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Blu-ray-Besprechung - Küss den Frosch
Story:
New Orleans um die Jahrhundertwende. Kellnerin Tiana träumt von einem eigenen Restaurant. Da hüpft ihr eines Abends ein Frosch über den Weg und behauptet, der verzauberte Prinz Naveen zu sein. Ein einziger Kuss, und Tiana hätte einen Wunsch frei. Weil sie für ihren Traum fast alles tun würde, küsst die junge Frau das schleimige Tier tatsächlich - mit unerwartetem Ergebnis. Nicht er wird ein Mensch, sondern sie zum Frosch. Nun setzen Naveen und Tiana alles daran, schnellstmöglich ihre menschliche Gestalt wieder zu erlangen.
Meinung zum Film:
„Bambi 2“ war der letzte offizielle 2D-Animationsfilm aus dem Hause Disney. Nach den Großerfolgen mit „Arielle – Die Meerjungfrau“, „Die Schöne und das Biest“ und „Der König der Löwen“ hatte sich das traditionsreiche Studio mit Pixar eine Konkurrenz für die althergebrachten Animationstechnik geangelt, der im wesentlichen dazu beigetragen hat, dass vor 4 Jahren der letzten abendfüllende Zeichentrickfilm in die Kinos kam. Mit Filmen wie „Toy Story“, „Findet Nemo“ und „Ratatouille“ eroberte die 3D-Animationstechnik aus dem Computer die Kinos und die Herzen der Kinobesucher. Der klassiche Trickfilm hatte dagegen keine Chance – und hat es auch jetzt im Zeitalter von 3D nicht leicht. Zwar sind in der Zwischenzeit weiterhin Zeichentrickfilme bei Disney produziert worden, doch in erster Linie für das Fernsehen oder direkt für den DVD-Markt. Dazu zählen Fortsetzung zu den oben genannten Klassikern, als auch neue Geschichten zu „Cinderella“, „Susi & Strolch“ oder „Ein Königreich für ein Lama“. Von dem Entscheid seinerzeit kann man halten was man will, aber vermutlich tat er dem Animationsdepartment gut. Der massive Druck, einen Erfolg produzieren zu müssen, lag nun in erster Linie bei den Pixar-Leuten, die inzwischen ja auch zu Disney gehören. Die kreativen Köpfe konnten sich nun in aller Ruhe auf neue Ideen stürzen und erhielten passenderweise Unterstützung von John Lasseter („Toy Story“, „Cars“), dem Pixarboss, der unbedingt wieder einen klassischen Trickfilm auf der Kinoleinwand haben wollte.
Mit den beiden Regisseuren Ron Clemens und John Musker holte er sich die beiden richtigen Leute ins Boot, denn sie wussten genau, welcher Tradition die Disney Trickfilme verpflichtet sind. Beide hatten mit „Arielle – Die Meerjungfrau““, „Aladdin“ und „Hercules“ bereits erfolgreiche Klassiker inszeniert und haben mit „Küss den Frosch“ den Bogen nun zu den unvergesslichen Meisterwerken geschlagen. An Filme wie „Schneewittchen“, „Das Dschungelbuch“ und „Die Schöne und das Biest“ kommt dieses romantische und temporeiche Südstaatenmärchen nicht heran, da schlägt noch zu sehr die Art und Weise wie heute Filme inszeniert werden durch. Aber auf jeden Fall haben Clements und Musker die richtige Richtung eingeschlagen. Modern ist die Geschichte eh, denn bis vor ein paar Jahren wäre eine schwarze Prinzessin in einem Animationsfilm aus dem Hause Disney undenkbar gewesen. Doch mit Barack Obama als Präsident im Weißen Haus ist diese bemerkenswerte Öffnung und Entwicklung kein Thema mehr. Einzig Prinz Naveen besitzt keinen klar definierbaren ethnischen Hintergrund und sorgte im Vorfeld des Kinostarts für heftige Rassismus-Debatten in Zeitungen und Online.
