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Blu-ray-Besprechung - Schock Labyrinth 3D

Story:
Nach langer Zeit kehrt Ken (Yuya Yagira) in seine alte Heimat zurück, wo Motoki (Ryo Katsuji) und die blinde Rin (Ai Maeda), seine Freunde aus Kindertagen, als Paar zusammenleben. Die Freunde hatten sich damals nach einem Zwischenfall in einem Vergnügungspark aus den Augen verloren, bei dem ihre Freundin Yuki (Misako Renbutsu) während eines heimlichen Ausflugs in ein geschlossenes Gruselkabinett einfach verschwand. In das Wiedersehen der alten Freunde platzt plötzlich eine durchnässte junge Frau herein, die behauptet, sie sei Yuki. Natürlich glauben die drei Freunde ihr nicht, bringen sie sie aber trotzdem in eine Klinik, nachdem sie plötzlich in Ohnmacht fällt. Doch als sie im Krankenhaus ankommen, werden die jungen Leute nicht nur vom plötzlichem Verschwinden der vermeintlichen Yuki überrascht, sondern finden sich auch plötzlich in jener Geisterbahn wieder, in der Yuki einst verschwand...

Meinung zum Film:
J-Horror war vor einigen Jahren ein großer Trend in der internationalen Kinowelt. Die übersinnlichen Gruselfilme aus Japan waren in ihrer Originalform unter Horrorfans beliebt und als US-Remakes weltweite Hits. Besonders erfolgreich waren dabei die "The Ring"- und "The Grudge"-Reihen. Bei letzterer führte Takashi Shimizu Regie, sowohl bei den beiden ersten japanischen Originalen als auch bei den beiden Teilen der amerikanischen Neuverfilmung mit Sarah Michelle Gellar ("Buffy – Im Bann der Dämonen"). Nun, da der Trend wieder etwas abgeklungen ist, kehrt Shimizu mit "Schock Labyrinth 3D" zu seinen Wurzeln im japanischen Kino zurück und versucht sich erneut an einer skurillen Geistergeschichte, diesmal jedoch um den Faktor 3D erweitert.

Und besagter 3D-Faktor macht sich in Verbindung mit den typischen Stilmitteln des J-Horrors echt nicht schlecht. Wenn Dinge nicht aus den Schatten auftauchen, sondern auch noch ein Stück weit aus der Leinwand kommen, ist das gleich nochmal eine Ecke gruseliger. Auf billige Schockeffekte wie das Schießen von spitzen Gegenständen in den Zuschauerraum, die zum Beispiel "My Bloody Valentine 3D" häufig eingesetzt hat, verzichtet der Film größtenteils und setzt auf einen subtileren Einsatz von 3D. Der größte Bonus, den die zusätzliche Dimension im vorliegenden Fall bietet, ist dass sich der Zuschauer an den Schauplatz des Films versetzt fühlt und die Atmosphäre somit noch eine intensivere Wirkung entfalten kann.  

Leider hat man den Inhalt nicht ganz so gut durchdacht wie den Einsatz der 3D-Effekte. Die Geschichte ist ziemlich wirr und skurrill, und das nicht nur auf positive Art und Weise. Einige Momente wirken auch eher lächerlich, was den Film weniger „erwachsen“ wirken lässt als andere Vertreter des Genres, und die jungen Hauptfiguren bleiben trotz 3D flach wie Pappaufsteller. Der Film spielt nicht nur in einer Geisterbahn, sondern fühlt sich vielerorts auch genauso an wie eine Fahrt in selbiger. Damit dürften viele Horrorfans jedoch ganz gut leben können, geht es doch bei den meisten Horrorfilmen vielmehr um kreative Gruselsequenzen und Schockmomente als um vielschichtige Charaktere. Und davon hat "Schock Labyrinth 3D" genug zu bieten, um dem geneigten Zuschauer als gute Unterhaltung für anderthalb Stunden zu dienen. Und der „Twist“ der Story ist dann doch interessant genug, um dem Drehbuch einige Schwächen verzeihen zu können.

Digitale Aufarbeitung:
Die Blu-ray-Disc kann leider nicht überzeugen. Das Bild unterliegt merklichen Qualitätsschwankungen, die offensichtlich mit der Helligkeit der Aufnahmen zusammen hängen. Besser ausgeleuchtete Sets zeigen schon ansatzweise, was das Medium bieten kann, doch die in der Mehrheit befindlichen dunklen Szenen wirken ganz einfach nicht scharf genug. Hinzu kommt hier teilweise noch ein leichtes Rauschen. Ausgenommen von der Kritik sind natürlich die Szenen, in denen das Bild leicht blass wirkt, doch dies ist ein Stilmittel, um diese z.B. als Rückblende hervorzuheben. Die Farben wirken nicht frisch und die Tiefenschärfe kann ebenfalls nicht überzeugen. Es mag ja sein, dass Regisseur Takashi Shimizu eine gewisse beklemmende Stimmung erzeugen wollte, dass er dafür aber den Klang als Stilmittel völlig vergessen hat, ist unverzeihlich. Fast permanent werden die vorderen Boxen bedient und hinten geschieht atmosphärisch nichts. Da hat man wohl zu sehr auf der Zugpferd „3D“ gesetzt.  

Ein deutsch untertiteltes Making Of (33 Minuten) und der deutsche Trailer sind etwas dürftig als Bonusmaterial. (JH)

Fazit:
"Schock Labyrinth 3D" gehört nicht zu den besten Vertretern des J-Horror-Genres, ist aber doch recht unterhaltsam, oft gruselig und wartet einem gelungenen Einsatz von 3D auf. Inhaltlich hat man von Regisseur Shimizu schon besseres gesehen, aber Fans des Genres sollten sich den Film trotzdem nicht in der 3D-Kinofassung entgehen lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
85:15 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Japanisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer deutsch
Schock Labyrinth 3D - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Schock Labyrinth 3D
Senritsu meikyû 3D

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Der J-Horror erobert die dritte Dimension


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2009
Regie:
Takashi Shimizu
Drehbuch:
Daisuke Hosaka
Darsteller:
Yûya Yagira, Ai Maeda, Suzuki Matsuo, Shôichirô Masumoto, Ryo Katsuji

Label Deutschland :
Senator Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
19.11.2010

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
19.11.2010