 |
Kino-Besprechung - Crazy Heart
Story:
Der Country-Star "Bad" Blake (Jeff Bridges) hat seine besten Tage hinter sich. Er ist alkoholsüchtig, übergewichtig und tourt mit dem eigenen Auto von Kleinstadt zu Kleinstadt, um in heruntergekommenen Bars und Bowling-Bahnen aufzutreten. Vom Alkohol umnebelt kriegt er von den eigenen Auftritten, die immer noch von hartnäckigen Fans seiner alten Hits besucht werden, kaum etwas mit. Doch auf einer seiner Stationen lernt er die junge Reporterin Jean Craddock (Maggie Gyllenhaal) kennen, mit der sich bald eine Beziehung anbahnt. Er beschließt, sein Leben für sie und ihren kleinen Sohn Buddy (Jack Nation) umzukrempeln, doch das gestaltet sich nicht gerade leicht.
Meinung zum Film:
Das Herzstück von "Crazy Heart" ist sicherlich das Schauspiel von Jeff Bridges ("The Big Lebowski"). Für die Hauptrolle des Films wurde Jeff Bridges bereits mit einer Vielzahl von verdienten Auszeichnungen (inklusive des Golden Globes) überhäuft und ist auch für einen längst überfälligen Oscar als bester männlicher Hauptdarsteller der absolute Favorit. Den alkoholsüchtigen Country-Musiker "Bad" Blake, der seine besten Zeiten längst hinter sich hat, spielt Bridges mit Inbrunst und überzeugt sowohl in den Höhen als auch den Tiefen seines im Film dargestellten Lebensabschnitts. Unterstützt wird er von einer Reihe weiterer hervorragender Schauspieler, allen voran Maggie Gyllenhaal ("The Dark Knight"), die ihre sehr emotionale Rolle ebenfalls sehr überzeugend spielt und dafür ebenfalls für einen Oscar nominiert wurde.
In kleineren Rollen gibt es Colin Farrell ("Nicht auflegen!"), der als Country-Star überrascht, und Robert Duvall ("Der Pate") zu sehen, die ebenfalls sehr gut sind, aber zumindest im Falle von Letzterem nicht wirklich etwas wichtiges zum Film beizutragen haben. Neben den Schauspielern überzeugt auch die unaufgeregte, aber gelungene Kameraarbeit und das angenehm langsame, aber nicht schleppende Erzähltempo. Nicht übermäßig stark ist hingegen die Story. Das Drehbuch schafft es zwar, die Hauptfigur gut zu beleuchten und sehr greifbar zu machen, plätschert ansonsten aber eher vor sich hin und hat nicht viele Überraschungen zu bieten. Nicht, dass es ärgerlich oder langweilig wäre, aber man hat am Ende auch nicht das Gefühl, dass man diese Geschichte unbedingt hätte sehen müssen.
Dass der Film trotzdem Spaß macht, liegt auch an der Musik, die ebenfalls in der Kategorie "Bester Song" mit dem Golden Globe ausgezeichnet und für den Oscar nominiert wurde. Jeff Bridges singt seine Songs selber und macht das wirklich sehr gut. Selbst für Menschen, die sonst nicht viel mit Country-Musik am Hut haben, sind da ein paar sehr schöne Ohrwürmer aus der Feder von T-Bone Burnett und Ryan Bingham dabei. Und wer Country-Fan ist, darf sich diesen Film eigentlich sowieso nicht entgehen lassen, auch wegen der Einblicke in die Geschehnisse hinter den Kulissen der Country-Szene. Insgesamt ist der Film auf jeden Fall ein gelungenes Erstlingswerk des Regisseurs und Drehbuchautors Scott Cooper.
Fazit:
Auch wenn "Crazy Heart" inhaltlich nicht allzu viel zu bieten hat, ist er dennoch sehenswert aufgrund der schönen Musik und insbesondere der tollen Schauspielleistungen, allen voran natürlich Jeff Bridges Glanzleistung in der Hauptrolle.
|  |
Crazy Heart
Crazy Heart
Toll gespieltes Country-Drama
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Scott Cooper Drehbuch: Scott Cooper Darsteller: Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal, Robert Duvall, Colin Farrell, Jack Nation
Verleiher:
20th Century Fox
Kinostart : 04.03.2010
|