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Blu-ray-Besprechung - The Howling - Das Tier

Story:
Karen White (Dee Wallace) ist Reporterin bei einem TV-Sender. Nachdem sie sich als Lockvogel für die Ergreifung eines Serienkillers zur Verfügung gestellt hat, ist sie wegen des blutigen Ausgangs traumatisiert. Um über ihre Erlebnisse hinwegkommen zu können wird sie von ihrem Arbeitgeber zusammen mit ihrem Mann Bill Neill (Christopher Stone) in die idyllische Klinik von Dr. George Waggner (Patrick Macnee) eingeladen. Doch ihre Kollegen Chris (Dennis Dugan) und Terry (Belinda Balaski) finden bei Recherchen heraus, dass die Klinik offensichtlich eine Werwolf-Kolonie ist.

Meinung zum Film:
Nachdem Regisseur Joe Dante („Gremlins“) mit dem Tierhorror „Piranha“ seine erste Duftmarke im Horrorgenre hinterlassen hat, brachte er 3 Jahre später mit „The Howling“ seinen nächsten Genrebeitrag in die Kinos. In Deutschland lief der Film, der auf einem Roman von Gary Brandner („Cameron’s Closet“) basiert, zunächst noch unter dem Titel „Das Tier“. Mit Dee Wallace („Cujo“), Patrick Macnee („Waxwork“), John Carradine („Hexensabbat“), Kevin McCarthy („Die Körperfresser kommen“), Dick Miller („Gremlins“) und Christopher Stone („Cujo“) hat der Film durchaus gängige Darsteller auf der Besetzungsliste stehen, die sich vor allem im Horrorbereich einen Namen gemacht haben. Für den Soundtrack zeichnet sich der Italiener Pino Donaggio („Dressed to Kill“) verantwortlich, der es mit seinen aufdringlichen Orgelklängen teilweise ein wenig übertreibt, teils aber auch für eine gruselige Grundstimmung sorgt.

Die Werwolf-Effekte können zwar nicht ganz mit den prämierten Verwandlungen aus „American Werewolf“ mithalten, doch der erfahrene Make-Up-Fachmann Rob Bottin („Total Recall“) hat ganze Arbeit geleistet und im Rahmen des begrenzten Budgets dafür gesorgt, dass die spitzohrigen Werwölfe nicht allzu unfreiwillig komisch wirken. Wie schnell dies zum Problem werden kann, wird in den insgesamt 6 Fortsetzungen deutlich, die nicht nur inhaltlich sondern auch tricktechnisch immer weiter in Sachen Qualität abnahmen. Die Geschichte des ersten Howling-Films teilt sich hier auf zwei Hälften auf. Der Beginn ist mehr ein Thriller, in deren Mittelpunkt die Jagd nach dem Serienkiller steht und die Probleme, die Karen White nach der Aktion hat. Mit dem Eintreffen in der Klinik von Dr. Waggner gleitet der Film dann immer mehr in den Horrorbereich über, vor allem durch die Recherchen von Chris und Terry, die den Werwolf-Mythos pseudowissenschaftlich aufarbeiten, wird der Horrorplot manifestiert.

Die Spannungsbogen entwickelt sich nach dem furiosen Start zwar ein wenig mühsam, wodurch es zu kleineren Längen kommt, doch wenn das Spannungstief erst einmal überwunden ist, wird die Dramatik immer weiter angezogen. Vor allem die parallelen Erzählstränge von Karen und Bill auf der einen und Chris und Terry auf der anderen Seite sorgen für die notwendige Dramaturgie. Während die einen in der Klinik mit unheimlichen und bedrohlichen Momenten zu kämpfen haben, stoßen die anderen über die spurlos aus dem Leichenhaus verschwundene Leiche des Killers auf den Werwolfmythos. Zum Finale hin spitzen sich die Ereignisse dann immer weiter zu und Rob Bottin kann bei dem ein oder anderen Effekt dann zeigen, dass er sein Handwerk versteht. Doch „The Howling“ ist keinesfalls ein Film, der auf blutige Effekte setzt. Joe Dante hat sich nicht von den in den 80er-Jahren immer stärker werdenden Splatter-Effekten blenden lassen, sondern seinen Film auf eine inhaltlichen Basis gestellt. Eine gute Entscheidung, denn heute zählt „The Howling“ zu Recht zusammen mit „American Werewolf“ zu den wichtigsten Filmen des Werwolf-Genres aus dem letzten Jahrhundert.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild zeigt sich in unterschiedlicher Qualität. Vor allem bei Tageslichtaufnahmen bietet es eine angenehme Schärfe und für eine kleinere Produktionen aus den frühen 80er-Jahren auch eine gute Detailfülle. Bei Aufnahme mit künstlichem Licht neigt es dafür aber häufig zum deutlichen Überstrahlen bei hellen Flächen und einem insgesamt sehr weich gezeichneten Eindruck. Der deutsche Ton in DTS HD Master Audio 2.0 ist gut verständlich aus der Front zu vernehmen.

Als einziges nennenswerte Extra gibt es das Special „Der Werwolf-Effekt“, das sich in rund einer halben Stunde mit der Entstehung des Films, im Speziellen den Effekten beschäftigt. Davon abgesehen finden sich nur noch Trailer und Teaser in der Sektion. Die Doppel-DVD-Veröffentlichung von Kinowelt hatte in diesem Bereich deutlich mehr zu bieten, unter anderem die eigens produzierte Dokumentation „Welcome to Werewolfland“.

Fazit:
„The Howling“ von Joe Dante wird zu recht zu den bedeutendsten Werwolf-Filmen des letzten Jahrhunderts gezählt. Im Gegensatz zu seinen eher müden Nachfolgefilmen verstand es der Beitrag, ein gutes Verhältnis zwischen Story und Effekten zu finden und dadurch als Gesamtwerk zu überzeugen. Horrorfreunde sollten den Film unbedingt gesehen haben.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
90:46 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Englisch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Französisch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Spanisch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Untertitel:
Deutsch, Französisch, Niederländisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Der Werwolf-Effekt
  • Trailer & Teaser
The Howling - Das Tier - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Howling - Das Tier
The Howling

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Einer der besten Werwolf-Filme aller Zeiten


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1981
Regie:
Joe Dante
Drehbuch:
John Sayles, Terence H. Winkless (nach dem Roman von Gary Brandner)
Darsteller:
Dee Wallace, Patrick Macnee, Christopher Stone, Belinda Balaski, Dennis Dugan, John Carradine, Dick Miller, Noble Willingham, Margie Impert

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
15.04.2010