 |
DVD-Besprechung - Der Killer und die Nervensäge
Story:
Ralf Milan (Richard Berry) ist ein gewissenhafter Auftragskiller und erhält den Auftrag, einen inhaftierten Mafiosi von einer wichtigen Aussage vor Gericht abzuhalten. So mietet er sich ein Hotel ein, das genau gegenüber dem Gerichtsgebäude liegt, um eine schöne freie Schussbahn zu haben. Für so einen Job braucht man seine Ruhe, doch dummerweise sorgt im Nebenzimmer der Fotograf Pignon (Patrick Timsit) für Unruhe. Der verzweifelte Mann will sich nämlich das Leben nehmen, da seine Frau ihn verlassen hat. Milan hat alle Hände voll zu tun, um ihn daran zu hindern und somit auch keine Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zu ziehen. Ein scheinbar unmögliches Unterfangen.
Meinung zum Film:
„Der Killer und die Nervensäge“ ist das zweite Remake einer Krimikomödie, die hier unter dem Namen „Die Filzlaus“ bekannt wurde. Lino Ventura und Jaques Brel sorgten 1973 für einen Erfolg. 1981 folgte unter der Regie von Regie-Ikone Billy Wilder die Neuverfilmung „Buddy, Buddy“ und auch diese kann als Erfolg betrachtet werden. Nun folgte 2008 die dritte Verfilmung und Richard Berry („Ruby & Quentin“) und Patrick Timsit („Tolle Zeiten“), zwei französischen Mimen, die vor allem in ihrem Heimatland bekannt sind. Leider können sie nicht einmal ansatzweise in die Fußstapfen ihrer vier Vorgänger treten. Die Geschichte selbst ist, bis auf kleinere Variationen, identisch und insofern als gut anzusehen.
Richard Berry kann als Killer Ralf Milan nicht überzeugen. Es fehlt ihm sowohl die coole Ausstrahlung, als auch die später einsetzende Verzweiflung, als ihm klar wird, dass sein Attentat zu scheitern droht. Berry kann die Rolle einfach nicht ausfüllen und das ist schon die Hälfte des Unterhaltungswertes. Die zweite Hälfte geht mit Patrick Timsit zusammen unter, denn er soll eigentlich der tragikomische Teil der Geschichte sein. Dummerweise versucht er zu viel tumbe Mimik und blickt dümmlich in der Gegend herum. Der Zuschauer hat es enorm schwer, ihm seinen Part abzunehmen, gerade im Hinblick auf seine ungleich erfolgreicheren Vorgänger in dieser Rolle.
In Frankreich mag die Neuauflage vielleicht gut angekommen sein, was dann aber an dem Lokalkolorit liegen dürfte. So wirken die beiden jedoch international wie eine Fehlbesetzung und schnell macht sich Enttäuschung über das schwache Schauspiel breit. Die Kulissen und die Nebencharaktere sind hingegen gut und die Szenen in dem gut gesicherten Gefangenentransport sind witzig. Leider können sie nicht von dem Hauptgeschehen ablenken. Dieses Remake hätte sich Regisseur Francis Veber sparen können, zumal er eigentlich um die Wichtigkeit der beiden Hauptfiguren weiß. Immerhin hatte er 1981 an der Geschichte von „Buddy, Buddy“ mitgeschrieben.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist als gut zu bewerten, denn die Farben sind sehr gut abgestimmt und die Bildschärfe dem entspricht, was man von dem Medium erwarten darf. Es ist zwar ein leichtes Rauschen bei Außenaufnahmen erkennbar, aber das stört nicht weiter. Der Kontrast ist gut. Der dialoglastige Ton konzentriert sich auf die vorderen Boxen, teilweise wird beim Score dann aber auch etwas Last auf alle Lautsprecher gegeben.
Die Extras liegen mit deutschen Untertiteln vor. Zunächst gibt es ein informatives Making Of mit einer Laufzeit von rund 17 Minuten. Es folgt eine Reihe von Interviews mit Cast und Crew (ca. 12 Minuten), die ebenfalls interessant sind. Den Abschluss bildet der Originaltrailer.
Fazit:
„Der Killer und die Nervensäge“ ist ein schwaches Remake, was auf die beiden Hauptdarsteller zurück zu führen ist. Beide können in ihren Rollen nicht aufgehen und das zeigen, was den Ursprungsfilm ausmachte. Bild, Ton und Extras sind hingegen gut.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
84:04 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Making Of
- Interviews mit Cast und Crew
- Originaltrailer
|
|  |
Der Killer und die Nervensäge
L'emmerdeur
Unnötiges, humorarmes Remake
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2008 Regie: Francis Veber Drehbuch: Francis Veber Darsteller: Richard Berry, Patrick Timsit, Pascal Elbe, Virginie Ledoyen, Laurent Paolini
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 19.02.2010
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 19.02.2010
|