 |
DVD-Besprechung - Kevin - Die Vampirdoku
Story:
Kevin Schmidtke (Alexander Aue) ist kein Mensch wie Du und Ich. Kevin ist krank, denn Kevin wurde vor 10 Jahren auf einer Party gebissen. Von einer Vampirin. Seither ist er mit dem Virus infiziert und ist selbst ein Blutverkoster geworden. Diese Dokumentation zeigt, wie schwer es für Vampire ist, innerhalb einer menschlichen Gesellschaft zu existieren. Ohne eine echte Lobby werden sie in soziale Programme gesteckt und werden sogar in künstlichen Familienstrukturen gehalten.
Meinung zum Film:
Mit „Kevin“ kommt auf das Publikum eine Dokumentation der etwas anderen Art zu. Wer dieses Fernsehformat mag und dazu noch Humor besitzt, den erwarten kurzweilige 71 Minuten mit einigen netten Ideen. Die Art der Inszenierung entspricht dem, was man so von Randgruppendokus so kennt. Interviews mit Leuten auf der Straße und was sie von dem betroffenen Personenkreis halten, Blick in den privaten Haushalt und die dort vorherrschenden Lebensverhältnisse. Alles wie gehabt, wäre da nicht die ganz besondere Krankheit an der Kevin und andere leiden. Nun gut, leiden ist nicht so ganz richtig, denn sie sind eigentlich quietschfidel, die Vampire.
Vampirismus wird als Krankheit (Haematophagie) angesehen und die befallenen Menschen als Randgruppe betrachtet. Regisseur und Drehbuchautor Christian von Aster hat ein Bildnis geschaffen, das auf alle Personenkreise, die nicht direkt zur riesigen Gruppe der Allgemeinheit gehören, zutreffen kann. Vampire können beliebig gegen Migranten, Lesben und Schwule oder gegen Aidskranke ausgetauscht werden. Interessant in dem Zusammenhang ist, dass die gestellten Fragen auf der Straße bekannt sind und auch die „Reaktionen“ der Passanten dem entsprechen, was man so von den Fernsehsendern geboten bekommt. Die Passanten lehnen Vampire ab, haben Verständnis oder stehen ihnen vollkommen positiv gegenüber.
Von Aster hält dem Zuschauer den Spiegel vor, wenn er ein Szenario skizziert, das sich so jeden Tag u.a. in Deutschland abspielt. Kevin ist als Mitglied einer Randgruppe gebrandmarkt und muss sich z.B. in der U-Bahn dumme Sprüche anhören oder wird im Getränkemarkt von Skinheads bedroht, weil er ihnen Frauen und Arbeitsplätze wegnehmen soll. Spezialausweise mit symbolischer Markierung in Form eines roten „V“ in einem roten Kreis stehen für eine Variante des gelben Judensterns. Aber es wird auch gezeigt, dass es Menschen gibt, die z.B. Kevin helfen, wenn er mal in Not gerät. Abgerundet wird das Geschehen von einer entsprechend passenden Adaption des Vampirthemas. So werden u.a Knoblauch und Sonnenlicht näher betrachtet und auch die Nahrungsaufnahme wird innovativ erklärt. Stichwort: Bloodweiser und Van Helsings in Dosen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität entspricht voll und ganz den Erwartungen, die man an einen Dokumentarfilm haben kann. Es ist überwiegend klar und präsentiert recht nüchterne, aber satte Farben. Es ist der typische Fernsehstil. Das gilt auch für den Ton der natürlich sehr dialoglastig im Format Dolby Digital 2.0 vorliegt.
Die Extras eröffnen mit einer Texttafel über Christian von Aster, kurz und irgendwie auch überflüssig. Da wollte er wohl ein wenig Werbung für seine Person machen. Es folgt eine Bildergalerie mit einem Blick hinter die Kulissen und eine Leseprobe aus einem Werk von Asters. Hinzu kommen noch entfallene Szenen, sowie ein PDF-File für den PC mit dem Comic „Suck This“.
Fazit:
„Kevin“ ist eine unterhaltsame, aber fiktive Dokumentation über Vampire im Alltag. Schräg, gespickt mit einigen gesellschaftskritischen Ansatzpunkten. Diese Produktion ist mal etwas ganz anderes und somit eine interessante Abwechslung im DVD-Player. Technisch ist alles in Ordnung.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,66:1
|
71:11 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine |
|
Bonusmaterial:
|
- Christian von Aster "über sich selbst"
- Bildergalerie
- Leseprobe
- Entfallene Szenen
- Comic "Suck This" (PDF)
|
|  |
Kevin - Integration eines Mythos
Kevin - Integration eines Mythos
Komm, trink noch ein Bloodweiser
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2008 Regie: Christian von Aster Drehbuch: Christian von Aster Darsteller: Alexander Aue, Christian von Aster, Philip Drobaß, Ralf Esche, Johannes Franke
Label :
Epix
Verkaufsstart : 30.04.2010
|