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DVD-Besprechung - Backfire

Story:
Donnie (Jeff Fahey) ist mit schweren psychischen Störungen aus dem Krieg zurück gekehrt. Zurück gezogen lebt der wohlhabende Mann nun zusammen mit seiner Frau Mara (Karen Allen) in einer abseits gelegenen Villa, wo er den ständigen Panikattacken von Kriegsvisionen ausgesetzt ist. Die Visionen werden immer stärker und nehmen immer größere Ausmaße an, bis Donnie letztendlich in einen katatonischen Zustand verfällt und seine Frau die Vollmacht über sein Vermögen erhält. Während sie sich weiterhin um Donnie kümmern muss, holt sie sich gleich einen Liebhaber (Keith Carradine) ins Haus.

Meinung zum Film:
Als „Backfire“ in den 80er-Jahre beim VCL-Label auf Video erschien, lief der Film noch unter dem Titel „Final Night - Die letzte Nacht“. Epix bringt den bei Freunden des 80er-Jahre-Psychothrillers durchaus gesuchten Film nun innerhalb seiner „Twilight Classics“-Reihe als Nr. 14 ins Rennen um die Gunst der Zuschauer. Regie bei dem Film führte Gilbert Cates („Spur der Angst“), der vor allem in den 80er- und 90er-Jahren den ein oder anderen Direct-to-Video-Film produzierte. Der bekannteste dürfte dabei sicherlich der vorliegende „Backfire“ sein. In den Hauptrollen spielen Jeff Fahey („Planet Terror“) und Karen Allen („Jäger des verlorenen Schatzes“), sowie in der zweiten Hälfte Keith Carradine („Dexter – 2. Staffel“) als mysteriöser Liebhaber.

Der Wahnsinn, der immer weiter in Donnie aufsteigt wird nicht gerade mit tiefenpsychologischen Mitteln aufgezeigt, sondern es wird viel mehr auf plakative Mittel gesetzt. Der Wahnsinn beginnt zunächst damit, dass Donnie sich nicht mehr daran erinnern kann, wo er sein Gewehr abgelegt hat. Später gerät er dann auf einer Party wegen eines Videospiels, das Kinder im Wohnzimmer spielen und in dem Alien abgeschossen werden müssen außer Kontrolle und greift verbal andere Gäste an. Der große Höhepunkt des Wahns ist dann Blut, das während des Duschens aus den Leitungen kommt und zu einem großen Nervenzusammenbruch führt und Donnie katatonisch werden lässt. Nicht nur Thriller-Füchse haben hier bereits erahnt, dass die Visionen nicht ausschließlich eine Folge des Krieges sind, sondern von einer Person tatkräftig gesteigert wurden. Und da der Kreis der möglichen Personen relativ klein ist, dürfte der Verantwortliche schnell gefunden sein. Da nach dem Zusammenbruch aber die Katze aus dem Sack gelassen wird, ist dies kein Problem.  

Die Ereignisse bis zum Zusammenbruch nehmen rund eine halbe Stunde der Spielzeit ein und anschließend rückt die Person des Donnie weitgehend in den Hintergrund. In den Vordergrund rückt ab diesem Moment Mara. Sie treibt ihr ganz eigenes Spiel, doch leider hat sie in ihrer Rechnung nicht mit einer Verfügung gerechnet, die sie weiterhin an Donnie bindet, wenn sie das Vermögen nicht aufgeben möchte. Mit der Wendung in der Geschichte nimmt die Spannung leider ein klein wenig ab. Sorgten die Visionen und Erlebnisse von Donnie vorher noch für den Pepp in der Story, fallen diese nun weitgehend raus. Mit dem Eintreffen von Maras Liebhaber entwickelt sich das ganze immer mehr zu einer Dreiecksgeschichte, die durchaus ihre interessanten Momente hat, aber das ein oder andere Mal durchaus den Wunsch nach etwas mehr Spannung und Tempo aufkommen lässt. Beides gibt es dann aber erst wieder im Finale. Bis dahin muss man sich mit einer sicherlich alles andere als langatmigen, aber durchaus hinsichtlich des Spannungsbogens verbesserungswürdigen Story begnügen. Dafür gibt es dann aber zum Schluss noch die zum guten Ton gehörende, plötzliche Wendung. Thriller-Fans werden dadurch sicherlich versöhnt.

Digitale Aufarbeitung:
Beim Bild gibt es meist recht sichtbares Rauschen zu sehen, die Konturen erscheinen leicht verwaschen, was in gleicher Weise auch auf die Detailvielfalt zutrifft. Insgesamt wird so nur das Niveau eines guten Videobandes erreicht. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist gut verständlich und erfüllt seinen Zweck. Mehr darf von einer Direct-to-Video-Produktion aus den 80ern auch sicherlich nicht erwartet werden.

Extras gibt es keine.

Fazit:
„Backfire“ ist ein typischer Vertreter der direkt für den Heimkinosektor produzierten Psychothriller der 80er-Jahre. Vor allem zu Beginn versteht er es, Spannung aufkommen zu lassen, flacht im weiteren Verlauf aber ein wenig ab, ohne jedoch zu langweilen. Zum Ende gibt es dann noch einmal eine überraschende Wendung, die Freunde von 80er-Jahre-Thrillern zufrieden zurücklassen dürfte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
88:48 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Backfire - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Final Night - Die letzte Nacht
Backfire

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ordentlicher 80er-Jahre Psycho-Thriller mit kleineren Durchhängern


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Kanada, 1988
Regie:
Gilbert Cates
Drehbuch:
Larry Brand, Rebecca Reynolds
Darsteller:
Jeff Fahey, Karen Allen, Keith Carradine, Bernie Casey, Dean Paul Martin, Virginia Capers, Dinah Manoff, Frances Flanagan, Dwight Koss

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
14.05.2010