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Das TodesspielEine ganz heiße NummerDas Haus der Geheimnisse

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Blu-ray-Besprechung - SAW VI

Story:
William Easton (Peter Outerbridge) ist Chefanalytiker für einen Krankenversicherer und die Aufgabe von ihm und seinem Team ist es, Schwachstellen in Anträgen zu finden, auf Grund dessen eine Kostenübernahme von lebensnotwendigen Behandlungen verweigert werden kann. Als er von Detective Mark Hoffman (Costas Mandylor) in das Jigsaw’sche Labyrinth aus Prüfungen gesteckt wird muss er ebenfalls über Leben und Tod entscheiden, diesmal aber Auge in Auge mit seinen Opfern. Denn John Kramer (Tobin Bell) hat noch eine Rechnung mit Eaton offen und die Begleichung dieser fordert er auch noch aus seinem Grab heraus. Doch auch für Detective Hoffmann wird die Luft immer dünner, da seine Kollegen die Fährte des neuen Jigsaw-Killers aufgenommen haben.

Meinung zum Film:
Bei „SAW VI“ nahm zum ersten Mal Kevin Greutert auf dem Regiestuhl Platz, der bei allen vorhergehenden Teilen für den Schnitt verantwortlich war. Optisch hat er gegenüber den erfolgreichen Vorgängern kaum etwas verändert. Die Optik ist weiterhin geprägt vom steten Einsatz von Farbfiltern, die dem Bild einen besonders düsteren und dreckigen Eindruck verliehen. Geblieben sind auch die perfiden Fallen, die bei den gemeinen Spielchen Jigsaws zum Einsatz kommen. Auch diesmal gibt es ein Wiedersehen mit Figuren aus vorhergehenden Filmen und erneut werden Geschehnisse aus anderen Teilen der Serie wieder in einem neuen Licht gezeigt. Es gibt kleinere und größere Nuancen vergangener Momente nachgereicht, die neue Verknüpfungen und Beziehungen zwischen Personen aufzeigen und was sich immer mehr zum Salz in der SAW-Suppe entwickelt. Doch auch wenn vieles wie immer ist, hat Kevin Greutert auch einiges neu gemacht.

Neu ist, dass Jigsaw seine Spielchen nun wieder selbst auf dem Bildschirm präsentiert. Hatte er in den vergangenen Folgen nach seinem Ableben seine Instruktionen noch per Tonbotschaften gegeben, geschieht dies nun via Videobotschaft. Atmosphärisch ist das sicherlich stimmungsfördernd, da Jigsaw nun einmal der Mastermind ist, doch in Sachen Logik macht die Serie dadurch noch stärkere Rückschritte, als dies ohnehin schon der Fall war. Denn dass selbst ein Genie wie John Kramer so weit in die Zukunft planen und dabei sämtliche Eventualitäten berücksichtigen kann, ist doch mehr als unwahrscheinlich. Auch beim Aufbau der Maschinen wird diesmal wieder sehr bewusst, dass diese in keinen noch so großzügig gesteckten Logikrahmen passen. Denn dass Detective Hoffman die ausgeklügelten, teils recht großen Aufbauten mal eben zwischen Feierabend-Donut und Dienstbeginn-Kaffee, sowie an den freien Tagen aufstellt, ist nicht nur höchst unwahrscheinlich, sondern schlichtweg unmöglich. Selbst der geübteste Hobbytüftler wäre froh, wenn er in vergleichbarer Zeit nur eine der mittelkomplexen Maschinerien fertiggestellt bekommen würde. Doch die inhaltlichen Schwächen ziehen sich schon seit jeher durch die Filmreihe. Und wie schon bei den Vorgängern, kann man diese auch diesmal wieder verzeihen, da die Spannung und Dramatik in gewohnter Form geboten wird.  

