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Blu-ray-Besprechung - Kampf der Titanen

Story:
Die Menschen im antiken Griechenland sind unzufrieden mit ihren Göttern und lehnen sich gegen sie auf. Zeus (Liam Neeson) ist nicht gerade begeistert davon, weswegen er Hades (Ralph Fiennes) freie Hand bei der Bestrafung seiner Untertanen gewährt. Dieser droht, die Stadt Argos mithilfe des gewaltigen "Kraken" zu zerstören, wenn deren Bewohner ihm nicht die schöne Prinzessin Andromeda (Alexa Davalos) opfern. Die einzige Hoffnung der Stadt ist der junge Fischer Perseus (Sam Worthington), der erfährt, dass er ein Sohn des Zeus und somit ein Halbgott ist, nachdem sein Adoptivvater (Pete Postlewaite) bei einem Racheakt des Hades ums Leben kommt. Mit einer Gruppe mutiger Krieger (u.a. Mads Mikkelsen, Nicholas Hoult) und der mysteriösen Io (Gemma Arterton) zieht Perseus los, um ein Mittel zur Bekämpfung des allmächtigen Kraken zu finden.

Meinung zum Film:
"Kampf der Titanen" ist ein Titel, der zuletzt für altmodische Schwert-und-Sandalen-Action mit altbackenen (wenngleich charmanten) Stop-Motion-Kreaturen stand. Der Originalfilm von 1981 ist nicht gerade ein Klassiker, erfreut sich aber aufgrund der vom Stop-Motion-Guru Ray Harryhausen gestalteten Effektsequenzen einiger Beliebtheit bei Liebhabern. Ein Remake ist in diesem Fall nicht die schlechteste Idee, denn die aus griechischer Mythologie zusammengestückelte Story ist relativ zeitlos und ein gutes Grundgerüst für ein zeitgemäßes Effektspektakel. Ein Gebiet, auf dem der neue "Kampf der Titanen" von Action-Regisseur Louis Leterrier ("The Transporter", "Der unglaubliche Hulk") dann auch fast uneingeschränkt überzeugen kann, ist die Optik. Die Landschaften, Kulissen, Kostüme, Kreaturen und Effekte sehen wirklich beeindruckend aus und brauchen sich nicht hinter Fantasy-Highlights wie der "Herr der Ringe"-Trilogie zu verstecken. Die Monster aus der griechischen Mythologie wirken sowohl vertraut als auch innovativ, da sie noch nie mit solch einer technischen Brillianz umgesetzt wurden. Der einzige Effekt, den man bemängeln könnte, ist das Gesicht der komplett computeranimierten Medusa, aber das ist eine kaum erwähnenswerte Ausnahme. Auch die Bilder, die nicht aus dem Computer stammen, sehen toll aus: die zerklüfteten Landschaften von Teneriffa und Wales, die für die Außenaufnahmen verwendet wurden, sind ein wahrer Augenschmaus.

Leider lässt einem der Film kaum Zeit, die visuellen Highlights zu genießen. Scheinbar bemüht, dem Zuschauer möglichst wenig Zeit zu lassen, um die Schwächen des Plots zu hinterfragen, hetzt die Handlung von einer spektakulären Actionsequenz zur nächsten. Für Charaktermomente, die die Motivationen und Persönlichkeiten der Figuren besser definieren könnten, bleibt keine Zeit. So ein atemloses Actionfeuerwerk kann zwar durchaus Spaß machen, jedoch kann man nicht leugnen, dass dem Film ein paar Verschnaufpausen gut getan hätten. Das ist auch deswegen schade, da der Film fast durchweg mit hervorragenden Schauspielern besetzt ist. Liam Neeson ("Schindlers Liste") und Ralph Fiennes ("Schindlers Liste") als Götter sind bestens besetzt und auch auf der Erde sind gerade die Nebenrollen mit sehr guten Charakterdarstellern wie Mads Mikkelsen ("Casino Royale“) und Pete Postlewaite ("Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten") ausgefüllt. Sam Worthington ("Avatar – Aufbruch nach Pandora") als Perseus gibt einen guten "Leading Man" und Actionhelden ab, begeistert jedoch nicht gerade, ebenso wie Gemma Arterton ("Casino Royale") als Io, die zwar wunderschön aussieht, aber nicht allzu viel zu tun hat.

