 |
Blu-ray-Besprechung - Love Happens
Story:
Nachdem seine Frau vor 3 Jahren bei einem tragischen Autounfall ums Leben kam, zieht Burke Ryan (Aaron Eckhart) höchst erfolgreich durch die Lande und hält Seminare über die Verarbeitung von tragischen Verlusten, während sein Buch die Bestsellerliste stürmt. In einem Hotel, in dem er gerade ein Seminar abhält, lernt er die Floristin Eloise Chandler (Jennifer Aniston) kennen, zu der er gleich eine große Anziehungskraft verspürt. Doch während sich Burke und Eloise immer näher kommen, werden alte Wunden bei ihm immer weiter aufgerissen.
Meinung zum Film:
Bei „Love happens“ nahm Drehbuchautor Brandon Camp („Im Zeichen der Libelle“) zum ersten Mal auf dem Regiestuhl Platz und verfasste zusammen mit Mike Thompson („Im Zeichen der Libelle“), seinem langjährigen Weggefährten im Filmgeschäft auch das Drehbuch. Die weibliche Hauptrolle wurde mit Jennifer Aniston („Trennung mit Hindernissen“) besetzt, einer der üblichen Verdächtigen wenn es um das Genre der Romantik-Dramödie geht. Die zentrale Hauptfigur wird dargestellt durch Aaron Eckhart („Batman: The Dark Knight“), der zuletzt in „Rezept zum Verlieben“ an der Seite von Catherine Zeta-Jones in dem Genre vertreten war. In weiteren Rollen zu sehen sind unter anderem Dan Fogler („Fanboys“) als Burkes Manager, Judy Greer („Elizabethtown“) als Eloises beste Freundin, Martin Sheen („Apocalypse Now“) als Vater von Burkes verstorbener Frau und John Carroll Lynch („Shutter Island“) als Seminarteilnehmer.
Die Zutaten des Films machen einen durchaus vielversprechenden Eindruck, doch leider schafft es die Geschichte nicht, das Publikum mitzureißen. Mit der Einführung von Burke Ryan wird schon recht schnell klar, dass hinter seiner Strahlemann-Fassaden nur selten die Sonne scheint und er selbst es offenbar nicht geschafft hat, über den Tod seiner Frau hinwegzukommen. Während er in seinem Seminar die Menschen dazu drängt, sich ihren Dämonen zu stellen und ihren Verlust zu verarbeiten, ist er selbst der Meister der Verdrängung und erzählt von der Schönheit der Trauerfeier für seine Frau, obwohl er selbst daran gar nicht teilgenommen hat. Während dieser Teil der Geschichte zumindest zu Beginn noch stellenweise als Drama funktioniert, wird dies mit dem Fortlauf des Filmes immer schwieriger. Denn die anfänglich durchaus ernsten Töne werden mit der Zeit immer mehr dem Kitsch geopfert. So stiehlt Ryan zum Beispiel den Papagei seiner Frau aus dem Haus ihrer Eltern um diesen wie versprochen freizulassen. Dies ganze dann auch noch in einer Form, die in Sachen Künstlichkeit nur schwer zu überbieten ist. Von ernsten Emotionen ist an diesem Punkt des Films schon lange nichts mehr zu spüren.
