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Blu-ray-Besprechung - Halloween II (2-Disc Special Edition)
Story:
2 Jahre ist es her, seit Michael Myers (Tyler Mane) in der Halloween-Nacht in Haddonfield eine blutige Spur des Grauens hinterließ. Während sein damaliger Psychiater Dr. Loomis (Malcolm McDowell) ein Buch über die Geschehnisse schrieb und nun durch die Lande tingelt, um es zu verkaufen, leidet die überlebende Laurie Strode (Scout Taylor-Compton) noch immer unter den traumatisierenden Erlebnissen. Während die Bevölkerung allgemein davon ausgeht, dass Michael Myers vor zwei Jahren in der Halloween-Nacht gestorben ist, ist Laurie sich sicher, dass er noch lebt. Das anstehende Halloween-Fest wird zeigen, wie recht sie mit dieser Annahme hat.
Meinung zum Film:
„Halloween II“ macht zunächst da weiter, wo das erste Remake von Regisseur und Drehbuchautor Rob Zombie („The Devil's Rejects“) aufhörte und auch der originale zweite Teil ansetzte. Doch nach rund 20 Minuten gibt es einen Twist, der die Handlung 2 Jahre nach den ersten Übergriffen Michael Myers verlegt. Ein Twist, der vielen höchst übel aufstoßen dürfte und die erste schlechte Entscheidung in einer Reihe weiterer, wenig ruhmreicher Ideen Rob Zombies. Viele Neuerungen am durch John Carpenter ins Leben gerufenen „Halloween“-Mythos dürften nicht nur eingefleischte Fans übelst aufstoßen, mehr als dies bereits beim ersten Halloween-Remake der Fall war. Denn sehr schnell wird klar, dass das zweite Remake nur noch ganz vage etwas mit den alten Halloween-Filmen zu tun hat, dafür aber umso mehr von der White-Trash-Mentalität des Regisseurs aufbietet.
Wie schon beim ersten Film ist auch diesmal wieder die Figur der Laurie Strode alles andere als eine Sympathieträgerin. Doch war sie im ersten Teil am ehesten als blass und unscheinbar zu bezeichnen, ist sie nun zur großen White-Trash-Nervensäge mutiert, der man einen möglichst schleunigen Tod wünscht, nur um von ihrem Rumgenerve befreit zu sein. Dank einer Mischung aus verfehlter Führung durch den Regisseur, einer schlechten Charakterausarbeitung durch das Drehbuchs und einer indiskutablen Leistung von Darstellerin Scout Taylor-Compton („An American Crime“) besitzt die Figur der Laurie Strode die Ausstrahlung einer durchschnittlichen Walnuss. Die Figur des Dr. Loomis (Malcolm McDowell / „The Book of Eli“) hat Rob Zombie vollkommen auf den Kopf gestellt und radikalen Änderungen unterzogen. Aus dem einstigen, verbissenen Myers-Jäger ist eine peinliche Medienhure geworden, die ihren Bekanntheitsgrad dazu ausnutzt, um im Rampenlicht durch die Lande zu ziehen und sein Buch an den Mann und die Frau zu bringen.