Ein klassisches Disney-Märchen und eine schwarze Prinzessin aus New Orleans, 2-D-Animationen vom Feinsten und ein von Musiklegende Randy Newman komponierter Soundtrack lassen Vergangenheit und Gegenwart perfekt verschmelzen. Ron Clements und John Musker setzen gekonnt auf einen Mix aus Altem und Neuem. So bleiben sie der langen Tradition verpflichtet und ebnen zugleich auch den Weg in die Zukunft. Für diesen Spagat haben sie in Randy Newman den idealen musikalischen Partner gefunden. Wie kein Zweiter besitzt er ein ungeheures Bewusstsein und Gespür für das musikalische Erbe Amerikas - für den Jazz und Blues der 20er Jahre, in denen dieses Märchen spielt, genauso wie für Gospel- und Zydeco-Klänge. Anders als etwa bei Phil Collins oder Elton John, deren Pop-Soundtracks für „Tarzan“, „Bärenbrüder” und „Der König der Löwen” auf ewig in den 90er Jahren verhaftet bleiben, hat er ein ganz und gar zeitloses Musical geschrieben, dass sich durchaus mit den in den 50er und 60er Jahren entstandenen Klassikern des Trickfilmgenres messen kann.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist schlicht grandios. Was Disney hier auf Blu-ray gebrannt hat ist beeindruckend. Dies nicht zuletzt da man in der Trailershow erste Ausschnitte aus der geplanten Blu-ray-Veröffentlichung von „Die Schöne und das Biest“ sieht und von dieser Bildqualität schon beinahe erschlagen wird. Da geht man schon erst recht kritischer an den Hauptfilm heran und es ist dann umso erfreulicher, dass hier die Qualität ebenso stimmt. Hier kommen soviele Details zum Vorschein und das HD-Format zeigt seine volle Stärke und kommt hervorragend zur Geltung. Man kommt als Zuschauer kaum aus dem Staunen heraus! Respekt! Der Sound steht dem Bild in nichts nach. Die Surround-Kulisse reißt den Zuschauer mitten in die Sümpfe New Orleans oder in die dunkle Zwischenwelt des Voodoos. Randy Newmans Score ist dann das Tüpfelchen auf dem I. Wer mit seiner HD- und Digital-Anlage angeben will, der sorgt mit dieser Blu-ray und dieser „althergebrachten“ Trickfilmtechnik für offen Münder! Versprochen!
Im Vergleich zu anderen Blu-ray Veröffentlichungen sind die Extras bei „Küss den Frosch“ etwas mager ausgefallen. Da gab es schon wesentlich üppigere Bonuspakete. Da aber beim Bonusmaterial die Qualität und nicht die Quantität zählt, fällt dieser Punkt zwar sehr schnell auf, aber hinterlässt nicht unbedingt einen schlechten Eindruck. Der Audiokommentar vom Regiduo John Musker und Ron Clements sowie Produzent Peter Del Vecho ist ein Muss. Was die Jungs hier über die Entstehung des Films zu sagen haben ist wirklich vorbildlich. Die beiden Regisseure präsentieren dann auch noch vier „Zusätzliche Szenen“ als Storyboard-Versionen. Mit der Entstehung des Films beschäftigen sich dann die weiteren Extras. Dabei ist das 22minütige Making of „Magie im Bayou“ das eigentliche Herzstück. Hier kommt auch Pixar-Boss John Lasseter zu Wort. Weitere kurze Extras vertiefen zusätzlich den Blick hinter die Kulissen und eine Kunstgalerie zeigt die kreative Vorarbeit für dieses Pprojekt. Die jüngeren „Frosch“-Fans erfreuen sich am Spiel „Was siehst du: Prinzessinen-Porträt“ und dem Musikvideo zum Film.
Fazit:
Die Rückkehr des 2D-Animationsfilms aus dem Hause Disney ist gelungen und war auch erfolgreich. Somit darf man sich auf weitere Zeichentrickfilme freuen. "Küss den Frosch" bleibt der Tradition der Disneyklassiker treu, ist aber modern genug, um den 3D-Trickfilmen paroli bieten zu können. Die Blu-ray ist in technischer Hinsicht erste Sahne, die Extras punkten in erster Linie durch die Qualität und weniger durch die Quantität. Darf eigentlich in keiner guten Filmsammlung fehlen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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97:57 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 | Italienisch DTS 5.1 |
Türkisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Rückkehr zur handgezeichneten Animation
- Musikvideo mit Ne-Yo feat. Cassandra Steen „Never Knew I Needed" und dessen Making Of
- Das Disney-Erbe & die neuste Prinzessin
- Was siehst du: Prinzessinnen-Porträts
- Zusätzliche Szenen
- Hinter den Kulissen der Synchronaufnahmen
- Audiokommentar
- Diverse Making Ofs
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Küss den Frosch
The Princess and the Frog
Ein gelungener Spagat zwischen Altem und Neuem - Disneys neuster Trickfilmklassiker
Autor der Besprechung:
Gastautor
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: John Musker, Ron Clements Drehbuch: Ron Clements, John Musker Darsteller: -
Label :
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
Verkaufsstart : 15.04.2010
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