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DVD-Besprechung - Prinz Eisenherz

Story:
Zu Zeiten von König Artus (Brian Aherne) und seiner Tafelrunde muß König Aguar von Thule (Donald Crisp), mit seinem Sohn Prinz Eisenherz (Robert Wagner), ein Dasein im Exil fristen, weil er von dem verschlagenen Wikingerkönig Sligon (Primo Carnera) vom Thron gestürzt wurde. Um sein Reich zurückzubekommen, entsendet Aguar seinen Sohn nach Camelot, wo dieser zum Ritter der Tafelrunde reifen soll, um daraufhin den Freiheitskampf für Aguars Königreich anzuführen. Bereits auf dem Weg nach Camelot gerät Eisenherz jedoch in eine beinahe tödliche Konfrontation mit dem Schwarzen Ritter und kommt so eher zufällig einer Verschwörung gegen König Artus auf die Spur, in die offensichtlich auch Sligon involviert ist.


Meinung zum Film:
Die Figur des "Prinz Eisenherz" geht auf den kanadischen Zeichner Harold Rudolph Foster zurück und erblickte im Februar 1937 das Lebenslicht als Comicheld. Seit 1987 wird die Gesamtausgabe des Werks in Deutschland vom renommierten Carlsen Verlag verlegt und genießt auch hierzulande Kultstatus. Seit dem Jahr 2006 erscheint im Bocola Verlag eine digital überarbeitete Neuauflage in Originalcolorierung. Die filmische Adaption des Comics im Jahr 1954, also in den Blütejahren Hollywoods, war trotz inhaltlicher Abweichungen zur Vorlage kein Schnellschuss und orientierte sich auch optisch nah an der Vorlage. Der Kinofilm war für die damalige Zeit mit drei Millionen Dollar hoch budgetiert und machte Dank des farbenfrohen, breitwandigen CinemaScope-Formats auch optisch keinerlei Hehl daraus. Der spätere Westernspezialist Henry Hathaway ("Der Garten des Bösen") überließ im Regiestuhl nichts dem Zufall und konnte auf eine Riege hochwertiger Darsteller zurückgreifen. Neben dem jungen Robert Wagner ("Hart aber herzlich"), der hier noch am Anfang seiner langen Karriere stand, finden sich deshalb in den weiteren Rollen Veteranen wie James Mason ("20.000 Meilen unter dem Meer") als Sir Brack, Sterling Hayden ("Asphalt-Dschungel") als Sir Gawain, oder bekannte, weibliche Gesichter wie Janet Leigh ("Scaramouche - Der galante Marquis"), und Debra Paget ("Die Piratenkönigin") als Herzdamen der Titelhelden. Im Jahr 1997 folgte ein filmisches Remake von Anthony Hickox.

"Prinz Eisenherz" ist einer der großen, klassischen Ritterfilme und ist mit Genrehighlights wie "Ivanhoe - Der schwarze Ritter" oder "Die Ritter der Tafelrunde" in einem Atemzug zu nennen. Dementsprechend bietet der Titel die zu erwartenden Ingredenzien für einen phantasievollen und idealisierten Ausflug an die tugendhafte Tafelrunde. Das sind u.a. prächtige Ritter in glänzenden Rüstungen, die sich bei Turnieren heldenhaft im Lanzenreiten duellieren, um das Herz der als Preis ausgelobten, anbetungswürdigen Herzdame zu erringen, das bedeutet aber auch gewaltige Burgen, die ihrer nicht minder beeindruckenden Erstürmung harren, oder Verfolgungsjagden zu Pferde durch die unberührte Natur. Die unvermeidlicher Liebesgeschichte wird hier dafür weniger kitschig, sondern vielmehr aufgrund diverser Verwechslungen mit einem deutlichen Augenzwinkern vorgetragen. Über all diesen Ränkespielen thront die Lichtgestalt, der christliche Wikingerprinz Eisenherz, der Mann mit dem unverwechselbaren Pagenschnitt, dem  tapferen und tugendhaften Streiter für Recht und Gerechtigkeit, der sich aus jeder noch so verzweifelten Lage zu befreien weiß.

