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DVD-Besprechung - Tote brauchen keine Dollars

Story:
Vorarbeiter Pike (Jim Brown) erhält von seinem sterbenden Chef eine Tasche mit 86.000 Dollar, die der Erlös aus einem Vieh-Verkauf sind. Pike verspricht, dieses Geld an die Witwe des Chefs zu übergeben. Unterwegs bekommen immer mehr Leute mit, dass es bei Pike was zu holen gibt und so tut er sich mit dem Spieler Tyree zusammen, um sein Geld gegen allerhand Banditen zu verteidigen.

Meinung zum Film:
„Tote brauchen keine Dollars“ wurde 1975 von Antonio Margheriti („Satan der Rache“) inszeniert. In Deutschland ist dieser größtenteils auf Gran Canaria entstandene Western auch unter dem Namen „Einen vor den Latz geknallt“ bekannt. Diese Mischung aus US-Western, Italowestern und Blaxploitation-Film weist einen illustren Cast auf: In den Hauptrollen sind Fred Williamson („Ein Haufen verwegener Hunde“) als Spieler Tyree und Jim Brown („Das dreckige Dutzend“) als Pike zu sehen. Komplettiert wird das Trio durch Lee van Cleef („Der Gehetzte der Sierra Madre“), der hier schon deutlich gealtert ist und einen stark verbrauchten Eindruck hinterlässt.

Frischer wirken da schon die beiden schwarzen Cowboyhelden, von denen besonders Fred Williamson mit besonders viel Spielfreude dabei ist, darf er doch einen witzelnden Falsch-Spieler geben, der sich Pike anschließt, der die 86.000 Dollar sicher zur Witwe des ehemaligen Chefs bringen will. Der Entstehungszeit des Films ist es geschuldet, dass, wenn von den Schwarzen die Rede ist, ständig und ganz selbstverständlich „Nigger“ gesagt wird. Das wäre heutzutage undenkbar. Aber auch der Genremix aus Blaxploitation und Western ist bemerkenswert. Zusätzlich wird noch eine dritte Komponente eingebaut und so wird ab und zu gekalauert und an der Komödie geschrammt, was leider nicht immer so recht funktionieren und zusammenpassen will. Es wirkt befremdlich, wenn man in einer Szene ein trotteliges Duo auf der Jagd nach dem Geld beobachtet und in der nächsten der todernste Lee van Cleef ebenfalls versucht, an das Geld zu kommen.

Durch das Setting auf Gran Canaria kommt auch nur bedingt Westernstimmung auf und es macht sich eher ein „Kiesgruben-Western“-Feeling breit, obwohl der Film ansonsten zweifelsfrei gut ausgestattet ist. Ein weiteres Problem ist die Länge des Films, die mit knapp 100 Minuten etwas zu breit ausgefallen ist. Dies dachte sich wohl auch der damalige deutsche Verleih, der den Film kurzerhand um einige Dialogszenen bereinigte, die auf dieser DVD nun wieder den Weg zurück in den Film gefunden haben. Diese deutsch untertitelten Szenen nehmen überwiegend das Tempo aus dem Western und sind somit ein weiterer Schwachpunkt. Interessant ist „Tote brauchen keine Dollars“ höchstens durch den guten Cast und der löblichen Idee, mehrere Genres in einem Film vereinen zu wollen. Die Umsetzung ist dann leider nur Stangenware geworden.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD-Qualität ist sehr gut geworden. Bildfehler sind keine zu entdecken, die Farben wirken filmbedingt eher „erdig“, sind aber ok. An Schärfe und Kontrast gibt es ebenfalls nichts zu meckern. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit. Vormals geschnittene Szenen liegen auf englisch mit deutschen Untertiteln vor.

Die Extras sind vergleichsweise üppig ausgefallen: los geht es mit der Featurette „The Hammer in the West“, in der sich Hauptdarsteller Fred Williamson rund 20 Minuten an die Dreharbeiten und an andere Filme erinnern darf. Weiter geht es mit „My Father’s Hard Ride“, in der der Sohn des Regisseurs, Edoardo Margheriti zu Wort kommt. Abgeschlossen werden die Extras mit dem Originaltrailer und einer Bildergalerie. Der DVD liegt außerdem ein 4-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen bei.

Fazit:
„Tote brauchen keine Dollars“ ist der Versuch, Western und Blaxploitation-Film unter einen Cowboy-Hut zu kriegen. Dem Mix, dem noch eine Prise Komödie hinzugeschüttet wurde, kann man trotz des guten Cast leider nur die Durchschnittlichkeit attestieren. Handwerklich ist der Film ok, er bleibt inhaltlich jedoch nur Mittelmaß. Die DVD-Qualität ist gut.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
98:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Italienisch
Bonusmaterial:
  • Featurette "My Father's Hard Ride"
  • Featurette "The Hammer in the West"
  • Trailer
  • Bildergalerie
  • 4-seitiges Booklet
Tote brauchen keine Dollars - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Tote brauchen keine Dollars
Take a Hard Ride

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Genremix, der leider nicht durchgehend gut unterhalten kann


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA/Italien, 1975
Regie:
Antonio Margheriti
Drehbuch:
Eric Bercovici, Jerrold L. Ludwig
Darsteller:
Jim Brown, Lee Van Cleef, Fred Williamson, Catherine Spaak, Jim Kelly

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
07.05.2010