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DVD-Besprechung - Beast Stalker (2 Disc Special Edition)
Story:
In den überfüllten Straßen Hongkongs tobt der klassische Kampf von Gut gegen Böse. Sergeant Tong (Nicholas Tse) verfolgt zusammen mit seinem Team eine skrupellose Gangsterbande, die ein kleines Mädchen entführt hat. Tong kann die Verbrecher unschädlich machen, tötet aber bei seiner gewagten Aktion die junge Geisel. Voller Schuldgefühle endet der ehemals herausragende Cop in zerschmetternden Selbstzweifeln. Als Mafiakiller Hung (Nick Cheung) die Schwester des kleinen Mädchens entführt, will Tong seine Schuld ausmerzen und zieht in einem selbstzerstörerischen Egotrip los, um die Kleine zu befreien. Doch der intelligente Hung lässt sich nicht so leicht überwinden und schon entbrennt ein intensiver Kampf in den engen Straßen Hongkongs, bei den die erbitterten Kontrahenten über alle Schmerzgrenzen hinaus gehen.
Meinung zum Film:
"Beast Stalker" ist eine willkommene Abwechslung im Genre der Hongkong-Thriller. Setzten andere Werke auf bleihaltige Auseinandersetzungen und brennen ein Actionfeuerwerk nach dem anderen ab, konzentriert sich Regisseur Dante Lam ("Undercover Hidden Dragon") auf andere Stilmittel. Sein Film ist bestimmt von ruhigen Einstellungen, welche die Story langsam, fast behäbig erzählen. Lam rückt vor allem seine Figuren in den Fokus und schafft es auf diese Weise, den Denkapparat des Zuschauers mit einzubinden. Dieser hat es wahrlich schwer, die Charaktere im klassischen Gut/Böse-Schema zu positionieren, denn eine klare Zugehörigkeit ist nicht zu erkennen. Diese Ambivalenz gehört zu den Stärken des Films. Entführer Hung (Nick Cheung, "Election 2") kann nicht eindeutig als Bösewicht angesehen werden, da diverse Handlungsmotive das eindimensionale Verständnis dieses Charakters verhindern. Auch Sergeant Tong (Nicholas Tse, "Dragon Tiger Gate") ist ein ungewöhnlicher Charakter, der eben nicht als strahlender Starcop definiert ist, sondern nach dem Tod des kleinen Mädchen mit allerlei Selbstzweifel und eigenen Dämonen jonglieren muss.
Zudem gefällt die hervorstechende Optik dieses Thrillers besonders gut. Perspektivisch hervorragend komponierte Kameraschwenks und künstlerische Einstellungen zeigen die Großstadt Hongkong vollkommen untypisch. Enge Straßen, das hektische Durcheinander der umher eilenden Menschen und die stressige Geräuschkulisse lassen die Figuren in diesem ruhelosen Raum agieren. Hier stellt sich eine Parallele zu den Charakteren ein, die im inneren fast gleichsam ruhelos scheinen, eben wie die Metropole. Und genau dies wird durch die stimmig inszenierten, vortrefflich durchdachten Kameraaufnahmen ausgedrückt. Dabei ist die grundsätzliche Geschwindigkeit der Erzählung eher langsam, erneut ein im Hongkongkino unübliches Stilmittel. Und hier muss sich "Beast Stalker" leider auch kritisch hinterfragen lassen. Denn im Laufe des Films wirkt dieses Stilmittel ermüdend und lässt kaum erzählerische Dynamik zu. Das Ganze wirkt bald etwas zäh und das ein ums andere Mal wünscht man sich dann doch raschere Abschnitte.
Diese Alleinstellungsmerkmale nützen jedoch ihrem Zweck, "Beast Stalker" aus der Masse der üblichen Hongkong-Thriller abzuheben und beschwerten dem Film die Ansetzung im Programm der Forumssektion der 59. Berlinale sowie ein Screening beim Asia Filmfest. Dort dürfte die kopflastige Story gut angekommen sein, da die Konzentration auf die Charaktere und deren Hintergründe eher den Nerv des Anspruchspublikums treffen, als das von Fans des Action- oder Martial Arts-Sektors. Im Rahmen seiner Platzierung kann "Beast Stalker" dann auch überzeugen, muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, sich in seinem Verlauf zu behäbig zu geben. Die facettenreiche Story und das gut agierende Ensemble machen den Film am Ende jedoch sehenswert und helfen über die Längen zur Mitte hinweg.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität kann qualitativ im guten Mittelfeld eingeordnet werden. Auffällig ist das Bildrauschen ausgefallen, welches gerade an dunklen Passagen stört. Helle Sequenzen sind hingegen oft sehr scharf und klar, also weisen keine kritikwürdigen Mängel auf. Farbe und Kontrast sind ebenfalls ausgewogen und stimmig. Im Tonbereich ist "Beast Stalker" gut ausgestattet: Insgesamt vier Tonspuren beinhalten den kantonesischen Originalton sowie die deutsche Synchronisation im Format Dolby Digital 5.1. Zusätzlich gibt es eine deutsche DTS-Spur und einen Audiokommentar (Dolby Digital 2.0), der deutsch untertitelt ist. Optional können die anderen Tonspuren durch deutsche Untertitel ergänzt werden.
Das weiterführende Bonusmaterial ist komplett auf Disc zwei enthalten. Ein 13 minütiges Making of und das mit 25 Minuten Länge sehr umfangreiche Behind the Scenes-Material bringen nützliche Hintergründe zur Produktion. Zusätzlich gibt es den Trailer auf deutsch und kantonesisch sowie den 21 minütigen Zusammenschnitt der Deleted Scenes. Hier fehlt ein erklärender Kommentar, Informationen für die Nichtverwendung der Sequenzen werden dem Zuschauer leider vorenthalten. Des Weiteren gibt es drei Interviews. Alle Features sind in kantonesischer Originalsprache gehalten und verfügen über deutsche Untertitel. Insgesamt erfreut diese ordentliche Ausstattung das Gemüt.
Fazit:
"Beast Stalker" ist als Hongkong-Thriller, der mehr auf knisternde Spannung und seine Figuren setzt als sich auf genretypische Actionelemente zu konzentrieren, ein bemerkenswertes Werk. Leider wirkt ""Beast Stalker" an manchen Stellen zu zäh und mehr Dynamik wäre insgesamt gesehen ein Zuwachs an Unterhaltungswert gewesen. So entsteht zwar ein guter Eindruck, doch auch die Gewissheit, dass ein Teil vom zweifellos vorhandenen Potential nicht ausgereizt wurde. Die Extras sind ordentlich und eignen sich gut zur tiefergehenden Beschäftigung mit der Produktion.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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105:26 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Kantonesisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar (Dolby Digital 2.0)
- Making of
- Behind the Scenes
- Trailer (deutsch & kantonesisch)
- Deleted Scenes
- Drei Interviews
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Beast Stalker
Ching yan
Hongkongthriller der etwas anderen Art
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hong Kong (China), 2008 Regie: Dante Lam Drehbuch: Dante Lam, Wai Lun Ng Darsteller: Nicholas Tse, Jingchu Zhang, Nick Cheung, Kai Chi Liu
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 05.03.2010
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 05.03.2010
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