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DVD-Besprechung - Die Abenteuer des Dick Turpin - Staffel 1
Story:
Das England des 18. Jahrhunderts ist die Heimat des von den ärmeren Bevölkerungsschichten verehrten Straßenräubers Dick Turpin (Richard O'Sullivan). Er selbst kämpfte einst als Soldat für die Krone, wurde allerdings zum Dank für seine Treue um Hab und Gut betrogen. Auf der Seite des Verbrechens kämpft er nun gegen die Ungerechtigkeit in seiner Heimat, die von den gierigen, adligen Despoten mit Waffengewalt sanktioniert werden. An seiner Seite kämpft sein junger Lehrling Swiftnick (Michael Deeks) und gemeinsam erleben die beiden haarsträubende Abenteuer.
Meinung zum Film:
Bereits im Oktober des Jahres 2008 verkündete Koch Media den baldigen Release der englischen Abenteuerserie "Die Abenteuer des Dick Turpin" aus dem Jahr 1979. Der erste Erscheinungstermin zum Anfang des Jahres 2009 konnte jedoch ebensowenig gehalten werden wie ein später angedachter Start der Serie im Januar/Februar 2010. Der Grund dafür war, dass die deutschen Tonspuren zur Serie zunächst nicht auffindbar waren. Glücklicherweise wurde man aber schließlich im Archiv eines englischen TV-Senders fündig, während die ausstrahlenden, deutschen Sendeanstalten ihre Synchronisationen nicht mehr vorrätig hatten. Dementsprechend kommt die Reihe nun, im April 2010, endlich zu ihrer deutschen DVD-Premiere. Die fiktiven Abenteuer des personell lose auf dem historisch verbürgten, realen englischen Straßenräuber basierenden Richard Turpin, der hier zu einer Art "Robin Hood" mutiert, stammen aus der Feder von Richard Carpenter, der bereits für die Kultserien "Robin Hood" (1984) und "Catweazle" verantwortlich zeichnete. Insgesamt brachte es die Serie bis 1982 auf vier Staffeln mit insgesamt 31 Folgen. Die vorliegende erste Staffel besteht aus 13 Folgen mit einer Laufzeit von je rund 24 Minuten, die sich auf 3 DVDs verteilen. Diese werden in einem ansprechend illustrierten Digipak ausgeliefert, das sich in einem Schuber mit FSK-Aufdruck befindet.
Die Serie ist voll und ganz auf ihren Titelhelden Dick Turpin zugeschnitten, der irgendwo zwischen Robin Hood und Zorro verortet werden kann und von seinem jugendlichen Sidekick Swiftnick assistiert wird. Die Serie richtet sich dabei offensichtlich an jüngere Semester, es gibt weder explizite Grausamkeiten noch werden Menschen getötet. Der Erzählstil entspricht klassischen Abenteuerserien, bietet regelmäßige Mantel-und-Degen-Sequenzen und wird stets von einem humorvollen Augenzwinkern begleitet. Die nicht zuletzt aufgrund der geringen Spielzeit eher simpel gestrickten Episoden verlaufen leider fast ohne inhaltlichen Zusammenhang. Lediglich bestimmte Charaktere, vor allem die beiden Erzrivalen Turpins, der Adlige Sir John Glutton (Christopher Benjamin) und sein Captain Nathan Spiker (David Daker), bestreiten zumindest in der ersten Staffel regelmäßige Auftritte. Die verklärende Darstellung des Dick Turpin macht aus ihm einen mutigen Meisterfechter, einen listigen Taktiker, einen Herzensbrecher und Verkleidungskünstler. Diese Talente hat er jedoch auch bitter nötig, da ihm regelmäßig Fallen gestellt werden und er auch häufiger in Gefangenschaft gerät.
Bei näherer Betrachtung der ersten 13 Folgen fällt leider schnell ins Auge, dass die Inhalte gerade nach heutigen Maßstäben nicht gerade komplex ausgefallen sind. Immer wieder macht Captain Striker im Auftrag von Sir John Jagd auf Turpin, der sich aber am Ende stets zu helfen weiß, obwohl er immer wieder in vermeintlich aussichtslose Situationen gerät. Sehr häufig muss er dabei Fehler seines übermütigen Gefährten Swiftnick geradebiegen, der über ein viel zu loses Mundwerk verfügt, ihm jedoch hin und wieder selbst aus der Klemme hilft. Der Humor der Reihe ist ebenso harmlos wie die Fechtereien unblutig, die Episoden werden recht kurzweilig vorgetragen, weisen aber, wie angedeutet, bereits in der ersten Staffel zahlreiche Wiederholungen auf.
Digitale Aufarbeitung:
Die englische TV-Serie hat etwa 30 Jahre auf dem Buckel und das macht sich auch in der Bildqualität bemerkbar. Die Schärfe ist nur durchschnittlich, mit schwacher Detailzeichnung, die Farbgebung wirkt blass und ausgewaschen, außerdem weist das Bild diverse Dropouts und Verschmutzungen auf. Hinsichtlich des Kontrasts wirkt das Bild grundsätzlich etwas zu hell, dunkle Flächen verschlucken außerdem massiv Details. Die Tonspuren klingen altersgemäß ein wenig verzerrt und weisen leichte Schwankungen auf, insgesamt ist aber eine gute Verständlichkeit gegeben. Auch wenn es z.B. mit der deutschen Tonspur der vierten Folge einen deutlichen Ausreißer gibt, welche sehr dumpf und stark übersteuert klingt.
Auf Bonusmaterial wurde leider komplett verzichtet.
Fazit:
"Die Abenteuer des Dick Turpin" ist eine humorvolle Abenteuerserie, die sich vor allem an jüngere Semester richtet, und dementsprechend wahrscheinlich bei ehemaligen Fans nostalgische Gefühle hervorrufen wird. Nach heutigen Maßstäben wirken die Episoden allerdings doch recht simpel gestrickt und außer der hochwertig wirkenden Ausstattung (Kostüme, Locations, Darsteller) bietet die Serie kaum größere Schauwerte. Bedauerlich sind auch der beinahe komplett fehlende Zusammenhang der einzelnen Folgen sowie die häufigen, schematisch wirkenden Wiederholungen der Handlung von Folge zu Folge. Technisch macht die Veröffentlichung leider nur einen durchschnittlichen, wenn auch durchaus akzeptablen Eindruck, der auch aufgrund des fehlenden Bonusmaterials und nicht vorhandener Untertitel entsteht.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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13 Folgen à ca. 24 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Die Abenteuer des Dick Turpin - Staffel 1
Dick Turpin - Season 1
Vor allem inhaltlich etwas in die Jahre gekommene Abenteuerserie für ein jugendliches Publikum, in technisch magerer Ausstattung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1979 Regie: Charles Crichton, Gerry Poulson, James Allen Drehbuch: Richard Carpenter, Sidney Cole, Paul Knight Darsteller: Richard O'Sullivan, Michael Deeks, Christopher Benjamin, David Daker, Alfie Bass, Joan Rhodes, Mary Crosby
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 09.04.2010
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