Für die Dramatik hat Kevin Greutert sich zusammen mit den Drehbuchautoren Marcus Dunstan und Patrick Melton, die sich bereits für die vorhergehenden zwei Teile verantwortlich zeichneten, etwas Neues einfallen lassen. War es bislang so, dass zunächst unbekannte Personen das Labyrinth der tödlicher Proben durchlaufen mussten und dabei erst nach und nach dem Publikum vorgestellt wurden, wird es nun so gehandhabt, dass mit Mal William das Opfer zunächst dem Publikum vorgestellt und erst dann ins Labyrinth versetzt wird. Da William, der offensichtlich sinnbildlich für das US-amerikanische Gesundheitssystem steht, alles andere als ein Sympathieträger ist, bekommen die einzelnen Prüfungen einen ganz besonderen Reiz. Denn es ist nicht zu leugnen, dass eine „...der hat es verdient...“-Mentalität beim Großteil des Publikums aufkommen dürfte. Und genau diese setzt das Drehbuch dann auch ein und macht „SAW VI“ zu dem inhaltlich mit Abstand besten Film des Zyklus nach dem Tod von John Kramer. Greutert hat es so mit seinem Kinodebüt geschafft, eine fesselnde Geschichte zu erzählen und trotz zahlreicher Rückgriffe auf vorhergehende Geschehnisse diese stets so einzubinden, dass sie nicht verwirren und auch dann verständlich sind, wenn man die anderen Teile nicht mehr ganz so frisch im Kopf hat. Es bleibt zu hoffen, dass er den Fokus auf die Story beibehält und auch bei „SAW VII“ den frischen Eindruck des sechsten Teils beibehalten kann.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist auf Grund des gewohnt zahlreichen Einsatzes von Effektfiltern nicht auf gleiche Weise zu bewerten wie glatt gezogenes Material. Es bietet aber durchweg einen guten Durchblick und der Schärfegrad ist hoch. In ungefilterten Momenten ist zudem durchweg ein hoher Detailgrad zu erkennen. Der deutsche Ton in DTS HD Master Audio 5.1 ist durchweg sehr gut zu verstehen und von den Surroundmöglichkeiten wurde sehr effektvoll Gebrauch gemacht, was vor allem in den Schockmomenten für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt.

Gleich zwei Audiokommentare stehen für Interessierte zur Auswahl. Zum einen trafen sich Regisseur Kevin Greutert und die Autoren Marcus Dunstan und Patrick Melton, um über die Entstehung des Films zu reden, zum anderen die Produzenten Mark Burg, Jason Constantine und Peter Block. Beide Kommentare bieten einige durchaus interessante Informationen und kommen kurzweilig daher. Hoch anzurechnen ist es Kinowelt, dass beide Kommentarspuren mit optionalen deutschen Untertiteln enthalten sind. Bei den Specials gibt es die von der Serie gewohnten Erklärungen der Fallen, in denen ein wenig auf die Effekte und die Umsetzung eingegangen wird. Es folgt ein Blick auf die aufwändige Entstehung der Universal-Studios-Attraktion „SAW: GAME OVER“, in der Besucher im Rahmen der „Halloween Horror Night“ Live einzelnen Fallen des Jigsaw-Labyrinths beiwohnen konnten. In den folgenden knapp 5 Minuten beantwortet Tobin Bell Fanfragen zu den Filmen, bevor abschließend noch 4 Musikvideos mit Songs zum Film und der Trailer zur Auswahl stehen.

Fazit:
Mit „SAW VI“ hat der vormalige Editor Kevin Greutert als Regisseur ganze Arbeit geleistet. Er verlagerte das Hauptaugenmerk ein wenig weg von den Fallen und wieder hin zur Geschichte. Er greift lose Fäden auf interessante Weise auf und zusammen mit einem neuen Opferkonzept versteht er es bestens zu fesseln. Für SAW-Fans eindeutiges Pflichtprogramm.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
86:56 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Kevin Greutert und den Autoren Marcus Dunstan und Patrick Melton
  • Audiokommentar mit den Produzenten Mark Burg, Jason Constantine und Peter Block
  • Die Fallen in SAW VI
  • A Killer Maze - Making SAW: GAME OVER
  • Fanfragen an Tobin Bell
  • Musikvideos
    • "Your soul is mine" von Mushroomhead
    • "Ghost in the Mirror" von Memphis May Fire
    • "In Ashes they shall reap" von Hatebreed
    • "Genocide" von Suicide Silence
  • Trailer
SAW VI - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
SAW VI
SAW VI

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Der beste Teil der Post-Kramer-Filme


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Kanada / UK / Australien, 2009
Regie:
Kevin Greutert
Drehbuch:
Marcus Dunstan, Patrick Melton
Darsteller:
Tobin Bell, Costas Mandylor, Peter Outerbridge, Athena Karkanis, Caroline Cave, Mark Rolston, Betsy Russell, Shawnee Smith, Samantha Lemole, George Newbern

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
06.05.2010