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DVD-Besprechung - Yukon
Story:
Kanada 1931: Der einsiedlerische Trapper Albert Johnson (Charles Bronson) rettet nach einem Hundekampf den unterlegenen Tier das Leben, indem er es seinem Besitzer Hazel (Ed Lauter) mit "sanfter Gewalt" abkauft. Damit hat er sich jedoch die Feindschaft dieses impulsiven Mannes zugezogen, der das Gesetz schließlich in die eigenen Hände nimmt und ihn mit vier Spießgesellen in ein Feuergefecht verwickelt. In dessen Verlauf stirbt einer von Hazels Kumpanen. Daraufhin ist der lokale Polizeichef, Sergeant Edgar Millen (Lee Marvin), gezwungen Johnson festzunehmen. Der Versuch endet jedoch mit weiteren Toten und fortan ist Millen gezwungen, eine Treibjagd auf Johnson zu veranstalten, der wiederum versucht sich über die Berge nach Alaska zu retten.
Meinung zum Film:
"Yukon" ist ein US-Filmprojekt der Golden Harvest-Produktionsgesellschaft von Raymond Chow ("Auf dem Highway ist die Hölle los") aus Hongkong. Die Drehorte lagen in Kanada und New Mexico. Die Regie übernahm Peter R. Hunt, vor allem bekannt für den einzigen Lazenby-Bond, "Im Geheimdienst ihrer Majestät", während Michael Grais und Mark Victor ("Poltergeist") gemeinsam das Drehbuch schrieben. Die Hauptrollen wurden mit den beiden Haudegen Charles Bronson ("Ein Mann sieht rot") und Lee Marvin ("Point Blank") äußerst prominent besetzt, die zu dieser Zeit beide für ihre knallharten Rollen bekannt waren und bereits bei "Das Dreckige Dutzend" gemeinsam vor der Kamera standen. Aber auch in den weiteren Rollen finden sich bekannte Namen wie Carl Weathers ("Rocky"), Andrew Stevens ("Die Boys von Kompanie C"), Ed Lauter ("Nevada Pass") und Angie Dickinson ("Dressed to Kill"). Inhaltlich stellt der Film ein Remake zu "Der Jäger" aus dem Jahr 1975 dar.
"Yukon", das ist nicht nur ein actionlastiger Abenteuer- und Verfolgungsfilm der alten Schule, sondern auch der gnadenlose Zweikampf zweier personifizierter Anachronismen, namentlich Johnson und Miller, entsprechend deren Rollenfestlegung sehr passend mit Bronson und Marvin besetzt, die von jeglicher "Zivilisationskrankheit" verschont blieben und vielmehr der "Gelobt sei, was stark macht"-Schule urtümlicher Männlichkeitsriten angehören. Geprägt ist diese Jagd aber eben auch von der Ähnlichkeit beider Protagonisten und dementsprechendem, gegenseitigem Respekt. Millen jagt hier seinem eigenen Spiegelbild hinterher. Wie er selbst ist Johnson der Vertreter einer aussterbenden Rasse. Den Gegenentwurf der Moderne verkörpert dagegen Millens Hilfssheriff Alvin Adams (Andrew Stevens). Adams setzt auf die Überlegenheit moderner Technik, für die Millen nur Verachtung übrig hat, und er glaubt getreu an die heiligen Buchstaben des Gesetzes, wo hingegen Millen früh klarstellt, dass nur er in dieser entlegenen Gegend das Gesetz verkörpert. Bis zum Beginn der eigentlichen Jagd vergehen zunächst erstmal rund 30 Minuten, in denen die Hauptprotagonisten und deren charakterliches und territoriales Universum eingeführt werden.Mit der ersten und einzigen direkten (verbalen) Konfrontation der beiden Antihelden endet dann nach rund 40 Minuten auch schon die Sprechrolle für Charles Bronson, der fortan schweigend und verbissen seine Flucht bestreitet.
