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Blu-ray-Besprechung - Possession - Die Angst stirbt nie

Story:
Nach einem tragischen Autounfall fallen die beiden Brüder Ryan (Lee Pace) und Roman (Michael Landes) ins Koma. Während bei Ryan wenig Hoffnung darauf besteht, dass er jemals wieder das Bewusstsein erlangen wird, erwacht Roman nach einiger Zeit. Allerdings behauptet er gegenüber Ryans Frau Jess (Sarah Michelle Gellar), dass er ihr Mann ist. Es gibt einige Indizien, die darauf hinweisen, dass er damit recht hat. Denn er weiß Dinge, die nur Ryan wissen kann und ist ein sehr einfühlsamer Mensch, während Roman ein gewalttätiger Zeitgenosse war, der auch nicht davor zurückschreckte, Frauen zu schlagen. Obwohl Jess sich immer mehr gegenüber Roman öffnet, bestehen in ihr aber weiterhin Zweifel an dem mysteriösen Persönlichkeitstausch.

Meinung zum Film:
Regie bei „Possession - Die Angst stirbt nie“ führten Joel Bergvall und Simon Sandquist, die zuvor mit „Invisible - Gefangen im Jenseits“ den einen oder anderen Mystery-Freund von ihrem Talent überzeugen konnten. Ihr neuester Streich basiert auf einer südkoreanischen Produktion namens „Jungdok“, die im deutschsprachigen Raum bislang allerdings noch nicht erschienen ist und von daher nur Asien-Freunden ein Begriff sein dürfte. Die weibliche Hauptrolle im Film wurde mit Sarah Michelle Gellar („The Grudge – Der Flich“) besetzt, die im Bereich des fantastischen Films über einige Erfahrung verfügt. An ihrer Seite sind Lee Pace („The Fall“) als ihr Filmgatte und Michael Landes („Besessen - Fesseln der Eifersucht“) in der Rolle ihres Schwagers zu sehen.

Den großen Reiz bekommt der Film natürlich auf Grund der Frage, ob tatsächlich ein Seelentausch zwischen Ryan und Roman stattgefunden hat. Es gibt einige Umstände die dafür sprechen, denn Roman weiß auf einmal Dinge aus dem Leben der beiden Verliebten, die so persönlich sind, dass eigentlich nur sie selbst diese kennen können. Auch passt die zärtlich-umsorgende Art von Roman überhaupt nicht zu seinem früheren Leben, dafür aber umso mehr zu Ryan. Jess weigert sich natürlich zunächst an eine Wanderung der Seelen zu glauben und testet Roman immer wieder aufs Neue, um sein - ihrer Meinung nach - faules Spiel zu enttarnen. Doch umso mehr sie ihn testet, umso mehr bekommt sie den Glauben, dass tatsächlich Ryan im Körper seines Bruders stecken könnte. Da Roman vor dem Unfall als ein Unsympath ersten Grades gezeigt wurde, ist die Weigerung Jess‘ sich mit dem Gedanken anfreunden zu wollen, fortan mit der fleischlichen Hülle ihres Schwagers zu leben mehr als nur einfach nachvollziehbar für den Zuschauer.  

Während der Film sich zu Beginn nicht allzu lang mit einer Einleitung aufhält und nach oberflächlicher Skizzierung der Hauptpersonen recht schnell zum schicksalsträchtigen Unfall kommt, ist anschließend erst einmal ein wenig die Luft raus. Spannung ist in dieser Phase Mangelware und das Geschehen stellt sich immer mehr wie ein Mystery-Drama dar. Lediglich der stimmungsvolle Soundtrack schafft es in diesen Momenten, ein wenig Stimmung aufkommen zu lassen. Ungefähr ab der Hälfte zieht die Spannungskurve dann zumindest gemächlich an und sorgt dafür, dass die zweite Hälfte etwas temporeicher vorangetrieben wird. Die Auflösung des Geschehens ist dann allerdings alles andere als überzeugend und neben einigen Fragen, die sie aufwirft, ist sie weder Fisch noch Fleisch. Während der Film an sich durchaus für Freunde mystischer Liebesdrama bestens geeignet ist, dürfte das unentschlossen wirkende Ende bei ihnen nur für wenig Begeisterung sorgen. Wer von vornherein auf Spannung im Film setzt, sollte aber ohnehin besser gleich zu einem anderen Titel greifen. Denn Spannung spielt hier nur eine untergeordnete Rolle.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist gut gelungen. Strukturen, wie z.B. einzelne Haarsträhnen bei den Darstellerinnen werden fein herausgearbeitet. Auch in den dunkleren Momenten gehen die Details nicht verloren. Für einen guten Schärfeeindruck ist ebenfalls durchweg gesorgt. Der deutsche Ton in DTS HD Master Audio 5.1 ist gut zu verstehen, spielt sich auf Grund des Inhalts des Films aber meist in der Front ab. Der hintere Bereich wird häufig für den Soundtrack genutzt. Wenn es die Szenen hergeben, wird auch effektvoll mit den Surroundtönen gearbeitet. Generell ist dies aber eher selten der Fall.

Bei den Extras finden sich zunächst rund 2,5 Minuten kurze, nicht verwendeter Szenen, gefolgt von einem alternativen Ende, das insgesamt 29 Minuten läuft. Darin wird der Film im Grunde in einer alternativen Schnittfassung präsentiert. Des Weiteren gibt es noch ein kurzes Werbe-Featurette, rund 19 Minuten Interviews, knapp 17 Minuten unkommentierte Blicke auf die Dreharbeiten und den Trailer zum Film.

Fazit:
„Possession - Die Angst stirbt nie“ ist als Mystery-Liebesdrama durchaus ein sehenswerter Film, der allerdings unter dem unentschlossenen Ende ein wenig zu leiden hat. Thriller-Freunde dürften aber generell wenig Gefallen an dem Beitrag finden, da die Stimmung nur selten über leicht bedrohlich hinaus kommt und es insgesamt eindeutig an Spannungsmomenten und Dramatik fehlt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
85:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Featuerette
  • Interviews
  • Beim Dreh
  • Alternatives Ende
  • Trailer
Possession - Die Angst stirbt nie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Possession - Die Angst stirbt nie
Possession

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein seichtes Mystery-Liebesdrama, das allerdings nur sehr bedingt auf Spannung setzt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Joel Bergvall, Simon Sandquist
Drehbuch:
Michael Petroni (basierend auf dem südkoreanischen Film „Jungdok“)
Darsteller:
Sarah Michelle Gellar, Michael Landes, Lee Pace, Chelah Horsdal, Tuva Novotny

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
15.07.2010