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Kino-Besprechung - Der Ghostwriter
Story:
Ein Ghostwriter (Ewan McGregor) wird angeheuert, um an den Memoiren des ehemaligen britischen Premierministers Adam Lang (Pierce Brosnan) zu arbeiten, nachdem der vorherige "Ghost" bei einem Unfall ums Leben kam. Just zu dieser Zeit beherrscht Lang weltweit die Schlagzeilen wegen eines Folter-Skandals, aufgrund dessen er als Kriegsverbrecher vor Gericht soll. Um den Prozess zu hinauszuzögern, zieht sich Lang in sein Anwesen auf einer Insel vor der Küste von New York zurück, das von Demonstranten belagert wird. Dorthin wird auch der Ghostwriter gebracht, der bei seinen Nachforschungen in die Vergangenheit und das Privatleben des Ex-Premiers einige unangenehme Entdeckungen macht. Bald zweifelt er, ob der Tod seines Vorgängers wirklich ein Unfall war.
Meinung zum Film:
"Der Ghostwriter" ging in den letzten Monaten nicht zu knapp durch die Presse. Jedoch nicht unbedingt, weil alle Journalisten so aufgeregt gewesen wären, dass Meisterregisseur Roman Polanski ("Der Pianist") einen spannenden Polit-Thriller von Robert Harris ("Vaterland") mit einem tollen Star-Ensemble fürs Kino umsetzt, sondern vielmehr wegen des "Privat"-lebens des Regisseurs. Mittlerweile sollte jeder mitbekommen haben, dass Polanski kurz vor Fertigstellung des Films in der Schweiz aufgrund eines viele Jahre zurückliegenden US-Haftbefehls wegen Missbrauchs einer Minderjährigen festgenommen wurde und seitdem unter Hausarrest in einem schweizer Chalet lebt, wo er auf seine Auslieferung an die USA wartet. In diesem Licht betrachtet wirkt der Film geradezu prophetisch, denn auch im Film kann Pierce Brosnans ("James Bond 007 – Goldeneye") Figur sein Anwesen nicht verlassen, wenn er nicht wegen alter Verbrechen vor Gericht kommen möchte.
Doch so schwer es fällt, den Film unabhängig von den realen Ereignissen im Leben seines Regisseurs zu beurteilen, verdient er es doch, als eigenständiges Werk zu betrachtet zu werden. Denn bei "Der Ghostwriter" handelt es sich um einen sehr gelungenen politischen Thriller mit hervorragenden Schauspielern. Polanski fängt die angespannte Stimmung im Anwesen des ehemaligen Premiers ebenso gut ein wie die größeren politischen Verwicklungen, in die sich Ewan McGregor ("Trainspotting") als der namenlose Ghostwriter verstrickt. Der Film ist eher ruhig erzählt, nie laut oder hektisch, schafft es aber trotzdem, den Zuschauer ungemein zu fesseln und über die gesamte Laufzeit nicht loszulassen. Mit einer weitgehend klassischen Inszenierung erzählt Polanski die Geschichte ohne Schnörkel und gibt den bestens aufgelegten Schauspielern die Möglichkeit, zu strahlen.
Ewan McGregor als Protagonist bleibt eher undefiniert (er kriegt nicht einmal einen Namen), dennoch – oder gerade deswegen – funktioniert er bestens als Identifikationsfigur. Pierce Brosnan spielt den deutlich an Tony Blair angelehnten Premierminister mit Verve und kann überzeugen. Auch die kleineren Rollen sind mit Stars wie Tom Wilkinson ("Michael Clayton") und Kim Cattrall ("Sex & the City") alle toll besetzt; besonders fällt noch Olivia Williams ("Dollhouse") als Langs Gattin auf, die mit Vielschichtigkeit beeindruckt.
Der Film ist sicher keines von Polanskis ganz großen Meisterwerken wie "Rosemarys Baby", "Chinatown" oder "Der Pianist", aber auf jeden Fall ein sehr guter Film im Stil der politischen Thriller der 70er und absolut sehenswert.
Fazit:
„Der Ghostwriter“ ist ein sehr
gelungener Polit-Thriller mit tollen Darstellern. Die Inszenierung
ist eher klassisch und ruhig, dennoch bleibt der Film spannend bis
zum überzeugenden Twist am Ende.
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Der Ghostwriter
The Ghost Writer
Ein gelungener Polit-Thriller
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, Deutschland, UK, 2010 Regie: Roman Polanski Drehbuch: Robert Harris, Roman Polanski Darsteller: Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams, Kim Cattrall, Tom Wilkinson
Verleiher:
Kinowelt
Kinostart : 18.02.2010
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