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DVD-Besprechung - WWE - Unforgiven 2001 / No Mercy 2001

Story:
In der Reihe "Tagged Classics" erscheinen in ungleichmäßigen Abständen ältere PPVs der WWE, die als Highlights des Sports Entertainment gelten. Das aktuell erschienene Package beinhaltet die Events "No Mercy" und "Unforgiven" aus dem Jahr 2001. Damals war gerade die WCW von der WWF, der späteren WWE, aufgekauft worden, so dass Titel und Athleten nun in die bestehende Organisation eingegliedert wurden. Die Anschläge des 11. September lagen gerade erst 12 Tage zurück, als am 23. September "Unforgiven" als erste WWE-PPV nach den Terroranschlägen stattfand. So bekam der Hauptkampf zwischen dem Olympiagewinner Kurt Angle und Steve Austin eine ganz eigene Brisanz. Eine Storyline, die einen Monat später am 21. Oktober bei "No Mercy" erneut durch die Autoren aufgegriffen wurde.

Meinung zum Film:
Im Hinblick auf die gerade erst stattgefundenen Terroranschläge vom 11. September bekommen beide in dieser Box enthaltene PPVs einen ganz besonderen Charakter. Nicht nur das "Unforgiven" die erste PPV nach 9/11 war, auch während der Veranstaltung war immer wieder der Einfluss des Ereignis zu spüren. So wurde das Event von Jennifer Holliday eröffnet, die "America the Beautiful" zu Ehren der Todesopfer sang. Im Main Event, dem Match zwischen Stone Cold Steve Austin und Kurt Angle um den WWE Championtitel, war ganz klar die Stellung Kurt Angles als Nationalheld in den Vordergrund gehoben worden. Der Athlet genoss dieses Status aufgrund seines Sieges der Goldmedaille im Ringen bei der Sommerolympiade 1996 in Atlanta, weshalb er auch zur Glanzfigur der PPV erkoren wurde. Die Fehde mit Steve Austin war daher ein gelungener Kniff, der in der darauffolgenden PPV "No Mercy" wieder aufgegriffen worden ist und demnach bezeichnend für diese Phase der WWE war. Ebenfalls aus heutiger Sicht interessant ist, dass im Jahr 2001 die WCW Wrestlingliga von der damaligen WWF aufgekauft wurde und im späteren Verlauf die heute bekannte WWE entstanden ist. Damals waren noch Titel und Wrestler beider Marken erkennbar, so ging es bei beiden PPVs beispielsweise um den WCW Championtitel wie auch den Tag Team Gürtel der gleichen Bezeichnung. Im Zuge der WWE-Etablierung wurde dies in den späteren Jahren angleichen, die RAW, Smackdown!, Superstars und ECW-Sendungen konzipiert und einheitliche Titel geschaffen.

Bei "Unforgiven 2001" eröffneten die technisch versierten Matches zwischen Raven und Perry Saturn sowie Edge und Christian, welches den Intercontinental Titel als Belohnung für den Sieger parat hielt, einen wahren Reigen toller Kämpfe. Zum einen stand das 4-Team Elimination Match zwischen den konkurrierenden Teams der Dudley Boyz, den Hardy Boyz, The Hurricane mit Lance Storm und letztendlich Big Show im Team mit Spike Dudley an, das vom WCW Tag Team Championship Match, in dem sich der Undertaker an der Seite seines "Bruders" Kane mit der Kombo Kronik auseinander setzen musste, noch getoppt wurde. Vor allem beim letzteren sahen die Fans hervorragendes Wrestling und beeindruckende Kraftaktionen auf Seiten der austrainierten Athleten. Der auch heute noch aktive und überaus talentierte Chris Jericho, damals noch mit langer blonder Mähne, ringt mit Rob Van Dam um den Hardcore-Titel wonach ein von den Schreiberlingen ganz besonders konzipiertes Match folgt. In einem Handicap Match um den WCW Championtitel tritt der absolute Publikumsliebling The Rock gegen Booker T und Shane McMahon an, dem damaligen Chef der WCW. Schlag auf Schlag folgen nun die Titelkämpfe. Tajiri und Rhyno kreuzen die Klingen um den United States Gürtel, bevor der Höhepunkt des Abends stattfand, bei dem der rüpelige Steve Austin dem Vorzeigesportler Kurt Angle entgegen trat, der sich als glänzender Sportler und Vorzeige-Amerikaner präsentierte. Auf den speziellen Hintergrund des Kampfes wurde bereits oben verwiesen. Beide Sportler spielten ihre Rollen hervorragend, so dass das Unterhaltungsniveau im Zusammenspiel mit einem inhaltlich vielseitigen Kampf stetig ansteig. Die Rechnung der Verantwortlichen ist durchaus aufgegangen.

