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DVD-Besprechung - Knife Edge - Das zweite Gesicht
Story:
Emma (Natalie Press) zieht zusammen mit ihrem Ehemann Henri (Matthieu Boujenah) in ein großes, ländlich gelegenes Herrenhaus vor den Toren Londons. Doch kaum eingezogen beginnt Emma das Schreien eines Kindes zu hören und wird zudem regelmäßig von blutigen Visionen geplagt. Henri ist mit der Zeit nur noch genervt vom Verhalten seiner Ehefrau und bietet ihr nur wenig Halt. Zudem plagen ihn genügend eigene Sorgen, da seine Agentur kurz vor dem Bankrott steht. Mit der Zeit spitzen sich die Ereignisse immer weiter zu.
Meinung zum Film:
„Knife Edge“-Regisseur Anthony Hickox gehörte Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre zu den vielversprechendsten Filmemachern im Horrorbereich. Mit Filmen wie „Waxwork“, „Sundown – Rückzug der Vampire“ und „Hellraiser III“ machte er den Anhängern des Horrorkinos große Hoffnung darauf, in Zukunft noch weitere gute Genreproduktionen von ihm zu sehen zu bekommen. Doch recht bald wurde es still um ihn und nach dem schon recht durchschnittlichen TV-Film „Full Eclipse“ im Jahre 1983 kamen fast nur noch wenig gelungene B-Action-Movies von ihm ins Heimkino. „Knife Edge“ ist von der Story betrachtet nun wieder ein Film, der die aus den späten 80ern bekannte Gruselstimmung wieder aufleben lassen könnte. Aber leider schafft der Film dies nur in wenigen Ansätzen und verkommt ansonsten zu einer Probe der Geduld.
Die zahlreichen Unstimmigkeiten im Film nehmen schon damit ihren Lauf, dass Hauptfigur Emma eine Gabe hat, die sie Dinge aus der Zukunft sehen lässt. Dies wird zu Beginn dadurch angedeutet, dass sie als Devisenmaklerin cool und lässig jeden Kursverfall aussitzt und erst im goldrichtigen Moment reagiert. Leider gelingt es Darstellerin Natalie Press („50 Dead Men Walking“) aber überhaupt nicht, die coole Geschäftsfrau auch nur annähernd authentisch auf den Bildschirm zu bringen. Erst als sie später die angsterfüllte Frau im Geisterhaus spielen darf, scheint sie sich ein klein wenig besser aufgehoben zu fühlen. Allerdings erscheint ihre Wandlung von der gewitzten Geschäftsfrau, hin zum willenlosen Spielball anderer alles andere als glaubwürdig. Wäre sie auch nur annähernd die Geschäftsfrau gewesen, als die sie zu Beginn präsentiert wird, die Story hätte sicherlich eine ganze andere Richtung einnehmen müssen. Oder aber sie wäre in ihrem Job alles andere als erfolgreich.
Noch schlechter als die Rolle der Emma fällt aber die des Henri aus. Zu Beginn ist er nur ein nervender Schnösel ohne Charakter, der kaum Sympathiepunkte sammeln wird. Mit der Zeit mutiert er dann aber immer mehr zum Nerv tötenden Intriganten, der sich sämtliche Sympathien beim Publikum verspielen würde, hätte er diese denn vorab gesammelt. Die Story entwickelt sich über weite Strecken sehr vorhersehbar und ohne große Überraschungen, nur um dann am Ende einen Plottwist zu präsentieren, bei dem sich jeder auch nur einigermaßen klar denkende Mensch mit der flachen Hand vor die Stirn schlägt und sich fragt, ob Hickox das ernst meint, was er da präsentiert. In der Nachbetrachtung fällt das komplette Szenario löchrig, unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen aus. Da hilft es auch nur wenig, dass die Inszenierung an sich recht passabel wirkt. Vor allem einige Aufnahmen im Haus und die ein oder andere stimmungsvolle Momentaufnahme können überzeugen. Die ist aber nicht mal im Ansatz ein Ausgleich für das, was die äußerst schwache Story dem Zuschauer anbietet. Denn sie ist nicht mehr als gequirlte Langweile mit durch den Fleischwolf gedrehter Logik.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild fällt leicht unterdurchschnittlich aus. Die Farben werden insgesamt ein wenig zu sehr durch den tiefen Kontrast gedrückt und die Schärfe kann nicht immer Durchschnittswerte erreichen. Richtig störend fällt aber nichts auf. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut verständlich, bietet aber kaum Effekte.
Als Extra gibt es lediglich den Trailer zum Film.
Fazit:
„Knife Edge“ ist der misslungene Versuch Anthony Hickox', einen Gruselfilm mit überraschender Wendung zum Ende zu präsentieren. Grund hierfür sind vor allem die langweilige Groschenroman-Geschichte mit ihrer vollkommen missratenen Auflösung. Nur wer wissen möchte, wie das Gegenteil von einem spannungsgeladener Thriller aussieht, sollte diese DVD in den Player legen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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90:44 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Knife Edge - Das zweite Gesicht
Knife Edge
Anthony Hickox' misslungener Versuch eines wendungsreichen Geisterfilms
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2010 Regie: Anthony Hickox Drehbuch: Anthony Hickox, Fiona Combe, Robb Squire Darsteller: Natalie Press, Matthieu Boujenah, Hugh Bonneville, Lorcan O'Toole, Tamsin Egerton, Joan Plowright, Jamie Harris, Nina Muschallik, Mark Holden, Jennifer Munby, Karen Ferrari, Miles Ronayne
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 07.05.2010
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