 |
DVD-Besprechung - Nirvana
Story:
Eine Metropole in der Zukunft: Computerspiele sind das Leben von Softwaredesigner Jimi (Christopher Lambert, "Highlander"). Seine neueste Kreation: Nirvana. Ehe er es fertigstellen kann, befällt ein hochinfektiöser Virus das gesamte System ... wodurch sein Protagonist Solo (Diego Abatantuono) ein Bewusstsein entwickelt und ihn bittet, seine Existenz zu löschen. Doch die Macht über seine Schöpfung hat Jimi längst verloren - auf realer und virtueller Ebene beginnt eine atemlose und fantastische Reise.
Meinung zum Film:
Weihnachten steht vor der Tür und Computerspiel-Entwickler Jimi (Christopher Lambert) werkelt fleißig an seinem neuen potenziellen Kassenschlager, dem Virtual-Reality-Game "Nirvana". Für Jimi kommt die viele Arbeit - das Spiel soll innerhalb der nächsten zwei Tage fertig werden - gerade recht, wurde er doch vor Kurzem von seiner Freundin (Emmanuelle Seigner, "Die neun Pforten") verlassen, weshalb er nun ganz froh ist, sich ablenken zu können. Doch dann entdeckt Jimi etwas, das niemand für möglich gehalten hätte ...
Ein Virus hat "Nirvana" befallen und dafür gesorgt, dass Solo (Diego Abatantuono), der Held des Spiels, eine Art Bewusstsein und Eigenleben entwickelt hat. Dadurch wurde ihm vor Augen geführt, dass er lediglich eine programmierte Figur in einer programmierten Welt ist und dazu verdammt, die immer gleichen Abläufe ständig zu wiederholen. Daher soll Jimi ihn aus seiner Not befreien - und "Nirvana" löschen. Das Problem ist nur: "Nirvana" wurde bereits auf den Server des Herstellers "Okosama Star" übertragen. Doch mit Hilfe der beiden Hacker Joystick (Sergio Rubini) und Naima (Stefania Rocca) macht sich Jimi trotzdem ans Werk.
"Nirvana" ist weniger ein klassischer Science-Fiction-Film als vielmehr eine Parabel, eine Metapher für diverse philosophische Fragen. Ein bisschen "Tron", ein bisschen "Blade Runner" und ein bisschen Weltuntergangsstimmung des damals nahenden Jahrtausendwechsels mischen sich hier zusammen. Wodurch ist der Mensch noch menschlich, wenn virtuelle Realität immer größere Räume seines Lebens einnimmt? So wird auch im Laufe des Films, bedingt durch eine verschachtelte Erzählstruktur, nie völlig klar, mit was man es nun eigentlich zu tun hat. Handelt es sich um vergangene Erlebnisse Jimis, die hier retrospektiv erzählt werden? Ist das Ganze nur ein Traum oder passiert dies alles in einer parallelen Dimension? Sicher ist "Nirvana" nicht für jeden Zuschauer etwas, wer sich aber für die Grundthematik interessiert, kann hier durchaus mal einen Blick riskieren, zumal der Film für eine italienische Produktion visuell sehr anspruchsvoll ist und sich nicht hinter diversen Hollywoodstreifen verstecken muss.
Digitale Aufarbeitung:
Die technische Umsetzung der deutschen DVD wird dem Film leider absolut nicht gerecht. Statt im Originalformat 1,85:1 liegt "Nirvana" lediglich als 4:3-Version vor. Der Transfer rauscht recht stark, gelegentlich treten Verschmutzungen auf. Die Farben wirken zu blass, die Schärfe könnte ebenfalls besser sein. Der Ton liegt ausschließlich auf Deutsch in Stereo vor und bietet klar verständliche Dialoge.
Außer dem Trailer zum Film ist kein Bonusmaterial enthalten.
Fazit:
"Nirvana" ist eine Science-Fiction-Parabel, die sich mit der modernen Welt und virtueller Realität auseinandersetzt. Für eine relativ kleine italienische Produktion ist hier ziemlich großes visuelles Kino entstanden. Die deutsche DVD liefert allerdings leider nur unbefriedigende Qualität ab.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,33:1
|
108:51 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine Untertitel vorhanden. |
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
Nirvana
Nirvana
Science-Fiction-Parabel über virtuelle Welten
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / Frankreich / Großbritannien, 1997 Regie: Gabriele Salvatores
Drehbuch: Pino Cacucci, Gloria Corica, Gabriele Salvatores Darsteller: Christopher Lambert, Sergio Rubini, Diego Abatantuono, Stefania Rocca, Emmanuelle Seigner
Label :
Epix
Verkaufsstart : 26.02.2010
Vertrieb :
Epix
Verkaufsstart : 26.02.2010
|