Einen Monat später gab es bei "No Mercy" den Rückkampf zwischen Angle und Austin, bei dem Rob Van Dam als dritter Akteur hinzustieß und das Triple Threat Match vervollständigte, bei dem es einmal mehr um den Championtitel ging. Also auch hier funktioniert die gekonnt inszenierte Dramaturgie für ein begeisterungsfähiges WWE-Publikum, dass wie erhofft die gebotene Storyline akzeptierte. Weitere attraktive Kämpfe zwischen The Rock und Chris Jericho, beiderseits exzellente Kraft und Technik, sowie Booker T gegen den Undertaker überzeugten. In den beiden Tag Team Matches um die WWE bzw. WCW Championships sahen sich um ersteren Gürtel die Dudley Boyz dem Team aus The Big Show und Tajiri gegenüber, während bei letztem die Kontrahenten aus den Hardy Boyz und The Hurricane an der Seite von Lance Storm bestanden. Beide Matches fallen vor allem wegen ihrer tollen Double Team Moves auf, ebenfalls wieder der Verweis auf das durchdachte Konzept seitens der Verantwortlichen. Die Superstars setzten die theoretischen Vorgaben gekonnt in die Praxis um, was jubelnde Fans entsprechend honorierten. Nach den Prügelei der zwei Kraftpakete Test und Kane folgte das Lingerie Match zwischen Torrie Wilson und Stacy Keibler. Leider gibt es hier ausschließlich Haut zu sehen, was das Damenwrestling ungerechtfertigterweise zur sinnlosen Fleischbeschau degradierte. Glücklicherweise ist bis heute eine Besserung eingetreten, da nun die Damen wenigstens hin und wieder ihr zweifellos vorhandenes Können zeigen dürfen.

Digitale Aufarbeitung:
Im Vergleich zu früheren WWE-DVDs gibt es keine Unterschiede zur Bildqualität. Dem Alter entsprechend sind einige wenige Stellen enthalten, an denen leichtes Bildrauschen auffällt. Ansonsten sind Schärfe, Helligkeit und Kontrast in Ordnung. Die Tonqualität kommt ebenfalls ohne Unterschiede zu Referenzprodukten daher. Lediglich der englische Originalton als Dolby Digital 2.0-Spur ist vorhanden. Untertitel sowie andere Sprachfassungen fehlen. Für Zuschauer mit entsprechenden Kenntnissen stellt dies kein Problem dar, da die Kommentare jederzeit verständlich sind.

Extras fehlen bei beiden PPVs komplett. Hier könnte nachgebessert werden.

Fazit:
"WWE Tagged Classics – Unforgiven 2001 / No Mercy 2001" bietet unterm Strich zwei durchweg gut konzipierte und von den Wrestling-Stars entsprechend umgesetzte Matches an. Technische Aktionen sowie harte Kraftmanöver halten sich das Gleichgewicht – vor allem die Main Events zwischen Steve Austin und Kurt Angle sind durch ihre Relevanz zu aktuellen Ereignissen mit Spannung geladen. Aufgrund fehlender Extras und der marginalen Ausstattung ohne Untertitel und nur einer Tonspur hat das Ganze noch Luft nach oben.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
316:05 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • keine
WWE - Unforgiven 2001 / No Mercy 2001 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Unforgiven 2001 / No Mercy 2001
Unforgiven 2001 / No Mercy 2001

Bild unseres Mitarbeiters Marcus Offermanns
Zwei WWE-PPVs die aufgrund vieler sehenswerter Matches zu gefallen wissen


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2001
Regie:
-
Drehbuch:
-
Darsteller:
Stone Cold Steve Austin, Kurt Angle, The Rock, Booker T, Shane McMahon, Rob Van Dam, Chris Jericho, Undertaker, Kane, Edge, Christian, etc.

Label Deutschland :
ClearVision
Verkaufsstart Deutschland :
07.05.2010