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DVD-Besprechung - Sleeper Cell - Staffel 2

Story:
Nachdem der Anschlag auf das Dodgers Stadion in letzter Minute verhindert werden konnte, steht für Undercover-FBI-Agenten Darwyn Al-Sayeed (Michael Early) bereits die nächste Mission ins Haus. Er schleicht sich in einer Schläferzelle in Los Angeles ein, welche die gescheiterte Mission von Faris Al-Farik (Oded Fehr) mit einem neuen Ziel fortführen soll. Mit Warren Russell (Jay R. Ferguson) bekommt Darwyn einen noch unerfahrenen Agenten als Verbindungsmann an die Seite gestellt, dessen Qualifizierungen für den Job zudem höchst mangelhaft ausfallen. Als Farik aus der Gefangenschaft entkommen kann, spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu.

Meinung zum Film:
„Sleeper Cell“ ist eine US-TV-Serie, die in vielerlei Hinsicht sicherlich mehr als ungewöhnlich für Produktionen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten erscheint. Allem voran ist dies das von Klischees befreite Bild der Terroristen. In der Serie werden keine Fanatiker mit langen Bärten gezeigt, die den ganzen Tag zu Allah beten und die westliche Welt bespucken. Hier sind es vor allem westliche Durchschnittsbürger, die sich für Terrorzellen anwerben lassen, um die gutbürgerlichen Werte zu bekämpfen. Früher wären manche von ihnen wahrscheinlich in den Vietnam-Krieg gezogen, um ihren Eltern zu zeigen, was sie von ihrem gesitteten Leben halten. Andere hätten sich vielleicht in martialischen Protesten auf die Straßen begeben, um gegen das Establishment zu kämpfen. Doch durch den amerikanischen Krieg gegen den Terror haben sie sich in die Arme von Extremisten treiben lassen, die sie nur zu gerne aufnehmen. In der Serie werden sie aber nicht grundsätzlich als Monster dargestellt, sondern behalten stets ihre menschlichen Seiten. Die Serie baut ein feines Gleichgewicht zwischen Aktion und Reaktion auf und stellt dabei vor allem das Handeln der amerikanischen Behörden stark in den Fokus. Dies wird vor allem durch Verbindungsagent Warren Russell deutlich, der seinen Posten einzig über gute Beziehungen erhalten hat und sich einen Dreck darum schert, dass seine fehlende Qualifikation den Tod vieler Menschen bedeuten kann.

Für Darwyn gibt es zu Beginn eine vollkommen neue Situation zu überstehen. Eigentlich wollte er sich zurückziehen und eine Ausbilderstelle in Quantico übernehmen, doch dann findet er sich auf einmal an der Spitze einer Zelle in Los Angeles wieder. Erstmals richtig heikel wird es für ihn als er den Auftrag erhält, hochexplosiven Sprengstoff zu besorgen, der natürlich niemals in die Hände der Terrorzelle fallen darf. Während Darwyn bemüht ist, seine Tarnung nicht auffliegen zu lassen um an Informationen zu kommen, versuchen seine Kollegen von der CIA, Informationen aus Al-Farik über die Drahtzieher herauszubekommen, was aber nicht gelingen will. Als man ihn dann nach Saudi-Arabien überführen lässt, wo man Folter zum Erreichen der Ziele anwenden kann, gelingt Farik die Flucht und er taucht bei Sympathisanten unter. Aus der Ferne plant er weiter an dem nächsten Anschlag, während Darwyn bei seinen Versuchen, mehr über das Ziel und die Ausführung herauszubekommen, nur sehr langsam vorankommt.

Was „Sleeper Cell“ trotz seiner Ausgangslage nicht ist, ist eine auf Spannung ausgelegte Serie im Stile von „24“. Im Vordergrund stehen stets die Menschen und ihre Beweggründe. Spannung und Dramatik werden hier genutzt, um die Dramaturgie der Charaktere zu stützen und nicht umgekehrt. Charaktere wie Mina (Thekla Reuten / „Rosenstraße“), die für einen der emotionalsten Momente in der 2. Staffel sorgt, oder Ilja (Henri Lubatti), der beim Versuch sich aus dem Terror zurückzuziehen immer wieder aus der Bahn geworfen wird, stehen im Mittelpunkt. Spannend wird es in erster Linie im Finale, das sich über die letzten beiden Folgen erstreckt. Aber auch hier wird sich nicht den gewohnten Hollywood-Klischees gebeugt und ein Ausgang der Konfrontation gezeigt, der in dieser Form sicherlich nicht bei „24“ zu sehen sein würde.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kommt mit einem für eine TV-Serie angenehmen Gesamteindruck daher, der sich im Mittelfeld aktueller Produktionen einordnet. Gleiches gilt für den deutschen Dolby Surround Ton, der die meiste Zeit über gut verständlich aus dem vorderen Bereich zu hören ist und nur gelegentlich im hinteren Bereich von sich hören macht.

Bei den Extras gibt es zunächst einen Beitrag, in dem Hauptdarsteller Michael Early mit zwei realen Agenten des FBI spricht, die früher Undercover gearbeitet haben. Dabei gibt es sehr interessante Aspekte zu erfahren und diese werden auch mit einzelnen Situationen aus der Serie verglichen. Das „Islam-Wörterbuch“ ist weniger interessant. Es übersetzt und erklärt Begriffe aus dem Islam, die vor allem in Verbindung mit dem Terrorismus fallen.

Fazit:
„Sleeper Cell“ macht da weiter, wo die erste Staffel aufgehört hat. Es wird an einem Bild vom Terrorismus gebastelt, das nicht mit dem zu vereinen ist, das vor allem die alte US-Regierung immer wieder heraufbeschwören wollte. Mit einem deutlichen Fokus auf die Charaktere, angereichert mit wohldosierter Spannung zeigt die Serie ein ernsteres und düsteres Bild von Terrorbekämpfung, als es „24“ je getan hat.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
8 Episoden a ca. 47 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Surround
Dolby Surround
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Italienisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch
Bonusmaterial:
  • Der Feind im Innern
  • Islam-Wörterbuch
Sleeper Cell - Staffel 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Sleeper Cell - Staffel 2
Sleeper Cell - Season 2

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein ganz anderes Bild vom Terrorismus, als man es aus den Medien gewohnt ist


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Diverse
Drehbuch:
Diverse
Darsteller:
Michael Ealy, Oded Fehr, Thekla Reuten, Henri Lubatti, Jay R. Ferguson, Sonya Walger, Omid Abtahi, Melissa Sagemiller, Kevin Alejandro, Carlos Gómez

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
08.04.2010