Wer etwas von der Marketingkampagne von "Kampf der Titanen" mitgekriegt hat, dürfte nicht übersehen haben, dass diese sich im Kino primär auf den 3D-Aspekt konzentrierte. Nachdem in den letzten Monaten "Avatar" und Tim Burtons "Alice im Wunderland" die Kassen klingeln ließen, will jetzt natürlich jeder andere Film auf den 3D-Zug aufspringen und von den erhöhten Eintrittspreisen sowie der gesteigerten Attraktivität eines 3D-Kinobesuchs profitieren. Doch im Gegensatz zu "Avatar", der von vornherein in 3D geplant war und an dessen Technologie jahrelang gearbeitet wurde, war "Kampf der Titanen" als 2D-Kinofilm vorgesehen und wurde auch nicht mit 3D-Kameras gefilmt. Nach dem Erfolg von "Avatar" beschlossen die Produzenten jedoch kurzerhand, aus diesem Film im Nachhinein einen 3D-Film zu machen. Doch leider merkt man dem Endprodukt deutlich an, dass für den Konvertierungsprozess nur wenige Wochen blieben. Dieser Prozess, der ohnehin nie die Ergebnisse eines "echten" 3D-Films erzielen kann, braucht viel Zeit und gilt als nicht ganz ausgereift. Als Resultat sind bei "Kampf der Titanen" höchstens die CGI-Kreaturen wirklich dreidimensional. Bei allen Elementen, die klassisch gefilmt wurden, hat man lediglich die flachen Bilder der Figuren und Objekte "ausgeschnitten" und auf verschiedenen Ebenen platziert. Das Ergebnis wirkt eher wie ein Pop-Up-Buch als wie ein gutes 3D-Erlebnis und ist eher irritierend als beeindruckend.

Digitale Aufarbeitung:
Am Bild gibt es kaum etwas auszusetzen. Lediglich Effektaufnahmen wirken ab und an ein wenig weichgezeichnet und können nicht den ansonsten hohen Detailgrad des Bildes aufweisen. Gleiches gilt auch für die Schärfe, die ebenfalls bei dem ein oder anderen digitalen Effekt ein wenig hinter den ansonsten vorbildlichen Werten hinterher hängt. Der Ton kommt durchweg sehr hochwertig aus den Lautsprechern. Der durchweg gut verständliche Dolby Digital 5.1-Ton in deutsch dreht in den Actionsequenzen kraftvoll auf und bietet einige direktionale Effekte, in den ruhigen Momenten übernimmt der Soundtrack oft die Füllung des Raumes.

Der Großteil der Extras wird als "Maximum Movie Move" geboten, hinter dem sich ein Bild-in-Bild-Beitrag versteckt, der immer wieder unterschiedliche Informationen und Hintergründe an den entsprechenden Stellen bereit hält. Teilweise können die Beiträge über den Punkt "Fokus Punkte" auch als Vollbild-Videos betrachtet werden. Der Beitrag "Sam Worthington: Ein Actionheld für die Ewigkeit" ist mehr Marketing-Instrument als Hintergrund-Wissen und hat von daher auch kaum etwas Interessantes zu bieten. So bleiben als weitere Extras nur noch nicht verwendete Szenen und ein alternatives Ende. (MT)

Fazit:
Visuell ist "Kampf der Titanen" ein wahres Fest, auch wenn die blassen Charaktere und die gehetzt wirkende Story einem ein Stück weit den Spaß daran verderben könnten. Unterhaltsam ist das gut besetzte Fantasy-Actionfeuerwerk aber allemal. 

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,40:1
2,40:1
106:07 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englische Audiodeskription
für Sehbehinderte

Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Isländisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Maximum Movie Mode
  • Fokus Punkte
  • Sam Worthington: Ein Actionheld für die Ewigkeit
  • Alternatives Ende
  • Nicht verwendete Szenen
Kampf der Titanen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Kampf der Titanen
Clash of the Titans

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Ein vor allem visuell beeindruckendes Fantasy-Spektakel


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK, 2010
Regie:
Louis Leterrier
Drehbuch:
Travis Beacham, Phil Hay, Matt Manfredi
Darsteller:
Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Gemma Arterton, Mads Mikkelsen, Alexa Davalos, Ashraf Barhom, Liam Cunningham, Izabella Miko

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
10.08.2010

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
Verkaufsstart Schweiz :
10.08.2010