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Blu-ray-Besprechung - The Descent 2 - Die Jagd geht weiter

Story:
Sarah (Shauna Macdonald) ist gerade erst aus den Fängen kannibalistischer Wesen in unerforschten Höhlengängen entkommen, als Sheriff Vaines (Gavan O'Herlihy) sie gleich wieder dorthin zurück bringt. Zusammen mit einem Team erfahrener Höhlenforscher und Deputy Rios (Krysten Cummings) möchte Vaines herausfinden, was wirklich in der Höhle vorgefallen ist und ob es noch Überlebende unter den vermissten Frauen gibt. Doch es dauert nicht lange, bis die mutierten Lebewesen die neuen Eindringlinge bemerken und in ihnen eine gelungene Abwechslung auf der Speisekarte sehen.

Meinung zum Film:
Als „The Descent – Abgrund des Grauens“ 2006 in Deutschland für die Heimkino erschien, war er einer der großen Überraschungserfolge auf dem Horrorsektor in dieser Saison. Regisseur Neill Marshall („Dog Soldiers“) hatte es mit seinem Film erfolgreich geschafft, die klaustrophobische Bedrohung von engen Gängen eines unerforschten Berglabyrinths auf Film zu bannen. 2009 begab sich Regieneuling Jon Harris erneut in dieses Gefilde, um die direkten Ereignisse nach der Rettung der vermeintlich einzigen Überlebenden zu erzählen. Neu war das "Descent"-Setting aber keinesfalls für ihn, da er bereits am ersten Film schon als Cutter mitgearbeitet hatte. Er war bei seinem Film im Gegensatz zu seinem Vorgänger ein wenig im Nachteil, da die Zuschauer die den ersten Teil gesehen hatten bereits von der Gefahr im inneren des Berges wussten. Wo Marshall noch auf die Überraschung durch das Auftauchen der mutierten Wesen, die erneut wie eine blinde Mischung aus Gollum und den Uruk-Hais aus dem „Herrn der Ringe“ erscheinen, setzen konnte, musste Harris sich etwas anderes einfallen lassen, um sein Publikum bei Laune zu halten.  

Zunächst aber greift er erst einmal auf den Status Quo vom Ende des ersten Films zurück. Sarah, die als Einzige aus den Fängen der blutrünstigen Kreaturen entfliehen konnte, ist wieder an der Oberfläche angekommen und wird hier gleich von den Gesetzeshütern unter Führung von Sheriff Vaines in Empfang genommen. Doch es geht gleich postwendend für sie wieder zurück, um vermeintlich Überlebende retten zu können oder aber Sarah als Mörderin der Gruppe zu entlarven. Der Rest des Films entwickelt sich ab dem Abstieg dann in ähnlicher Weise wie im ersten Teil. Nur mit dem Unterschied, dass diesmal die Damenriege durch erfahrene Höhlenforscher und einem Sheriffs-Duo ausgetauscht wurde. Auf große Innovationen sollte man von daher besser nicht warten, da diese genauso wenig zu finden sind, wie Tageslicht in den Tiefen des Berges. Doch auch ohne große Neuerungen schafft es „Descent 2“ die gewohnte Spannung und bedrückende Atmosphäre aufkommen zu lassen. Auch wenn es nur die bereits bekannten Momente mit den Jagdszenen der Kreaturen in Verbindung mit ihrem plötzlichen Auftreten und der Dunkelheit und Enge in den Schächten zu sehen gibt, kommt kaum Langeweile auf. Gore-Freunde kommen diesmal sogar ein wenig mehr auf ihre Kosten. Von zertrümmerten Schädeln bis zur Amputation mittels Pickel ist so einiges für sie enthalten.  