Manch einer mag sich fragen, wie es bei der ganzen Thematik denn mit der Liebe aussieht, die laut Filmtitel passiert. Denn zumindest Jennifer Aniston könnte mit ihrer Routine in solchen Filmen sicherlich noch einiges am Film retten. Aber auch hier in Sachen Romantik versagt „Love happens“ fast auf der ganzen Linie. Die Rolle der Eloise ist kaum mehr als eine größere Nebenrolle. Die Liebe, die zwischen ihr und Burke vermeintlich zu entstehen scheint, ist aus den gezeigten Bildern dabei nicht zu erkennen. Würde man als Zuschauer nicht darauf achten, ob sich eine Liebesbeziehung zwischen Burke und Eloise entwickelt, kaum einer würde auf die Idee kommen, dass diese tatsächlich als Paar am Ende des Films zusammen stehen könnten. Ihre Beziehung wirkt fast durchgehend platonischer Natur, was dann auch endgültig zum Todesstoß für den Unterhaltungswert wird. Weder in Sachen Romantik noch im Sinne einer Dramödie kann der Film unterhalten. Wenn überhaupt dann ist der Ansatz eines Dramas noch der Teil der Story, der am ehesten erfolgsversprechend erscheint. Doch dieser Ansatz wird irgendwann auf dem Weg verloren. Spätestens mit Ryans vollkommen übertrieben kitschigem Outing am Ende des Films ist aus der anfänglichen Tragödie alberner Kitsch geworden, den man niemanden ruhigen Gewissens ans Herz legen kann.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild siedelt sich im guten Durchschnitt für aktuelle Filme auf Blu-ray an. Die Schärfe ist gut, die Details sind die meiste Zeit über sauber gezeichnet, liefern dabei aber auch keine herausragenden Werte. Die Farben wirken ein bisschen zu kräftig, vor allem in Rottönen, Helligkeit und Kontrast sind dafür aber gut aufeinander abgestimmt. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 ist durchweg gut verständlich abgemischt, in Sachen Raumklang macht sich aber überwiegend der Soundtrack im hinteren Bereich bermerkbar.
Den Beginn bei den Extras macht ein Audiokommentar mit Regisseur und Co-Drehbuchautor Brandon Camp, Co-Drehbuchautor Mike Thompson und Produzent Richard Solomon, in dem sehr ruhig über verschiedene Aspekte und Intentionen beim Dreh berichtet und die ein oder andere Anekdote erzählt wird. Allerdings gibt es keinerlei Untertitel dazu auf der Disc zu finden, weswegen er ohne gute Englischkenntnisse keinen Mehrwert besitzt. Untertitel gibt es dann aber zumindest bei den Statements der Künstler, die in erster Linie aber nur eine Ansammlung von „Was ich besonders toll fand“-Aussagen sind. Es folgen 13 Minuten mit nicht verwendeten Szenen, die sich abgesehen von einer Ausnahme mit Burke beschäftigen, dabei aber auch kaum etwas an der Aussagekraft der Figuren ändern kann. Es folgt noch ein kurzes Featurette über die Spezialeffekte im Film, die in erster Linie zeigen, wie Hintergründe mittels Greenscreen einkopiert wurden. Rund 4 Minuten B-Roll-Aufnahmen zeigen ein wenig von den Dreharbeiten, während die knapp 3 Minuten Making Of nichts anderes als Werbematerial darstellen. Abschließend gibt es noch den Trailer zum Film.
Fazit:
„Love Happens“ beginnt als Drama, wandelt sich mit fortlaufender Spielzeit aber immer mehr zum inhaltsleeren und schlecht inszenierten Kitsch. Die im Titel versprochene Liebe passiert so gut wie gar nicht und sonderlich humorvoll erscheint das gesamte Szenario nur gelegentlich. Was genau Regisseur Brandon Camp mit seinem Werk erreichen wollte dürfte sein Geheimnis bleiben. Klar ist jedoch, dass er offensichtlich damit gescheitert ist.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
109:08 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Englisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar mit Regisseur und Co-Drehbuchautor Brandon Camp, Co-Drehbuchautor Mike Thompson und Produzent Richard Solomon
- Interview mit Cast & Crew
- Deleted Scenes
- Featurette "Spezialeffekte"
- B-Roll
- Making Of
- Trailer
|
|  |
Love Happens
Love Happens
Mehr Kitsch als Liebe, mehr Langeweile als Drama und auch der Humor kommt viel zu kurz
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Kanada / UK, 2009 Regie: Brandon Camp Drehbuch: Brandon Camp, Mike Thompson Darsteller: Aaron Eckhart, Jennifer Aniston, Dan Fogler, John Carroll Lynch, Martin Sheen, Judy Greer
Label :
Universum Film
Verkaufsstart : 26.03.2010
|