Im Rahmen dieser gnadenlosen Verfolgungsjagd offeriert "Yukon" atemberaubende Naturaufnahmen, wobei eben jene Natur auch immer wieder ihr gnadenloses Gesicht präsentiert. Johnson kämpft hier im Alleingang gegen seine zahlreichen Verfolger, die harten Umweltbedingungen und gegen den technischen Fortschritt in Form eines übermotivierten Jagdfliegers, der ebenfalls auf ihn angesetzt wird. Die Actionsequenzen des Films, vor allem einige sehr blutige Schießereien, erinnern in ihrem rauhen, ungeschminkten Stil beinahe an Sam Peckinpah, bieten jedoch weniger handwerkliche Stilmittel. Einschüsse erfolgen stets in expliziter Nahaufnahme und auch derbe Kopfschüsse dürfen nicht fehlen. Der Zuschauer sympathisiert vor allem mit Johnson, dem Millen attestiert, dass er nichts getan hat, was er nicht selbst genauso getan hätte, obwohl er diesen vorwiegend aus der Verfolgerperspektive erlebt. Die Jagd selbst ist spannungsgeladen, wird aber durch Unstimmigkeiten im Lager der Verfolger noch weiter verschärft und auch die Nebenhandlung eines in der Gegend aktiven "Trapperkiller", bzw.die Ungewissheit über dessen Identität, steigern die Brisanz der Ereignisse.
Digitale Aufarbeitung:
Für einen beinahe 30 Jahre alten Film überzeugt die DVD mit einer guten Schärfe, ausgewogenen Kontrastwerten und einer kräftigen, natürlich wirkenden Farbgebung. Bildfehler und Verschmutzungen sind kaum vorhanden, lediglich ein nicht wirklich störendes Bildrauschen muß in Kauf genommen werden. Die DVD bietet gleich drei Tonspuren, Deutsch, Englisch und Italienisch und zusätzlich noch englische sowie italienische Untertitel. Alle drei Sprachfassungen klingen hinsichtlich der Dialoge gut verständlich und auch die Actionsequenzen wirken wuchtig, wobei allerdings keine Vergleiche zu aktuellen Blockbustern gezogen werden sollten. Bei der deutschen Synchronisation schlägt leider die ungewohnte Synchronstimme von Charles Bronson negativ zu Buche, allerdings hält sich die Zahl seiner Dialogzeilen auch stark in Grenzen.
Die DVD bietet im Bonusbereich lediglich den deutschen Trailer, den englischen Originaltrailer, eine Bildergalerie mit Werbematerial zum Film sowie ein Radio-Interview mit Charles Bronson und Lee Marvin (26:54). Löblicherweise liegen für dieses englischsprachige Feature wahlweise deutsche oder italienische Untertitel vor. Vor allem Lee Marvin gibt sich hier betont locker, Charles Bronson wirkt hingegen etwas stinkig. Ein gewisser Unterhaltungswert ist somit durchaus gegeben, sonderlich informativ ist dieses Feature allerdings wahrlich nicht ausgefallen und auch um "Yukon" geht es eher am Rande. Die DVD besitzt ein flatschenfreies Wendecover.
Fazit:
"Yukon" ist das Aufeinanderprallen zweier anachronistischer Helden des Actionkinos und verläuft genauso rauh und unbarmherzig, wie sich Fans von Charles Bronson und Lee Marvin dieses auch ausgemalt hätten. Dementsprechend bietet "Yukon" zwei bärenstarke Hauptdarsteller, spektakuläre Naturaufnahmen, knallharte Actionsequenzen und eine mitreißende, spannungsgeladene Verfolgungsjagd quer durch Kanada. Technisch kann die DVD voll überzeugen, lediglich das Bonusmaterial hätte umfangreicher ausfallen können.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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93:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Englisch, Italienisch |
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Bonusmaterial:
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- Deutscher Trailer
- Englischer Originaltrailer
- Bildergalerie mit Werbematerial
- Radio-Interview mit Charles Bronson und Lee Marvin
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Yukon
Death Hunt
"Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss", oder "Als das Testosteron noch die Welt beherrschte"
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1981 Regie: Peter R. Hunt Drehbuch: Michael Grais, Mark Victor Darsteller: Charles Bronson, Lee Marvin, Andrew Stevens, Carl Weathers, Angie Dickinson, Ed Lauter
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 30.04.2010
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