Im Grunde wird also keine Weiterentwicklung des Plots geboten, dafür aber die gleiche Geschichte noch einmal erzählt, lediglich mit unbedeutenden Variationen. Eine dieser Variationen ist die Figur des Sheriffs, der kaum Sympathien beim Publikum gewinnen dürfte. Blind auf der Suche nach Beweisen, führt er die Gruppe in die Höhle der Kreaturen. Dass Sarah, trotz Gedächtnislücken ohne großen Widerstand und offensichtlich recht gelassen mitgeht, ist eine der auffälligen Ungereimtheiten im Skript. Zu diesen gehört auch das plötzliche Auftauchen einer weiteren Person aus dem ersten Film, die in höchst überzogener Lara-Croft-Manier das Ruder zeitweise an sich reißt. Jon Harris hat sein Hauptaugenmerk ganz offensichtlich nicht auf die Story gelegt und ist mehr als gerne Kompromisse in Sachen Logik eingegangen, wenn es der düsteren Atmosphäre weiterhilft. Horrorfreunden, denen es reicht, die gleiche Story noch ein zweites Mal zu sehen, solange die Horroratmosphäre stimmt, werden sicherlich auch diesmal den Abstieg wieder sehr gerne unternehmen. Am Ende gibt es dann als kleine Belohnung zumindest noch eine kleine Neuheit in der Geschichte der blinden Höhlenkannibalen zu sehen. Diese reicht aber nicht im Ansatz aus, um den Film über den Status einer Neuinterpretation des Originalstoffes zu heben.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der Blu-ray sorgt für sehr guten Durchblick. Obwohl sich fast alles im Dunkeln der Höhlengänge abspielt, kommt niemals das Gefühl auf, wesentliche Elemente in den Bildinformationen zu verpassen. Die Konturen sind durchweg scharf gezeichnet und die Details sind sehr gut zu erkennen. Der deutsche Ton in DTS HD Master Audio 5.1 kann ebenfalls überzeugen. Wenn es die Szenen erlauben, kommen die Töne sehr druckvoll aus den Lautsprechern und die einzelnen Bereiche der Lautsprecheranordnung werden immer wieder gezielt für räumliche Effekte genutzt.  

Bei den Extras befindet sich an erster Stelle das „Die Entstehung“-Featurette, das mit rund 3 Minuten aber mehr Werbung als Hintergrundinformationen liefert. Deutlich informativer fällt das 26-minütige Making Of aus, in dem es dann tatsächlich einiges über die Entstehung des Films zu erfahren gibt. Vor allem wird darin klar, wie man bei der Umsetzung vorgegangen ist und wie man versuchte, sich vom Original zu unterscheiden. Aber auch andere Aspekte wie zum Beispiel die Special Effects werden darin erklärt. Die B-Roll zeigt anschließend noch ein paar unkommentierte Eindrücke vom Dreh. Es folgen noch ein ganze Reihe Interview-Schnipsel, die teilweise aber bereits im Making Of zu hören waren. Abschließend gibt es noch den Trailer zum Film. Wer seinen Blu-ray-Player mit dem Internet verbunden hat, kann sich zudem noch rund 10 Minuten Deleted Scenes und Bilder vom Set über „BD Live“ ansehen. Es findet sich auf der Disc zusätzlich ein Audiokommentar mit Regisseur Jon Harris und den Darstellerinnen Shauna Macdonald, Anna Skellern und Krysten Cummings, der allerdings keine Untertitel bietet und somit nur englischsprachigen Zuschauern einen Mehrwert bietet.


Fazit:
„The Descent 2“ ist weniger eine Fortführung des Themas aus dem ersten Film als vielmehr eine Variation des gleichen Inhalts. Von der Story kann die Fortsetzung von daher kaum überzeugen, was durch die bedrückende Atmosphäre aber weitgehend wettgemacht werden kann. Wer vom ersten „Descent“-Film nicht genug bekommen kann, ist bei der Fortsetzung somit sicherlich bestens aufgehoben. Wer etwas mehr von einer Fortsetzung erwartet als einen gut gemachten Abklatsch des originalen Themas wird den Abstieg in diese Abgründe aber sicherlich bereuen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
93:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Jon Harris und den Darstellerinnen Shauna Macdonald, Anna Skellern und Krysten Cummings
  • Featurette "Die Entstehung"
  • Making Of
  • B-Roll
  • Interviews mit Cast & Crew
  • BD-Live Features:
    • Deleted Scenes
    • Bilder vom Set
The Descent 2 - Die Jagd geht weiter - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Descent 2 - Die Jagd geht weiter
The Descent: Part 2

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Vergleichbare Story, aber auch eine vergleichbare beklemmende Atmosphäre


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2009
Regie:
Jon Harris
Drehbuch:
James McCarthy, J Blakeson, James Watkins
Darsteller:
Shauna Macdonald, Joshua Dallas, Natalie Jackson Mendoza, Gavan O'Herlihy, Krysten Cummings, Saskia Mulder, Alex Reid, Nora-Jane Noone, MyAnna Buring, Josh Cole, Anna Skellern, Douglas Hodge

Label Deutschland :
Universum Film
Verkaufsstart Deutschland :
21.05.2010