Michael Myers selbst verkommt im Film immer mehr zur Nebensache. Er taucht zwischendurch immer wieder auf, wie ein Nummerngirl bei Boxkämpfen, um namenlose Opfer zu killen. In der deutschen Verkaufsfassung wurden die Gewaltszenen für eine FSK-18-Freigabe gekürzt, aber selbst die komplette Gore-Palette hätte am Film nicht viel retten können. Wenn Michael mal nicht seinem blutigen Handwerk nachgeht, hat er an Plattheit nur schwer zu überbietende Visionen von seiner Mutter, die in strahlend weißem Gewand gekleidet zu ihm spricht. Am Ende lässt Rob Zombie ihn dann zu allem Überfluss auch noch zum tumben Waldschrat werden, was den Halloween-Kult endgültig über die Klippen wirft. Gute Unterhaltung oder Spannung ist bis zum Finale dabei kaum zu finden. Zu episodenhaft wirkt dazu der Erzählrhythmus und zu platt und unsympathisch wirken die Charaktere. Selbst die Dialoge sind in Sachen Plattheit die meiste Zeit über nur schwer zu überbieten. Mit dem „Halloween II“-Remake hat es Rob Zombie endgültig geschafft, das Halloween-Kultpotential, zu dem John Carpenter einst den Grundstein legte, mit Vollgas vor eine Betonwand zu fahren. Es ist unschwer zu erkennen, dass Rob Zombie ohne jeden Respekt vor dem Original und mit vollkommener Gleichgültigkeit zu den Wurzeln der Reihe ans Werk ging, um an Ende den üblichen Rob-Zombie-Trash zu schaffen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist in einigen dunklen Szenen teilweise mit sehr groben Filmkorn versehen, was in diesen Einstellungen den Gesamteindruck des Bildes schmälert. In anderen Momenten ist dann wiederum alles mit feinen Konturen und einer hohen Detailfülle zu erkennen, wodurch sich insgesamt ein durchschnittlich guter Eindruck des Bildes ergibt. Der deutsche Ton in DTS HD Master Audio 7.1 ist gut verständlich und macht fast durchweg Gebrauch von den Effektlautsprechern, wodurch ein sehr guter, räumlicher Eindruck während des Films entsteht.
Den Beginn bei den Extras macht ein recht müde vorgetragener Audiokommentar mit Filmemacher Rob Zombie, der allerdings nur ohne Untertitel anzuhören ist, weswegen gute Englischkenntnisse notwendig sind, um die teils zumindest interessanten Hintergrundinformationen zu verstehen. Auf der ersten Disc findet sich zudem noch ein „Rob Zombie Special“, hinter dem sich die Trailer zu seinen bisherigen Kinofilmen verbergen, zusammen mit seiner Biographie in Form eines Fließtextes. Das weitere Bonusmaterial befindet sich auf der Bonus-DVD-Disc. Den Beginn machen hier 25 Minuten nicht verwendeter, bzw. erweiterteter Szenen, die allerdings lediglich in englischer Sprache ohne Untertitel vorliegen. Gleiches gilt auch für die 4 Minuten Outtakes, die aber auch so recht witzig daher kommen, sowie für die Audition-Aufnahmen für die kleineren Rollen und „Uncle Seymour Coffins Stand Up Routines“, hinter dem sich das Gequatsche des Bandleaders von der Halloween-Party verbirgt. Es folgen noch insgesamt 6 Musik-Videos zu den Songs der selbigen Feier, wenige Minuten mit Make-Up-Tests und rund 16 Minuten Material von der „Halloween II“-Premiere, mit Szenen und Interviews vom roten Teppich - wie bereits gewohnt ohne Untertitel. Selbst das abschließende, knapp 5-minütige Interview mit Rob Zombie liegt ausschließlich in englischer Sprache ohne Untertitel vor.
Fazit:
Das „Halloween II“-Remake macht deutlich mehr vom “Halloween”-Mythos kaputt, als es beim ersten Remake der Fall war. Durchweg unsympathische Charaktere, das fast völlige Fehlen von Spannung und eine oft sehr alberne, episodenhaft vorgetragene Story lassen den Film zu einer Geduldsprobe für den Zuschauer werden. Nur Fans des üblichen White-Trash-Trashs von Rob Zombie sollten sich diesen Streifen antun.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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116:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 7.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Rob Zombie
- Rob Zombie Special
- Deleted Scenes
- Outtakes
- Music Videos
- Audition Footage
- Make Up Tests
- Uncle Seymour coffins stand up routines
- Premiere Footage
- Interview mit Rob Zombie
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Halloween II
Halloween II
Rob Zombie macht aus dem Michael-Myers-Mythos endgültig albernen White Trash
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Rob Zombie Drehbuch: Rob Zombie Darsteller: Scout Taylor-Compton, Malcolm McDowell, Brad Dourif, Danielle Harris, Margot Kidder, Mary Birdsong, Brea Grant, Tyler Mane
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 12.03.2010
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 12.03.2010
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