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Blu-ray-Besprechung - Cabin Fever 2

Story:
Deputy Winston (Giuseppe Andrews) ist einer der wenigen, die den Ausbruch eines tödlichen Virus überlebt haben. Aber auch er hat nicht bemerkt, dass der Virus in eine Trinkwasserquelle gelangte und nun in Flaschen an die Springfield High School geliefert wird. Beim Abschlussball breitet sich der Killervirus dort rasend aus und sorgt damit für eine blutige und eitrige Feier.

Meinung zum Film:
2002 gelang Regisseur Eli Roth („Hostel“) mit „Cabin Fever“ der Durchbruch im Filmgeschäft. 2009 versuchte sich Ti West („The Roost - Angriff der Fledermäuse“) an einer Fortsetzung der Geschichte um einen Killervirus, der sich über bloßen Hautkontakt übertragen kann. Seinen Opfern lässt er das Fleisch von den Knochen fallen, nachdem er zuvor für reichlich eitrigen Ausfluss gesorgt hat. Der erste Film konnte vor allem durch seine lockere Inszenierung und den gelungenen Effekten der Altmeister der KNB EFX Group (Robert Kurtzman, Gregory Nicotero und Howard Berger) („From Dusk Till Dawn“) viele Freunden bei der Horrorgemeinde machen. So hatte Ti West auf der einen Seite sicherlich eine solide Basis, auf der er seine Fortsetzung aufbauen konnte, zum anderen aber auch den Druck, einen würdigen Nachfolger abzuliefern.

Im ersten Drittel von „Cabin Fever 2“ mag sich manch einer aber erst einmal im falschen Film sehen. Denn nach dem nett inszenierten Intro, das zusammen mit den Namen von Cast & Crew als Animationsfilmchen den Übergang zwischen dem ersten und dem zweiten Film bildet, gibt es erst mal eine gute halbe Stunde lang eine High School Komödie geboten. Diese ist aber dermaßen platt inszeniert, dass sie den Comedyrahmen, den der erste Teil ebenfalls zu Beginn nutzte bei weitem übersteigt. Und da der tumbe Slapstick bis zum Ende hin durchgezogen wird, eignet sich „Cabin Fever 2“ wunderbar als Partyfilm für einen bierseligen Abend mit Freunden, disqualifiziert sich aber dadurch als Beitrag für den Horrorfreund. Denn dieser muss erst mal eine ganze Zeit lang warten, bis der erhoffte Effekt- und Horrorreigen beginnt, dann aber weiterhin den platten Teeniehumor über sich ergehen lassen. Und dies geht am leichtesten im Kreis seiner Freunde, inkl. leichter Betäubung des Denkapparates durch alkoholische Getränke.

In Sachen Effekte setzt der Film ebenfalls meist auf recht derbe Aktionen. Zu den gelungeneren zählt sicherlich der Verlust eines Fingernagels, inkl. des anschließenden Versuches, diesen mittels Sekundenkleber wieder an Ort und Stelle zu bringen. Wenn dann aber das beste Stück eines Jungen beginnt vor Eiter zu sprießen und sich die feiernden Teenager zu Hauf gegenseitig Blut ins Gesicht kotzen, dürfte für manch einen schon wieder Schluss mit dem Horror sein. Denn obwohl diese Effekte durch den literweisen Einsatz roten Saftes blutig ausfallen, ist es mit dem Horrorgehalt nicht sonderlich weit bestellt. Man muss Ti West zugestehen, dass er es durchaus versucht hat, dem ersten „Cabin Fever“ ein weiteres Kapitel hinzuzufügen, anstatt einfach nur einen blanken Abklatsch zu bieten. Doch leider hat er es vollkommen verfehlt, die Mischung aus Horror und Humor des ersten Films hinzubekommen. Bei ihm überwiegt der alberne Teil, wodurch Horrorfreunde kaum in ihren Spaß an dem Werk haben dürften. Außer natürlich man befindet sich in der bereits erwähnten lockeren Runde.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kann in erster Linie durch seine Schärfe punkten, verliert in Sachen Detailgrad aber ein paar Punkte, da unter anderem durch den Einsatz von Farbfiltern die Detailfülle offensichtlich nach unten geschraubt wurde. Der deutsche Ton in DTS HD Master Audio 7.1 ist durchweg gut verständlich, spielt sich die meiste Zeit über aber lediglich in der Front ab.

Bei den Extras gibt es ein rund 3-minütiges Gore Reel, das genau das bietet was man dem Titel nach erwarten darf. Die Effekte aus dem Film, bunt gemischt am Stück serviert. Desweiteren findet sich bei den Extras neben dem Trailer noch ein knapp 13-minütiges „Behind the Scenes“, das eine Mischung aus Szenen aus dem Film, Aufnahmen vom Dreh und Künstlerstatements bietet.

Fazit:
„Cabin Fever 2“ führt die Geschichte des ersten Films nahtlos weiter, verstärkt dabei allerdings den Klamauk, was zu Lasten des Horrors geht. Letzten Endes herausgekommen ist ein Film, der viel zu albern geraten ist um wirklich Spannung zu erzeugen können. Lediglich in geselliger Partyrunde dürfte er für gute Unterhaltung sorgen können.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
86:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD Master Audio 7.1
DTS-HD Master Audio 7.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Gore Reel
  • Behind the Scenes
  • Trailer
Cabin Fever 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Cabin Fever 2
Cabin Fever 2: Spring Fever

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine misslungene Fortsetzung, die zu sehr auf den übertriebenen Ekelfaktor und platten Humor setzt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Ti West
Drehbuch:
Joshua Malkin, Randy Pearlstein, Ti West
Darsteller:
Rider Strong, Noah Segan, Alexander Isaiah Thomas, Giuseppe Andrews, Alexi Wasser, Regan Deal, Marc Senter, Michael Bowen, Angela Oberer, Lindsey Axelsson, Lila Lucchetti, Andrea Powell

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
09.04.2010

Vertrieb Schweiz :
Rainbow Home Entertainment AG
Verkaufsstart Schweiz :
09.04.2010