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DVD-Besprechung - Ein Schuss zuviel
Story:
Bill Anderson (Armando Calvo) und seine Bande terrorisieren das kleine Örtchen Springfield. Die Stadtoberen haben eines Tages die Schnauze voll und engagieren einen Pinkerton-Detektiv, der mit Anderson aufräumen soll. Einige Zeit später kommen gleich 2 Fremde in die Stadt: Ringo (Peter Martell) und Dan Samuelson (Piero Lulli), die beide Interesse an Anderson haben und sich gegenseitig verdächtigen, jeweils der Pinkerton-Detektiv zu sein.
Meinung zum Film:
Regie bei „Ein Schuss zuviel“ führte der Spanier Rafael Romero Marchent, der zeitlebens einige Italowestern ablieferte, darunter den zumindest in der deutschen Rainer-Brandt-Blödel-Synchro äußerst unterhaltsamen „...und Santana tötet sie alle“. Der Soundtrack wurde von Francesco di Masi abgeliefert und das Drehbuch stammt unter anderem von Mario Caiano, der ebenfalls einige brauchbare Italowestern abgedreht hat („Der letzte Zug nach Durango“). Wenn man dann noch zur Kenntnis nimmt, dass der großartige Piero Lulli („Töte Django“) mitspielt und er sogar reichlich Spielfreude mitbringt, sollte man meinen, dass eigentlich nichts mehr schief gehen kann. Leider bietet „Ein Schuss zuviel“ dennoch einen Schuss Originalität zu wenig.
Die Geschichte selbst ist zwar kurzweilig, dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass der Film insgesamt nur lieblos heruntergekurbelt wurde – eine Erkenntnis, die bereits in den Hintergrundinformationen in den Innenseiten des Digipaks getätigt wird. Zunächst kommt Dan Samuelson in die Stadt und gibt sich als trinkfreudiger und spendabler Geselle. Anschließend wird mit der Ankunft Ringos, aus dem in der deutschen Synchronfassung der Offizier Captain Blythe wird, das Duo komplettiert. Ringo mischt zunächst Andersons Bande auf und beide Helden verdächtigen sich gegenseitig, jeweils der Pinkerton-Detektiv zu sein. Warum die beiden in Wahrheit ein gesteigertes Interesse an Anderson und seinen Spießgesellen haben, stellt sich erst später heraus. Zumindest bei Ringos Motivation kann man sich aber schon recht schnell zumindest ungefähr denken, was Sache ist, so dass sich die Überraschung in engen Grenzen hält und Samuelsons Beweggründe sind von sich aus wenig spektakulär.
Optisch kommt der Film wie ein typischer US-Western daher, es gibt keine im Gedächtnis bleibenden Kameraeinstellungen und auch das Setting bietet Standardware und keinen Augenschmaus. Diesen bietet einzig und allein Dyanik Zurakowska in ihrer Rolle als Lucy. Zurakowska ist auch in einer Minirolle in „Navajo Joe“ zu sehen und verdingte sich ansonsten in den 70er Jahren recht oft in billigen Horrorfilmchen. Handwerklich lässt sich bei „Ein Schuss zuviel“ wenig bemängeln, dennoch hat man immer das Gefühl, dass Regisseur Marchent sehr viele Gelegenheiten, etwas besonderes aus dem Film zu machen, verschenkt hat. Anhand der eher jungen deutschen Synchro (so hört man z.B. Klaus-Dieter Klebsch und Blythe/Ringo wird von der deutschen Stimme von Alan Harper aus „Two and a half men“ gesprochen) kann man außerdem mutmaßen, dass es der Film seinerzeit nicht mal in die deutschen Kinos geschafft hat. Reingucken kann man jedoch auf alle Fälle, für den eingefleischten Italowesternfan gibt es allerdings nur wenig Schauwerte.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität kann man als gelungen bezeichnen. Altersbedingte Bildverschmutzungen sind nur beim Vorspann zu sehen, was natürlich überhaupt nicht negativ ins Gewicht fällt. Ansonsten regieren eine gute Schärfe und frische Farben. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.
Wie immer bei der „Italo-Western-Collection“ gibt es in der Digipak-Klappe auf 3 Seiten Hintergrundinformationen zum Film, diesmal eher in Form einer überraschend offenherzigen Kritik an dem Film. Auf der Scheibe selbst finden sich dann der übliche Trailer (auf englisch) und eine Bildergalerie mit Aushangfotos. Kernstück ist die Featurette „Erinnerung des Mannes mit der Mundharmonika“, in der Franco de Gemini, der die Mundharmonika in „Spiel mir das Lied vom Tod“ einspielte, sich ca. 25 Minuten lang mit kurzweiligen Anekdoten an damalige Kollegen erinnern darf.
Fazit:
„Ein Schuss zuviel“ ist handwerklich in Ordnung, dennoch will der Funke nie so recht rüberspringen. Allein das Duo Piero Lulli und Peter Martell funktioniert als Team prima und besonders Lulli ist mit viel Spielfreude bei der Sache. Insgesamt fühlt sich der Film wie ein US-Western an. Kann man gucken, muss man aber nicht. Die DVD-Qualität ist gut.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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80:49 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Klappentext mit Hintergrundinformationen
- Trailer
- Bildergalerie
- Featurette "Der Mann mit der Mundharmonika"
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Ein Schuss zuviel
Dos hombres van a morir
Ohne Schmerzen ansehbar, aber gewiss kein Meisterwerk
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien/Italien, 1968 Regie: Rafael Romero Marchent Drehbuch: Eduardo Manzanos Brochero, Mario Caiano Darsteller: Peter Martell, Piero Lulli, Armando Calvo, Paolo Herzl, José Jaspe
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 05.03.2010
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 05.03.2010
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