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DVD-Besprechung - Gefährten des Todes

Story:
Yellowleg (Brian Keith) ist ehemaliger Nordstaatensoldat. Nach dem Krieg macht er sich auf die Suche nach dem Mann, der ihn auf dem Schlachtfeld einst skalpieren wollte. Während seiner Suche erschießt er versehentlich den jungen Sohn von Kit Tildon (Maureen O'Hara). Diese möchte ihren Sohn an der gleichen Stelle begraben, wo auch sein Vater liegt: mitten in einem Indianergebiet. Aus schlechtem Gewissen heraus begleitet Yellowleg die Frau auf ihrem Weg, begleitet von 2 Freunden, die er kurz zuvor kennen gelernt hat. 

Meinung zum Film:
„Gefährten des Todes“ ist Sam Peckinpahs („The wild bunch“) erster Kinofilm und entstand 1961 nach einem Drehbuch von Albert Sidney Fleischman, dessen Story auch als Roman erschien. Mit Maureen O’Hara („McLintock“) und dem vor allem fernseherprobten Brian Keith („Hardcastle und McCormick“) ist der Streifen durchaus gut besetzt, dennoch hat der Film einige Schwächen. Als besonders problematisch erweist sich der unpassende und merkwürdige Soundtrack, der sich überhaupt nicht in die jeweilige Szene einfügen und an den entscheidenden Stellen die Spannung unterstreichen kann, sondern einfach nur wie ein Fremdkörper wirkt.  

Die Hauptfigur Yellowleg bleibt dem Zuschauer den ganzen Film über ein Rätsel. Zunächst freundet er sich mit 2 seltsamen Gestalten an und man fragt sich von Beginn an, warum er das tut. Auch ansonsten gibt Yellowleg keine Identifikationsfigur für den Zuschauer ab. Er ist ein Mann ohne große Gefühlsregungen, was ihn in diesem Fall aber leider nicht interessanter, sondern einfach nur fremder für den Zuschauer macht. Das gleiche gilt für seine beiden Kumpels zu Beginn, die lediglich seltsam und irgendwie gefährlich erscheinen, ansonsten aber keine weiteren Eigenschaften mitbringen. Noch seltsamer, dass Kit dem „Helden“ erlaubt, sie in das gefährliche Indianergebiet zu begleiten, um den Jungen zu beerdigen, den Yellowleg selbst erschossen hat.

Die Charakterisierung der Indianer entspricht dem typischen US-Western-Klischee und diese werden ausschließlich als mordende Wilde dargestellt. Trotz der oben genannten Ungereimtheiten und Filmschwächen ist „Gefährten des Todes“ auf seine Art faszinierend. Einerseits wird man als Zuschauer selten warm mit dem Film, der aus der emotionalen Distanz zu den Figuren resultierende Abstand zu dem Gezeigten macht den Western aber auf seine Weise wieder interessant. Wer auf einen anständigen Western hofft, ist bei den „Gefährten“ an der falschen Adresse. Wer jedoch Gefallen an einem durch Drehbuch und Schnitt in gewisser Weise misslungenen Western hat, sollte durchaus mal einen Blick riskieren. Peckinpah-Fans können sowieso blind zugreifen.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist nicht schlecht, es hätte lediglich etwas mehr Kontrast und Schärfe vertragen können. Die Farben sind ok, altersbedingte Verschmutzungen sind kaum zu sehen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 klingt insgesamt etwas dumpf, ist aber problemlos gut verständlich.

Als Extras gibt es die Doku „Passion & Poetry: The early Sam“, die in 30 Minuten auf die frühen Jahre von Peckinpah eingeht. Dazu gibt es einen Trailer zur kompletten Doku „Passion & Poetry“. Weiter geht es mit einer Bildergalerie. Auf Wunsch kann man sich noch einen kenntnisreichen, deutschsprachigen Audiokommentar des Peckinpah-Kenners Mike Siegel anhören. Der DVD ist außerdem ein 16-seitiges Booklet mit weiteren Hintergrundinformationen beigefügt.  

Fazit:
„Gefährten des Todes“ ist kein guter Western. Dennoch muss man als Interessierter nicht davor zurückschrecken, sich diesen Film anzusehen und mit eigenen Augen zu sehen, warum dieser Film misslungen ist, denn die Figuren sind auf eine seltsame Art faszinierend, obwohl der Zuschauer keinen Zugang zu ihnen findet. Die DVD-Qualität ist gut, die Extras sind hervorragend.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
89:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
  • Audiokommentar von Peckinpah-Kenner Mike Siegel
  • Featurette "The early Sam"
  • 16-seitiges Booklet
Gefährten des Todes - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Gefährten des Todes
Deadly Companions

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Seltsamer Peckinpah-Western


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1961
Regie:
Saqm Peckinpah
Drehbuch:
Albert Sidney Fleischman
Darsteller:
Maureen O'Hara, Brian Keith, Steve Cochran, Chill Wills, Strother Martin

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
09.04.2010