So wirkt der junge Prinz zwar stets etwas impulsiv, ist aber keineswegs ein tumber Schläger, sondern versteht es immer wieder meisterhaft seinen Verstand zu gebrauchen. Überhaupt hält sich die Anzahl der gewalttätigen Auseinandersetzungen im Film stark in Grenzen, gipfelt dann allerdings sehr eindrucksvoll in dem finalen Sturm auf die Feste von Sligon. Bis dahin ist es jedoch ein kurzweiliger und durchaus spannender Weg durch die Zeit der Ritter und Legenden. Das Drehbuch gibt sich dabei trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit stets angenehm phantasievoll und versteht es auch ohne ständige Actionsequenzen ein stimmungsvolles, mittelalterliches Panorama auszubreiten. Neben der beeindruckenden Optik bietet der Film zumindest den männlichen Hauptdarstellern auch die Möglichkeit ihre Charaktere eindrucksvoll zum Leben zu erwecken. Dementsprechend stehen die glänzend aufgelegten Veteranen James Mason und Sterling Hayden dem sehr trefflich besetzten Robert Wagner nicht nach, während die weiblichen Darsteller, typisch für diese Art von Produktion, über die Rolle des "love interest" kaum hinauskommen.

Digitale Aufarbeitung:
Das prächtige CinemaScope-Bild im Breitwandformat 2,55:1 macht Dank dieser restaurierten DVD-Fassung auch nach deutlich mehr als 50 Jahren noch einen überzeugenden Eindruck. Die Schärfe bewegt sich trotz kleiner Schwächen auf gutem Niveau, die Farbgebung wirkt ausdrucksstark und stilistisch comichaft-bunt. Die Kontrastwerte wirken verhältnismäßig ausgewogen. Das deutliche Hintergrundrauschen ist gerade bei Szenen mit hellerem Hintergrund nicht zu übersehen, kann aber genau wie die leichten Verschmutzungen und Bildfehler den runden Gesamteindruck nicht trüben. Die deutsche Tonspur bietet eine gute Verständlichkeit und bringt auch die atmosphärische Musikuntermalung gut zur Geltung. Altersbedingt klingt die Tonspur natürlich leicht verzerrt, aber das unterstreicht nur den angenehm altmodischen Charakter des Films. Auch die englische Tonspur ist gut verständlich, wirkt allerdings etwas unnatürlicher.

Die DVD wird im illustrierten Mediabook mit integriertem, 16-seitigen Booklet ausgeliefert. Der FSK-Flatschen befindet sich leider fest auf der Vorderseite. Das Booklet mit fünf Textseiten enthält interessante Hintergrundinformationen zum Film, wie z.B. Abweichungen gegenüber der Comicvorlage oder Angaben zu den Drehorten. Auf der DVD befinden sich zwei deutsche Trailer, neben dem normalen auch ein animierter, der englische Trailer, eine sehr knappe Newsreel (0:51) sowie eine Bildergalerie mit Werbematerial zum Film.

Fazit:
"Prinz Eisenherz" ist ein klassischer Ritterfilm mit sehr gut aufgelegten Hauptdarstellern, unterschwelligem Humor, beeindruckender Optik, opulenter Ausstattung und einem zwar etwas vorhersehbar-naiven, aber durchaus phantasievoll-unterhaltsamen Drehbuch nebst stimmungsvoller Musikuntermalung. Der Film protzt nicht gerade mit Actionsequenzen und Kämpfen, wenn es dann aber zur Sache geht wirken diese Einlagen handwerklich sehr ausgereift. Technisch macht die DVD einen guten Eindruck, ohne eine Referenzrestaurierung darzustellen, die Extras sind allerdings nicht gerade üppig ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
96:02 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • 16-seitiges Booklet
  • Deutsche Trailer
  • Englischer Trailer
  • Newsreel
  • Bildergalerie
Prinz Eisenherz - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Prinz Eisenherz
Prince Valiant

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Unterhaltsamer Ausflug in die Zeit der ritterlichen Mythen und Legenden für Jung und Alt


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1954
Regie:
Henry Hathaway
Drehbuch:
Dudley Nichols (basierend auf dem Comic von Hal Foster)
Darsteller:
Robert Wagner, James Mason, Janet Leigh, Sterling Hayden, Debra Paget, Brian Aherne

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
30.04.2010

Vertrieb Schweiz :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
30.04.2010