweg ein Witz. Auch der Beginn des Films ist recht zäh geworden. In erster Linie geht es darin um die Familienmitglieder und wie sie miteinander verbunden sind. Die Charakterisierung geht hier noch relativ in Ordnung. Allerdings bleibt sie meist nur an der Oberfläche und es werden Aspekte angeschnitten, die später überhaupt keine Rolle mehr spielen. Dies geht dann vor allem zu Lasten der Spannung. Diese kommt erst nach rund einer Stunde so langsam in die Gänge, baut sich dann aber stetig weiter auf. Im zweiten Teil geht es dann größtenteils spannend weiter und die Situation spitzt sich immer weiter zu. Wenn die Diebesbande und die mittlerweile zerstrittene Familie Oxenford aufeinandertreffen, gibt es zwar die ein oder andere nicht so ganz gelungene Idee in der Geschichte zu überstehen, insgesamt bietet „Eisfieber“ dann aber gute, spannende Unterhaltung. An die Spannung und Dramatik der Romanvorlage reicht sie allerdings immer noch nicht ganz heran..

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine TV-Produktion noch als gut zu bezeichnen. Zwar fehlt es stellenweise an Schärfe und Detailgrad, was bei 180 Minuten auf einer DVD aber nicht weiter verwunderlich ist. Der Ton in Dolby Digital Surround ist gut verständlich abgemischt, große Räumlichkeitseffekte dürfen von ihm aber nicht erwartet werden.  

Extras gibt es keine auf der DVD zu finden.

Fazit:
„Ken Follets Eisfieber“ ist eine ordentliche TV-Filmumsetzung des gleichnamigen Roman. Es dauert zwar seine Zeit bis die Geschichte in Fahrt kommt und auch die Darsteller können nur bedingt überzeugen, für kurzweilige drei Stunden Krimiunterhaltung ohne großen Anspruch reicht es aber aus.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
176:57 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Ken Follets Eisfieber - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ken Follets Eisfieber
Ken Follets Eisfieber

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine ordentliche Umsetzung des Romans auf ordentlichem TV-Film-Niveau


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2010
Regie:
Peter Keglevic
Drehbuch:
Beatrix Christian, Olaf Kraemer, Federica Pontremoli (basierend auf dem Roman von Ken Follet)
Darsteller:
Heiner Lauterbach, Isabella Ferrari, Tom Schilling, Matthias Brandt, Anneke Kim Sarnau, Katharina Wackernagel, Sophie von Kessel, Serena Autieri, Bülent Sharif

Label Deutschland :
Universum Film
Verkaufsstart Deutschland :
29.01.2010